Anna Artaker, Ausstellungsansicht, Secession 2010, Foto: Wolfgang Thaler

Anna Artaker

30. April – 20. Juni 2010

In ihrem Werk befasst sich Anna Artaker mit Bildproduktion im Kontext von Geschichtsschreibung, also mit Bildern, die zur Konstruktion und Vermittlung von Geschichte herangezogen wurden und so Teil einer bestimmten Historiografie geworden sind.

In den letzten Jahren hat sich Artaker intensiv mit den Totenmasken des armenisch-sowjetischen Bildhauers Sergei Merkurov (1881–1952) auseinandergesetzt. Merkurov war „Staatskünstler“ der jungen Sowjetunion und hat zahlreiche monumentale Heldenbildnisse geschaffen. Zudem hat er prominenten Persönlichkeiten der Sowjetunion Totenmasken abgenommen. Diese Gesichtsabdrücke von u.a. Lenin und seiner Frau Nadeschda Krupskaja, Sergei Eisenstein und Maxim Gorki, aber auch Parteifunktionären wie Felix Dserschinski, Leiter der gefürchteten Geheimpolizei, oder Andrei Schdanow, verantwortlich für die repressive Kulturpolitik und Zensur unter Stalin, wurden zu einem Teil der offiziellen Geschichtsschreibung der Sowjetunion. Dass solche Totenmasken, deren Ursprung eigentlich im Religiösen und Kultischen liegt, im Rahmen eines historiografischen Projekts der Moderne entstanden sind, macht sie einzigartig.

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Anna Artaker, geboren 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Wien.