Silvia Kolbowski, inadequate…Like…Power…, Ausstellungsansicht, Secession 2004, Foto: Hannes Böck

Silvia Kolbowski

inadequate...Like...Power

17. September – 11. November 2004

Wo und wie kann heutzutage eine kritische künstlerische Praxis platziert werden? Welche Möglichkeiten bieten konzeptuelle Strategien und Methoden, um zu einer Kritikfähigkeit zurück zu finden? Silvia Kolbowski zählt zu den zentralen VertreterInnen einer Generation von KünstlerInnen, die in Anlehnung an konzeptuelle Methoden der 60er und 70er Jahre den Objektivitätsanspruch von Aussagen – seien es Bilder, Töne oder Gesten – zugunsten einer Politisierung derselben radikal in Frage stellen. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis war vor allem eine intensive Auseinandersetzung mit Feminismus, feministischer Filmtheorie, Avantgardefilm und Überlegungen der Psychoanalyse, sowie in weiterer Folge der Konzeptkunst. In ihren Installationen thematisiert Silvia Kolbowski paradigmatische Phänomene eines aktuellen Zeitgeistes: die Faszination von Shopping, die Historisierung der Konzeptkunst, die Symbolkraft von Macht. Sie stehen für Erfahrungsräume einer Massenkultur, die von Dominanz und nicht von Diskurs geprägt ist. Diesen dominanten, monologischen Stimmen setzt Silvia Kolbowski modifizierte Interviewsituationen entgegen, die sowohl eine Vielstimmigkeit als auch eine „Ethik des Scheiterns“ (Jacqueline Rose) zeigen, ohne aber über eine Personalisierung und Ich-Erzählung zu individualisieren.

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Silvia Kolbowski, geboren 1953 in Buenos Aires, lebt und arbeitet in New York.