Verena Dengler, 2019, Foto: Diedrich Diederichsen

Verena Dengler

3. Juli – 6. September 2020

Verena Denglers Installationen, Objekte, Bilder, Zeichnungen, Texte, Videos (und vieles mehr) sind anspielungsreich, pointiert, bisweilen unglaublich witzig und mitunter gewollt schrill. Die aufmerksame Beobachtung der Kunstwelt, ihrer Mechanismen und historisch gewachsenen Bedingungen sowie die eigenen Verflechtungen darin sind häufig Thema der Arbeiten, die darauf kritisch und zugleich humorvoll reflektieren.

Denglers Werk ist konzeptuell, medial offen, wandlungsfähig und experimentierfreudig und entsteht nur bedingt in ihrem Künstlerinnenatelier/„Arbeiterpalast“. Der Selbstinszenierung durchaus nicht abgeneigt, mit einem Hang zu Exzentrik, Esoterik und Parodie bedient sie sich dafür einer Vielzahl von Möglichkeiten. Die Bandbreite ihrer Interessen spiegelt sich in zahlreichen Betätigungsfeldern wider. Als „Jackie of all Trades“ oder „Hanna-Dampf-in-allen-Gassen“ hat sie sich in ihrer gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle Bern (2017) als facettenreiche Künstlerin, Künstler-Kuratorin und Autorin vorgestellt. Damit noch nicht genug: Sie schreibt für diverse Medien höchst lesenswerte Kunst- und Kulturkritiken. Die in ihren Arbeiten häufig verhandelte Schnittstelle zwischen Alltagskultur, bildender und darstellender Kunst wird in jüngster Zeit in der Mitgestaltung von Bühnenbild- und Kostümentwürfen für Theaterproduktionen, beispielsweise am Berliner Ensemble 2018–2019, weiter aufgelöst.

Kollaborationen und kollektives Arbeiten in unterschiedlichen Kontexten zieht sich durch Denglers Werk und ist Ausdruck einer spezifischen, möglicherweise politisch geprägten Haltung. Ihr Coming-of-Age im sozialdemokratisch geprägten Wien hat sie in mehreren Arbeiten – nicht zuletzt in ihren gern in Lesungen auszugsweise vorgetragenen Jugend-Tagebüchern – thematisiert.

Für ihre Einzelausstellung im geschichtsträchtigen Hauptraum der Secession schafft Dengler neue Arbeiten, die sich auch mit Fragen der Ökonomisierung künstlerischen Schaffens, Authentizität und Autorschaft auseinandersetzen und eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen, dabei aber die sich immer schneller drehende Spirale der Selbstinszenierung und Aufmerksamkeitsgenerierung in den sozialen Medien nicht unberücksichtigt lassen.

Verena Dengler, geboren 1981 in Wien, lebt und arbeitet in Wien.