Dineo Seshee Bopape, untitled [ofoccultinstablity] (feelings), 2018, Berlin Biennale, Foto: Timo Ohler

Dineo Seshee Bopape

18. September – 8. November 2020

In ihren eindrücklichen Installationen und Videoarbeiten beschäftigt sich Dineo Seshee Bopape ausgehend von der Geschichte ihres Heimatlands Südafrika mit Erinnerung und Herrschaftsmacht über Land und Körper in Bezug auf die Lebenserfahrungen afrikanischer Völker. Ihre Arbeit ist geprägt von der Suche nach einer visuellen, klanglichen und materiellen Sprache, die eine eigenständige Ästhetik beschwört. Sie bringt die Wiederstandfähigkeit und Heilung der afro-diasporischen Völker ebenso zum Ausdruck wie die anhaltenden Energien des Widerstands und der Emanzipation von der Gewalt des übermächtigen kapitalistischen Patriachats.

Bopape verwendet in ihren Arbeiten sorgfältig ausgewählte alltägliche Materialien wie Erde, Ton, Stoff, Kunststoffbehälter, Farbe und digitale Medien. Ausschlaggebend für die Wahl der Materialien sind die daran geknüpften Ideen von Politik, Ästhetik, Metaphysik des Selbst/Geistes, Souveränität, Gegenwart, Heimat, Land und Wasser, Sprache, Gesang und Erinnerung.

Ihre Installationen sind dichte Konstellationen politisch und symbolisch aufgeladener Elemente, die durch eine intensive Körperlichkeit überzeugen. Für ihre Arbeit sa__ke lerole (sa lerole ke__) (2016) beispielsweise ließ die Künstlerin große Mengen komprimierter Erde zu riesigen geometrischen Formen pressen, in die sie Kräuter, Asche, Holzkohle und Blattgold pflanzte. Sie fungieren als Schreine, Denkmäler oder Sockel, um „Erinnerungen“ an persönliche und kollektive Ereignisse in verschiedene Epochen der Geschichte der afrikanischen Diaspora (und der einheimischen Völker) hervor und wach zurufen.

Dineo Seshee Bopape, geboren 1981 in Polokwane, lebt und arbeitet in Johannesburg.