Suellen Rocca, Departure, 2012 © Suellen Rocca, Courtesy Matthew Marks Gallery

Suellen Rocca

3. Juli – 30. August 2020

Suellen Rocca ist Gründungsmitglied von The Hairy Who, einer Gruppe Chicagoer KünstlerInnen, die, als an der Ostküste die nüchterne Strenge des Minimalismus und die kühle Distanziertheit der Pop Art vorherrschten, eine schrill-figurative Ästhetik entwickelte, die von Art Brut und dem Surrealismus beeinflusst war. Die sechs Hairy Who Mitglieder, wie Rocca allesamt AbsolventInnen der School of the Art Institute of Chicago, stellten von 1966 bis 1969 zusammen aus; ihre Arbeiten knüpften an die Bildsprachen von Populär- (z.B. Comics) und Hochkultur gleichermaßen an.

Roccas Zeichnungen, Gemälde und Objekte aus dieser Zeit weisen oft repetitive Elemente – einfache Piktogramme von Palmen, tanzenden Paaren, Schmuck beispielsweise – und Hieroglyphen ähnelnde Schriftzeichen auf, die zusammen eine persönliche Ikonographie zu Romantik, weiblicher Sexualität, häuslichem Leben und dergleichen bilden.

Während Rocca von Anfang an die grundlegende Frage nach der Verbindung von Bild und Sprache stets beschäftigt hat, war die Schnittstelle von kreativem und häuslichem Leben eine Bereicherung für ihre Arbeit, der sie eine intime und bewegende Qualität verlieh.

Seit den späten 1980er-Jahren dominieren psychologische, vergleichsweise tiefgründige Themen das Werk: das Innenleben der Künstlerin, ihre Vorstellungen, Träume, Wünsche und Ängste. Mit Bildern, die abwechselnd fröhlich, seltsam und furchterregend sind, bietet ihr Oeuvre insgesamt eine einzigartige Perspektive auf Jugend, Mutterschaft, Angst und Verlust.

Suellen Rocca, geboren 1943 in Chicago, lebt im nahen Romeoville, Illinois. Neben ihrer künstlerischen Praxis ist sie Director of Exhibitions und Kuratorin der Elmhurst College Art Collection in Elmhurst, Illinois.