Rudolf Polanszky, Eidola, Ausstellungsansicht Secession 2018, Foto: Peter Mochi

Rudolf Polanszky

Eidola

9. Februar – 22. April 2018

Wie kann man sich die Ordnung von Primzahlen außer in der gewohnten, linearen Form der Reihe vorstellen? Wenn die Ordnung eine räumliche Komponente, eine dritte Dimension annimmt beispielsweise, und sich ein Primraum formt. Welche (neuen) Möglichkeiten der Erkenntnis tun sich auf, wenn man die Wahrnehmung von Negativ- und Positivräumen, von Innen- und Außenbegrenzungen umkehrt? Solche und ähnliche Fragestellungen beschäftigen Rudolf Polanszky ebenso wie Grundthemen der Mathematik und der Erkenntnistheorie oder antike griechische Denkschulen, und in seinen Skulpturen, Bildreliefs, Texten und Aktionen verleiht er diesen eine provisorische Manifestation von durchaus poetischer Leichtigkeit.

Zu Polanszkys bevorzugten Materialien zählen Plexiglas, Metall, Spiegelfolie, Kunstharz, Draht und Schaumstoff, die er in der Verarbeitung von ihrem ursprünglichen Zweck oder vorgesehenen Nutzen entkoppelt und somit befreit. Mittels eines non-linearen Verfahrens des spontanen Zusammenfügens vorhandener Materialien und zufälliger Formen – vom Künstler als „Ad-hoc-Synthese“ bezeichnet – entstehen durch Überlagerung, Schichtung, Überschneidung, Verschachtelung oder Faltung neue Strukturen, „translineare“ bzw. „transaggregate“ beispielsweise, die laut Polanszky „ein über einen scheinbar stabilen Zustand hinausweisendes, instabiles Konstrukt einer subjektiven Realität“ sind.

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Rudolf Polanszky, geboren 1951 in Wien, lebt und arbeitet in Wien.