Peter Doig, Lion in the Road (Sailors), 2019, Ausstellungsansicht Secession 2019, Foto: Hannes Böck, Courtesy the artist and Michael Werner Gallery, New York and London / Bildrecht Wien, 2019

Peter Doig

12. April – 16. Juni 2019

Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. In seiner Bildsprache verwebt er Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und gefundene Bildquellen mit Referenzen aus der Kunstgeschichte und Popkultur zu vielschichtigen Erzählungen. In den neuen in der Secession gezeigten Gemälden untersucht und variiert der Künstler Motive aus seinem jüngeren Werk, wobei er sich durch die reale und kulturelle Landschaft, die ihn in Trinidad umgibt, inspirieren lässt.

Doigs 2017 geschaffene Hommage an den US-amerikanischen Maler der klassischen Moderne Marsden Hartley – eine Darstellung des muskulösen Robert Mitchum am Strand in Trinidad – ist eines der Motive, zu denen er zurückkehrt. Allerdings ist Mitchum hier fast nicht wiederzuerkennen – eine Abstraktion, die es Doig ermöglicht, mit der Farbgebung und Bildfindung zu experimentieren. Durch die Vielfalt der horizontal organisierten Farbfelder evoziert der Künstler nicht nur unterschiedliche Stimmungen zwischen Tag und Nacht, sondern rückt auch die Mittel der Malerei in den Vordergrund. Doigs Thema ist nicht das Wiedererkennen realer Szenen, sondern das Zusammenspiel der dargestellten und kompositorischen Elemente, die zwischen Realität und Imagination verschiedene Ebenen der Wahrnehmung und Erinnerung vereinen.

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Doig wurde 1959 in Edinburgh geboren und wuchs in Trinidad und Kanada auf, bevor er 1979 nach London zog, um Malerei zu studieren. Er lebt und arbeitet in New York und Trinidad.