Vija Celmins, Ausstellungsansicht, Secession 2015, Foto: Stephan Wyckoff

Vija Celmins

20. November 2015 – 31. Januar 2016

Vija Celmins ist seit den 1970er-Jahren für ihre eingängigen Sujets – Meere, Wüsten, Nachthimmel und Spinnennetze –, die sie in diversen Medien umsetzt, bekannt. In ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich zeigt die Künstlerin über 70 Arbeiten aus ihrem druckgrafischen Oeuvre. Die von Vija Celmins selbst zusammengestellte Retrospektive in der Secession umfasst fünf Jahrzehnte ihres Schaffens: von Radierungen aus ihrer Studienzeit in den frühen 1960er-Jahren hin zu einer Reihe neuer, bislang nicht gezeigter Editionen.

Vija Celmins’ Motive basieren auf Fotografien und gefundenen Drucksachen: Sie isoliert diese Vorlagen von ihrem Ursprungskontext und führt sie in einem neuen Medium wieder zusammen. Durch die wiederholte Interpretation weniger Motive verschiebt sie die Aufmerksamkeit vom Motiv auf das Material, das sie in seinen spezifischen Eigenheiten und auf seine Wirkung hin untersucht. Innerhalb der großen Band-breite an Medien, in denen Celmins arbeitet, kommt der Druckgrafik daher große Bedeutung zu: Sie steht gleichrangig neben Zeichnung, Malerei und Skulptur.

Die Drucke, für die Vija Celmins in Kupferplatten kratzt, Holz schneidet und auf Stein zeichnet, zeigen ihr großes Interesse an den verschiedenen handwerklichen Prozessen. Die Erkundung der traditionellen Drucktechniken und ihrer Möglichkeiten liegen in Celmins’ herausragenden zeichnerischen Fähigkeiten begründet. In den 1970er-Jahren begann sie mit dem der Zeichnung am nächsten stehende Flachdruckverfahren der Lithografie; am Beginn der 1980er-Jahre dominieren die Tiefdruckverfahren – Radierung, Mezzotinto und Holzschnitt. Die wohl häufigste Technik bei Celmins ist das Mezzotinto, bei dem die weißen Stellen aus der Druckplatte ausgeschabt werden: je tiefer, desto heller. Es erlaubt eine große Variation samtiger Halbtöne – ideal für Celmins, um aus ihren schwarz-weißen Vorlagen die farbigen Qualitäten der fein abgestuften Grautöne zu gewinnen.

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Vija Celmins, geboren 1938 in Riga (Lettland), floh bei Kriegsende mit ihrer Familie über Deutschland in die USA. Von 1962 bis 1981 lebte und arbeitet sie in Los Angeles, seither in New York.