Rosa Hausleithner erhält Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst

Der zum vierten Mal verliehene Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst, Secession Wien geht an die Wiener Künstlerin Rosa Hausleithner. Die Jury, bestehend aus Herwig Kempinger, Claudia Märzendorfer, Nick Oberthaler, Florian Pumhösl und Eva Schlegel hat am 13. November 2020 über die Vergabe des mit 5.000,- Euro dotierten Kunstpreises entschieden.

„Mit der Verleihung des diesjährigen Gmoser Preises an Rosa Hausleithner zeichnen wir eine Künstlerin aus, die ihre Arbeit über Jahrzehnte hinweg konsequent verfolgt hat, aber bislang noch nicht die Aufmerksamkeit erhalten hat, die sie verdient. Hausleithner hat in ihrer Malerei eine einzigartige und eigenständige Bildsprache entwickelt, die ihren Ausgangspunkt in der Reflektion räumlicher Konstruktionen nimmt. Aus der Perspektive einer ausgebildeten Bildhauerin schafft sie in ihren Bildserien stets aufs Neue polychrome Anordnungen und Flächenstrukturen, die eine ausgeklügelte Spannung zwischen Räumlichkeit und Bildlichkeit erzeugen und das kulturell eingeübte Sehen herausfordern,“ so die Begründung der Jury.

Die Künstlerin zu ihrer Arbeit: „Von der Bildhauerei kommend, aus ganz pragmatischen Gründen auf die Leinwand gelangt, formuliere ich fiktionale Räume, die sich perspektivischen Regeln bewusst widersetzen. Die Farbgebung, einmal opak, oftmals luzid, verstärkt und / oder verführt den Blick des Betrachtens, bis hin zur Imagination eines Kippeffekts. Dadurch entstehen im Zusammenspiel der verschiedenen Bildbausteine immer wieder neu definierte Standpunkte.
Dass die Jury des Gmoser-Preises mich und meine Arbeiten dafür auswählte, bereitet mir große Freude, gleichzeitig bedeutet es auch einen großen Ansporn für meine weitere Tätigkeit als malende Bildhauerin.“

Die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession vergibt in diesem Jahr zum vierten Mal den Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst, Secession Wien. Birgit Gmoser errichtete 1999 die Gerhard und Birgit Gmoser-Stiftung – in Erinnerung an ihren verstorbenen Ehemann, den österreichischen Diplomaten und Maler Gerhard Gmoser – mit dem gemeinnützigen Zweck eines Förderungspreises für KünstlerInnen. Der Preis wurde österreichweit ausgeschrieben und richtete sich an alle KünstlerInnen, die in den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Neue Medien tätig sind. Der Preis wird 2023 erneut ausgeschrieben.

 

 

Kurzbiografie Rosa Hausleithner
1952 geboren in Wien.
1979 – 1984 Akademie der Bildenden Künste, Wien, Meisterklasse für Bildhauerei Prof. Bruno Gironcoli
1984 Kardinal König-Preis
1987 Mitglied Secession, Wien
1994 Auslandsstipendium, Prag
2007 Auslandsaufenthalt, Rom

Ausstellungen (Auswahl):
Galerie Grita Insam, Wien
Neue Galerie, Graz
Künstlerhaus, Salzburg
Station3, Wien
Secession, Wien
Severnaja stolitsa art gallery, St. Petersburg
Kunsthalle Krems
Galerie Cachet, Wien
Museum auf Abruf, Wien
Gironcoli-Museum, Schloß Herberstein, Steiermark
ExtraRaum, Wien
curated by, Galerie Krobath, Wien
Rosa Hausleithner, Galerie Krobath, Wien
„Räume“, Atrium der ÖBV, Wien
MAG3, Wien

Bühnenbilder (Auswahl):
Herbert Achternbusch, „Susn“, Posthof, Linz
Kurt Schwitters, „Punch von Nobel“, Theater des Augenblicks, Wien
Kurt Schwitters, „Auguste Bolte“, dietheater Konzerthaus, Wien
Wilhelm Busch, „Dideldum“, Phönixtheater, Linz
Kurt Schwitters, „Zusammenstoß“, dietheater Konzerthaus, Wien

Kulturpolitische Aktivitäten
1996 – 1998 Vorstandsmitglied der IG Bildende Kunst
1998 – 1999 Präsidentin der IG Bildende Kunst
2000 – 2009 Beiratsmitglied des Kulturrat Österreich

 

Abbildung: Rosa Hausleithner, Verwirrtschaftet, 2009