David Claerbout, Diese Sonne strahlt immer, Ausstellungsansicht, Secession 2012, Foto: Wolfgang Thaler

David Claerbout

Diese Sonne strahlt immer

3. Mai – 17. Juni 2012

„Traditionell kommt das museale Licht von außerhalb der Kunstwerke – und macht dadurch die Kontemplation dieser Kunstwerke erst möglich. Im Museum herrscht in der Regel ein perfekter Tag, auch wenn es sich um einen künstlichen Tag handelt. Die Medienkunst – in Form von Video- oder Kinoinstallationen – hat dagegen die große Nacht und die Dämmerung ins Museum gebracht.“
(Boris Groys, Katalogessay „Film im Kunstraum“)

Als Sujet für die Einladungskarte zu Diese Sonne strahlt immer in der Secession wählt der belgische Künstler David Claerbout einen relativ unspektakulär scheinenden Schnappschuss: Rodins Eva in der Eingangshalle der Bauhaus-Universität Weimar, aufgenommen im blendenden Gegenlicht. Diese Fotografie, die neben sieben filmischen Arbeiten im Hauptraum zu sehen ist, steht emblematisch für die erste Einzelausstellung von David Claerbout in Österreich: Mittels des Kunstlichts lässt er das in seinen Arbeiten thematisch tragende Sonnenlicht strahlen. Der völlig abgedunkelte Hauptraum ist lediglich durch das Licht der Videoprojektionen beleuchtet, das im silbernen Boden reflektiert und so nochmals zurückstrahlt. „Meine Faszination galt nicht so sehr der Intensität des Sonnenlichts, sondern der Tatsache, dass ein relativ schwaches Projektorlicht die Erinnerung an eine Lichtintensität vermitteln kann, die das Auge schmerzt. Dieses einfache Phänomen beweist, dass wir teilweise über unsere Erinnerung wahrnehmen.“ (David Claerbout)

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David Claerbout, geboren 1969 in Kortrijk (Belgien), lebt und arbeitet in Antwerpen und Berlin.