Charline von Heyl, Ausstellungsansicht, Secession 2004, Foto: Matthias Herrmann

Charline von Heyl

2. Juli – 5. September 2004

„Gäbe es eine allgemeine Theorie der Gesten, eine semiologische Disziplin, welche gestatten würde, Gesten zu entziffern, dann wäre Kunstkritik nicht, wie heute, eine Sache der Empirie oder der „Intuition“ oder ein kausales Wegerklären der ästhetischen Phänomene, sondern eine exakte Analyse der zu Gemälden erstarrten Gesten. In Ermangelung einer solchen „Choreographologie“ ist es vielleicht die bessere Strategie, die Geste selbst zu beobachten, so wie sie sich konkret vor uns und daher in uns ereignet: als ein Exempel der Freiheit.“ (Vilem Flusser)

Ausgangspunkt der Bildproduktion Charline von Heyls ist der malerische Schaffensprozess und die Frage nach den Mitteln der Malerei. Charakteristisch für ihre aus Gesten und Bewegungen entwickelte Bildsprache ist dabei, dass sich ihre Aktionen – im Gegensatz zum europäischen und amerikanischen abstrakten Expressionismus – weder als Zeichen oder Schrift formulieren, noch der Pinselstrich selbst zum Motiv erhoben wird. Nicht die Materialität des Werkzeugs oder sein Einsatz als Verlängerung des Körpers, sondern die dahinterstehende Bewegung, die Bewegung der Entscheidungen, ist das eigentliche Thema ihrer Bilder. Die vielfältigen, oftmals widersprüchlichen Schritte zur Bildfindung und Bildwerdung sind in jedem Werk präsent.

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Charline von Heyl, geboren 1960, lebt und arbeitet in New York.