Manon de Boer, Filmstill aus An Experiment in Leisure, 2016 © Manon de Boer, Courtesy Jan Mot, Brüssel
Manon de Boer, Filmstill aus An Experiment in Leisure, 2016 © Manon de Boer, Courtesy Jan Mot, Brüssel

Manon de Boer

Giving Time to Time

1. Juli – 28. August 2016

Manon de Boer arbeitet vorwiegend mit Film. Sie setzt sich mit dem Medium kritisch auseinander, etwa wenn sie das Verhältnis von Bild und Ton auslotet und dabei die Macht der Bilder und ihren Wahrheitsanspruch hinterfragt. Die persönliche Erzählung dient de Boer ebenso wie die musikalische Interpretation als Gegenstand und Methode ihrer als langsam fließende Bilderfolgen komponierten filmischen Porträts. Die Protagonisten ihrer Filme sind oft SchauspielerInnen, MusikerInnen, TänzerInnen und Intellektuelle. Die Figuren selbst nehmen erst im Lauf ihrer Erinnerungen Form an, kommen wie Fotoabzüge in der Dunkelkammer nur allmählich zum Vorschein, und auch dann bleibt mindestens so viel verborgen, wie preisgegeben wird.

Das Fragmentarische bzw. die Inkonsistenz der Narration in de Boers Arbeiten verdeutlicht nicht nur die wandelbare Beziehung von Zeit und Sprache. Sie rückt auch die jeweils situationsbedingte Wahrnehmung und deren Veränderlichkeit in den Mittelpunkt. Der Einsatz von ErzählerInnen-Stimmen aus dem Off erzeugt zugleich eine eigene Ebene, die sich von der körperlichen Präsenz des/der Dargestellten emanzipiert hat.

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Manon de Boer, geboren 1966 in Kodaikanal (Indien), lebt und arbeitet in Brüssel.