19. Juli 2022

Tuesday@Secession:
Office Ukraine
Olia Fedorova
Svitlana Zhytnia

Veranstaltungsreihe

Zur dritten Veranstaltung der Reihe Tuesday@Secession laden wir herzlich zu einem gemeinsamen Abend in den Garten der Secession ein. Statt Beiträgen von neuen Mitgliedern der Secession sind diesen Dienstag das Office Ukraine mit den Künstlerinnen Olia Fedorova und Svitlana Zhytnia eingeladen zur Veranstaltungsreihe beizutragen.

20 Uhr – Office Ukraine. Shelter for Ukrainian Artists

Office Ukraine. Shelter for Ukrainian Artists wurde kurz nach Kriegsausbruch gegründet und steht hilfesuchenden Personen aus dem kulturellen Umfeld der Ukraine sowohl online als auch vor Ort als Vermittlungs- und Koordinationsstelle zur Verfügung. Im Rahmen von Tuesday@Secession wird das Office Ukraine sich und seine Arbeit kurz vorstellen.

Alle Personen, Initiativen und Institutionen, die in dieser Kriegssituation ihre Solidität mit ukrainischen Künstler*innen und dem künstlerischen Feld zum Ausdruck bringen und diese unterstützen wollen, sind eingeladen, sich bei Office Ukraine zu engagieren und werden hier miteinander vernetzt.

 Office Ukraine ist in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, dem BMKÖS, tranzit.at, dem BMEIA, < rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst, springerin, dem Künstlerhaus Büchsenhausen und anderen Initiativen entstanden.

21 Uhr – Olia Fedorova

 Am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine, wandten sich viele mit ihren Gebeten an Gott – die meisten mit einer sehr spezifischen Bitte. Für das performative Poetry-Reading Ukrainian Prayer verfasste Olia Fedorova ihre eigenen Gebete sowohl aus Worten, die sie selbst an Gott richtete, aber auch solchen, die sie von anderen Ukrainer*innen hörte. An diesem Abend wird sie diese zum ersten Mal öffentlich vortragen, mit der Absicht, dass die Menschen „es auch hören, auch fühlen, was wir fühlen, verstehen, was wir verstehen – verstehen, was der Krieg wirklich ist“.

Olia Fedorova (geboren 1994 in Charkiw, Ukraine) ist eine multidisziplinäre Konzeptkünstlerin, die mit Performance, Fotografie, Video und Text arbeitet. 2016 machte sie ihren Abschluss an der Staatlichen Akademie für Design und Bildende Kunst in Charkiw.

Sie ist Finalistin des Festivals für zeitgenössische Kunst Non Stop Media VIII (Charkiw, 2016); Finalistin und Gewinnerin des Nathan Altman Contemporary Visual Art Contests (Winnyzja, 2016 und 2017); Finalistin des MUHi – Young Ukrainian Artists Wettbewerbs (Kiew, 2017) und Finalistin der Zweiten Biennale für junge Kunst der Ukraine (Charkiw, 2019). Fedorova hatte Einzelausstellungen in Charkiw, Kiew, Dnipro, Odessa, Iwano-Frankiwsk (Ukraine) und Turin (Italien) und nahm an Künstler*innenresidenzen, Gruppenausstellungen und Projekten in der Ukraine, Polen, Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien, Argentinien, Japan und den USA teil. Derzeit lebt sie in Graz, Österreich.

Olia Fedorova

Olia Fedorova, Tablets of Rage, 2022, Handschrift auf Textil

 

21 Uhr – Svitlana Zhytnia

Infolge des großräumigen russischen Angriffs auf die Ukraine wurde der Tod für viele deutlich spürbarer, existentieller und offensichtlicher. In ihrer Arbeit To the Living betrachtet Svitlana Zhytnia den Kreislauf von Leben und Tod, und wie dieser alle Lebewesen beeinflusst. Abstrakte Formen und Figuren zeigen den Beginn des Lebens. Man wird durch urbane Landschaften und ihre ständige Verwandlung geführt und schließlich Zeuge des endgültigen Zusammenbruchs aller Dinge. Der Klang der Arbeit spiegelt die visuelle Komposition wider und hebt dabei die emotionalen Dimensionen des voranschreitenden Wandels hervor. Die Künstlerin lädt das Publikum ein, in sich zu gehen und jener Menschen zu gedenken, deren Leben von der zerstörerischen Macht genommen wurde.

Svitlana Zhytnia ist eine digitale Medienkünstlerin aus Charkiw. Sie arbeitet im Bereich der Generativen Kunst, entwickelt Videoanimationen mittels Visual Coding und experimentiert mit Filmmaterial in Echtzeit. Oft arbeitet sie dabei mit Klangkünstler*innen, Musiker*innen, Theaterregisseur*innen und Performer*innen und schafft so transdisziplinäre, immersive und visuelle Erfahrungen.

Sie trat beim Mapping Festival 2022 in Genf live auf, entwickelte Visuals für eine Multimedia-Tanzperformance in Zusammenarbeit mit Max Schumacher für das Post Theater in Berlin und schuf eine audiovisuelle Erfahrung in Echtzeit für das Frontier-VR Art Festival in Kiew. Außerdem nahm sie als VJ an Musikfestivals in der Ukraine teil und entwickelte Videokunst für elektronische Musikproduzenten aus den USA.

Die Arbeiten der beiden Künstlerinnen sind Einzelwerke, werden aber gleichzeitig und miteinander verflochten präsentiert.

Svitlana Zhytnia

Svitlana Zhytnia, To the Living, 2022