Anoka Faruqee, The Visible Spectrum, Ausstellungsansicht, Secession 2017, Foto: Iris Ranzinger

Anoka Faruqee

The Visible Spectrum

6. April – 25. Juni 2017

Die abstrakte Malerei der amerikanischen Künstlerin Anoka Faruqee ist gekennzeichnet durch pulsierende, optische und chromatische Effekte. Wiederkehrendes Motiv ihrer Bilder sind Muster und Texturen, die sie scheinbar unendlich justiert und durch kleine Permutationen variiert, um die Gesetzmäßigkeiten der Malerei auszuloten. Eines ihrer zentralen Anliegen ist dabei, eine Spannung zwischen atmosphärischen Lichteindrücken und Illusionen sowie der Materialität von Farbe zu erzeugen.

In der Secession, wo ihre erste institutionelle Ausstellung in Europa stattfindet, zeigt Faruqee eine Auswahl ihrer seit 2012 entstandenen Werkgruppen Moiré Paintings, Circle Paintings und Wave Paintings. Mit dem Moiré-Muster widmet sich die Künstlerin jenem optischen Phänomen, das durch Interferenzen in Wellenformationen und magnetischen Feldern und auf Computerbildschirmen entsteht. Wesentlich für ihre systematische Auseinandersetzung ist, dass sie das Muster nicht als an der Oberfläche haftendes Dekor, sondern als eine körperliche, aus modularen Formen und Farben aufgebaute Struktur versteht. Ihre Bilder zeichnen sich durch ein modelliertes Schimmern und eine große Dynamik der Tiefe aus. Die visuell miteinander verbundenen Schichten des Musters changieren durch die schwer zu erfassenden Überlagerungen von Blickpunkten zwischen Bewegung und Stillstand.

„Ich interessiere mich“, so die Künstlerin, „dafür, wie die Wiederholung modularer Informationseinheiten, die Auflösung von Figur und Grund, die Integration von Farbe und Form und die Verwendung mehrerer Blickpunkte und Symmetrieachsen eine alternative Geschichte zur Starrheit des Blicks in perspektivischer Zeichnung und analoger Fotografie erkennen lassen.“

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Anoka Faruqee, geboren 1972 in Ann Arbor (Michigan, USA), lebt und arbeitet in New Haven (Connecticut, USA).