Miklós Erhardt, Fußnote zum nackten Leben, Installationsansicht, Vitrine Secession 2008, Foto: Pez Hejduk

Footnotes

Zbynek Baladrán, Miklós Erhardt, Sašo Sedlaček

Kuratiert von Hajnalka Somogyi

29. November 2007 – 9. November 2008

Die neue Vitrine der Secession in der Westpassage der U-Bahnstation Karlsplatz wird eröffnet durch die Reihe Footnotes der Budapester Kuratorin Hajnalka Somogyi, in welcher sie sich programmatisch auf das räumliche Verhältnis vom Gebäude der Secession zum „Nebenraum“ der Vitrine bezieht, und somit räumliche Machtverhältnisse – auch in Bezug auf ihre verschiedenen Zugänglichkeiten und Öffentlichkeiten – thematisiert.

„Der Begriff ‚Fußnote’ kann verschiedene Bedeutungen haben. Zuerst einmal bezieht er sich auf spezifische Informationen, die nur diejenigen beachten, die sich besonders tiefgehend für die im Haupttext erörterten Themen interessieren. Allerdings kann die Fußnote eine spannendere Bedeutung bekommen, wenn der Text, der mit Fußnoten versehen werden soll, nicht unser eigener ist. In diesem Fall ähnelt das Schreiben von Fußnoten dem Schreiben von Anmerkungen mit Bleistift an den Rändern von Buchseiten – eine Geste, um (Gegen-)Meinungen zu notieren, Fragen zu formulieren; ein Keim(ling) für neue Ideen; die Anregungen dafür werden zufällig im Text gefunden, je nach den eigenen persönlichen Interessen. Nicht mehr nur Hintergrundinformation für Eingeweihte, eröffnet die Fußnote dann die Möglichkeit, Kommentare oder Fragen auszudrücken oder den Haupttext zu überschreiben. Dieser Prozess sagt ebensoviel über seine/n AutorIn wie über den Inhalt des mit Fußnoten versehenen Texts aus, der, sobald er in andere Hände gerät, seine/n LeserIn inspiriert, ärgert, unterstützt oder verwirrt.“ (Hajnalka Somogyi)

mehr

Zbynek Baladrán, geboren 1973 in Prag, lebt und arbeitet in Prag.
Miklós Erhardt, geboren 1966 in Budapest, lebt und arbeitet in Budapest.
Sašo Sedlaček, geboren 1974 in Ljubljana, lebt und arbeitet in Ljubljana.