Anna Daučíková
Anna Daučíková, Ausstellungsansicht Expedition for Four Hands and Accompaniment, 2019, in Auftrag gegeben von KW-Institute for Contemporary Art

Anna Daučíková

16. September – 6. November 2022

Anna Daučíková ist eine Pionierin feministisch-queerer Kunst in der Slowakei und in Tschechien und als Professorin zunächst in Bratislava und seit 2011 in Prag eine bis heute einflussreiche Persönlichkeit und Vordenkerin im Bereich queerer Theorie und Praxis.

Nach Abschluss ihres Studiums an der Kunstakademie Bratislava (1972–1978) zog Anna Daučíková nach Moskau, wo sie sich zunächst mit abstrakter und numerischer Malerei und zuletzt mit der fotografischen Dokumentation des Alltagslebens in der Spätphase der Sowjetunion auseinandersetzte. 1991 kehrte sie nach Bratislava zurück und war als Mitbegründerin der feministischen Zeitschrift Aspekt maßgeblich an der Sichtbarmachung feministischer und queerer Diskurse in der slowakischen Kunstszene beteiligt. Während dieser Zeit erkundete sie in Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen auf einer Reihe von Festivals feministische Ansätze im Medium der Performance.

Ihre künstlerische Praxis umfasst verschiedene Medien, von Malerei und Zeichnung bis hin zu Fotografie, Performance, Installation und Bewegtbild. In den letzten Jahrzehnten stand neben ihrer langjährigen Lehrtätigkeit an verschiedenen Kunstakademien die Videoarbeit im Mittelpunkt. Nach einer Phase des Erkundens der Potenziale des Queerings, des Begehrens und der nicht-normativen Sexualität wandte sie sich dem Videoessay zu und brachte gesellschaftliche Themen wie Armut, post-sowjetisches Trauma und Erinnerung ein. Die Videoarbeiten der letzten Jahre transportieren queere Statements, wobei der eigene Körper und die Körperbewegungen der Künstlerin von einer Voiceover-Erzählung begleitet werden.

Programmiert vom Vorstand der Secession
Kuratiert von Jeanette Pacher

Anna Daučíková, geboren 1950 in Bratislava, lebt und arbeitet in Prag und Bratislava.