John Akomfrah, Vertigo Sea, 2015, Three channel HD colour video installation, 7.1 sound, 48 minutes 30 seconds © Smoking Dogs Films; Courtesy Smoking Dogs Films and Lisson Gallery

John Akomfrah

Wiedereröffnung am 16. Juni

21. Februar – 21. Juni 2020

Der Filmemacher und Drehbuchautor John Akomfrah untersucht in seinen atmosphärischen Filmen die Struktur von Erinnerung, die Erfahrungen von MigrantInnen in ihren Diasporen und die historischen, gesellschaftlichen und politischen Hintergründe des Postkolonialismus. Als Gründungsmitglied des einflussreichen Black Audio Film Collective (1982–1998) arbeitet er bis heute mit seinen Künstler­gefährten David Lawson und Lina Gopaul zusammen. Schon früh etablierte er den vielschichtigen visuellen Stil seiner filmischen Essays, für die er Archivmaterial aus verschiedenen historischen Epochen, Texte aus literarischen und klassischen Quellen und neu gefilmte Sequenzen kombiniert und auf poetische Weise ineinander schneidet. Seine filmischen Montagen widersetzen sich dabei stets einer einzelnen Erzählung oder historischen Chronologie. Vielfach bestehen die immersiven Videoinstallationen des Künstlers auch aus mehrkanaligen Bildkompositionen, in denen er mittels Gegenüberstellungen und Dialogen zwischen den Bildern und Sounds die unterschiedlichen Momente und Erzählungen auslotet.

In der Secession zeigt John Akomfrah drei Filminstallationen, die sich thematisch ergänzen: Die Dreikanal-Projektion Vertigo Sea (2015) sowie die zwei einfachen Projektionen Peripeteia (2012) und Mnemosyne (2010). Ein wiederkehrendes und alle drei Filmarbeiten verbindendendes Motiv ist dabei das Wasser. Es fungiert als Gedächtnisspeicher und bezeichnet in seiner unermesslichen Form des Ozeans jenen Ort, an dem die kolonialen Eroberungen und der transatlantische Sklavenhandel ebenso Form annahmen wie heutige Migrationsbewegungen.

In Vertigo Sea fokussiert der Künstler zudem den Klimawandel und verhandelt die komplexen Verflechtungen zwischen der Zerstörung der natürlichen Welt durch die Menschheit und deren Selbstzerstörung. Überwältigende Naturaufnahmen bilden den Hintergrund für eine vielschichtige Verschränkung von Geschichte, Fiktion und Philosophie.

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John Akomfrah, geboren 1957 in Accra, Ghana, lebt in London.