Bouchra Khalili 13. April – 17. Juni 2018

Bouchra Khalili

13. April – 17. Juni 2018

Europa ist unfähig, die beiden Hauptprobleme zu lösen, die durch seine Existenz entstanden sind: das Problem des Proletariats und das koloniale Problem. Wenn Europa also nicht aus eigener Initiative eine neue Politik entwickelt, die auf Respekt für andere Menschen und Kulturen gründet, wird sich Europa, seine Hände über sich gebreitet, selbst seiner letzten Möglichkeit beraubt haben, den Mantel der tödlichen Finsternis zu heben.
Aimé Césaire, „Über den Kolonialismus” (1950), aus dem Gedächtnis zitiert in Bouchra Khalilis The Speeches Series, Chapter 1: Mother Tongue

In ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich zeigt die marokkanisch-französische Künstlerin Bouchra Khalili ihre Videotrilogie The Speeches Series (2012–13), einen Teil der Mixed-Media-Installation Foreign Office (2015) und The Tempest Society (2017), einen 60-minütigen Film, der auf der documenta 14 in Athen und Kassel seine Premiere hatte. Die Geschichte der internationalen Solidarität zieht sich als narrativer roter Faden durch die Ausstellung, insbesondere der Antikolonialismus und internationale revolutionäre Befreiungsbewegungen, die gesellschaftlich marginalisierte Gruppen stärken und ihre Emanzipation herbeiführen wollten.

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Bouchra Khalili, geboren 1975 in Casablanca, Marokko, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Professorin für zeitgenössische Kunst an der Nationalen Akademie der Künste in Oslo.