Klara Lidén, 2018

Klara Lidén

Auf jeden Fall

1. Februar – 31. März 2019

Die schwedische Künstlerin Klara Lidén hat seit Beginn der 2000er-Jahre ein umfangreiches Werk an Installationen, Skulpturen, Performances und Videos geschaffen. Sie reagiert damit auf die jeweilige gebaute Umgebung und reflektiert den urbanen Kontext und das dortige gesellschaftliche Miteinander. Die Abweichung von der Norm, sei dies in Bezug auf die Verwendung von Materialien, die Nutzung von (Gemeinschafts-)Raum oder Verhaltenskonventionen, und die sich dadurch eröffnenden Möglichkeiten sind der Antrieb für Lidéns künstlerisches Schaffen. Ihre Kurzfilme – Lo-fi-Videoaufnahmen in YouTube-Länge – dokumentieren die spontanen performativen Handlungen der Künstlerin an urbanen Orten. Diese stellen den (anarchischen) Versuch einer Wiederaneignung des heute zunehmend privatisierten Raums in städtischen Ballungsgebieten dar, den sie mittels ihres eigenen Körpers anstellt. Beispielsweise durch eine unangepasste Art, sich in anonymen Menschenmengen zu bewegen, andere Geschwindigkeiten anzunehmen oder durch eine überraschende Verhaltensweise. Lidén (ver)stört mit diesen Interventionen und ihrer radikalen Energie bewusst soziale Konventionen, um Alltagshandlungen zu hinterfragen und das üblich gewordene Nebeneinander zu unterwandern. In ihrem Vorhaben, unterdrückte Aggression und potentiellen Widerstand zum Vorschein zu bringen, greift sie auf eine lange Geschichte von performativer und konzeptueller künstlerischer Praxis zurück.

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Klara Lidén, geboren 1979 in Stockholm, lebt in Berlin.