James Richards und Leslie Thornton, Crossing, Videostill, Digitalvideo, 19 min. 12 sec., 2016. Courtesy die Künstlerin und Rodeo, London

James Richards & Leslie Thornton

Anfang September – Mitte November 2018

James Richards und Leslie Thornton, die zwei unterschiedlichen Künstlergenerationen und Kontexten angehören, entwickelten 2016 ihr erstes gemeinsames Projekt, Crossings. Die Videoinstallation materialisiert eine intensive Phase künstlerischer Kollaboration, welche durch den Austausch von Bild- und Tonmaterial über Online-Sharing Plattformen ermöglicht und zugleich begrenzt wurde. In Ihren Arbeiten schafft die Medienkünstlerin Thornton, welche selbst von Paul Sharits, Yvonne Rainer und Joan Jonas beeinflusst wurde, oft Projektionen mit komplexen Bild-Ton-Interaktionen. Ebenso sind musikalische Kompositionen zentral in Richards’ Werk. Beide verstehen Kino und Video als eigenständige Ausdrucks– und Denkformen. Der Titel der Arbeit erinnert an die Art und Weise, wie die beiden zusammenarbeiten, ihre eigenständigen Praktiken kreuzen und ihre Ansichten teilen. Ebenso spielt er auf CROSSROADS (1976) an, einen Kurzfilm von Bruce Conner, der Filmmaterial der US-amerikanischen Atomtests im Bikini-Atoll im Jahr 1946 wiederverwertet. Conner konfrontiert die BetrachterInnen mit Zeitlupenbildern, die gelegentlich nicht mit einem Soundtrack, der eigens von Pionieren experimenteller Musik komponiert wurde, übereinstimmen. In ähnlicher Weise stellt der streng organisierte Rahmen von Richards’ und Thorntons Video sich wiederholende Bildfragmente und Schallimpulse gegenüber, moduliert und iteriert diese. Als Assemblage von found footage und Originalmaterial aus den umfangreichen Archiven der Künstler, bewegt sich Crossings durch mehrere Phasen und wird schließlich zu einer audiovisuellen Notiz über künstlerische Produktion und Zusammenarbeit. (Text: Christoph Chwatal)

Leslie Thornton, geboren 1951 in Knoxville (Tennessee), lebt und arbeitet in New York.
James Richards, geboren 1983, lebt und arbeitet in Berlin und London.