Anthea Hamilton, reimagines Kettle’s Yard, 2016, Installationsansicht The Hepworth Wakefield. Courtesy die Künstlerin, Kettle’s Yard und The Hepworth Wakefield, Foto: Stuart Whipps

Anthea Hamilton

Anfang September – Mitte November 2018

Vor dem Hintergrund ihres interdisziplinären Interesses an Performance entwickelt die britische Künstlerin Anthea Hamilton räumliche Inszenierungen, die durch ihre Ausrichtung auf eine Schauseite an Bühnenbilder oder Filmsets erinnern. Ihre Skulpturen, eigenwillige Gebilde an der Kippe von Entstehung und Zusammenbruch, fungieren darin wie Requisiten für Geschichten, die erst erzählt werden müssen.

Den Arbeiten der 2016 für den Turner Prize nominierten Künstlerin geht stets eine tiefgehende Recherche voraus, unabhängig davon ob es sich um die Auseinandersetzung mit kulturellen Strömungen wie dem Phänomen Disco der 1970er-Jahre, um kunsthistorische Bezugspunkte wie den Jugendstil, italienisches Möbeldesign oder das traditionelle japanische Theater, Dokumentarfotografie oder um Flechten handelt, welche sie als eine Art Linse für das Verständnis der Welt begreift.

Als wichtige Inspirationsquelle zitiert Hamilton wiederholt den französischen Autor Antonin Artaud und seine Idee des „physischen Verständnisses von Bildern“. Es ist genau diese körperliche Erfahrung, die sie hervorrufen möchte, wenn man ihren Kunstwerken begegnet, die aus unerwarteten, unorthodox verwendeten Materialien bestehen, deren Größenverhältnisse überraschen und die letztlich von einem subtilen Humor getragen sind. Vielfach findet die Künstlerin Gegenstände, die dank ihrer haptischen Qualitäten oder ihres bestechenden Aussehens Eingang in ihre Installationen finden. Auch Autobiografisches und Verweise auf Hamiltons eigenen Körper sind wiederholt Gegenstand der Arbeiten, wobei Cut-Outs von ihren Beinen bereits als eines ihrer Leitmotive gelten.

Anthea Hamilton, geboren 1978 in London, lebt und arbeitet in London.