25. Juli

Secessionsgarten

DJ-Lectures

25.7. ab 19 Uhr
Beyond the Blue Mosque: a Tribute to Muslimgauze
Heinrich Deisl, skug – Journal für Musik

Wie wenige andere polarisierte der aus Manchester stammende Musiker Bryn Jones aka Muslimgauze: Das Werk Muslimgauze umfasst an die 200 Veröffentlichungen, von denen sich jede einzelne mit einem anderen Aspekt des Nahen Ostens auseinandersetzt. Muslimgauze wurde 1982 gegründet, um gegen die Besetzung des Libanon durch Israel Stellung zu beziehen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus ein extrem dichtes Sound- und Theoriekonvolut, das unterschiedlichste religiöse, spirituelle, soziale und politische Implikationen des Nahen Ostens zwischen Ägypten und Irak umfasst. Dabei vertrat Muslimgauze meist einen politisch „inkorrekten“ Kurs, da er u.a. mit der PLO sympathisierte, eine CD Abu Nidal nannte; eine andere hieß dafür wieder United States of Arabia. Seine Musik reicht von ambienthaften Soundscapes bis zu heftigem Drum’n’Bass, seine Quellen speisen sich aus Nachrichtensendungen, arabischen Rhythmen und found sounds. Jones war nie im Nahen Osten; vielmehr ging es um eine in Musik gefasste, dezidiert europäische Sichtweise auf die dortigen Ereignisse. Viele Muslimgauze-Covers stammen von der iranischen Künstlerin Shirin Neshat. Muslimgauze wurde für bestimmte Szenen elektronischer Musik stilbildend, viele Gruppen berufen sich auf den 1999 38jährig verstorbenen Bryn Jones. Weshalb es an diesem Abend neben Muslimgauze-Tracks Coverversionen und eine Art „inspired by“ geben wird. Der DJ-Lecture-Titel ist einer Veröffentlichung von 2003 entliehen.

8.8. ab 19 Uhr
Rhythmen aus Nahost
Heinrich Deisl; skug – Journal für Musik

Dieser Abend steht im Zeichen spiritueller Trance- und Tanzmusik zwischen Maghreb und Maschrek. Ein Aufeinanderprallen der Kulturen mittels der universellen Sprache der Musik. Keine „Weltmusik“ wird hier abgefeiert, sondern Positionen, die sich dezidiert mit der außereuropäischen Kultur- und Musiktradition und deren Transfer beschäftigen. Mit dabei: The Master Musicians of Joujouka, die legendäre marokkanische Trance-Formation, die mit ihrem rituellen Trommel- und Flötenspiel nicht nur Brian Jones (Rolling Stones) sondern W.S. Burroughs und Talvin Singh beeinflusste. Fatima Miranda, stimmgewaltige Sängerin sephardisch-arabischer Tradition. Mirandas unglaubliche Stimmmodulationen sind dem traditionellen Gesang Südspaniens geschuldet, einer Gegend, die jahrhundertelang Schmelztiegel islamischer, jüdischer und christlicher Kultur war. Rez Mesinai aka Badawi, einem der z.Zt. interessantesten Grenzgänger zwischen arabischer, indischer und globaler Elektronikmusik mit Veröffentlichungen u.a. auf dem Jazzlabel Tzadik. Und die Wiener Elektronik-Formation thilges, die unlängst eine CD mit der persischen Vokalistin Zohreh Jooya und dem irakischen Oud-Meister Asim Al-Chalabi aufgenommen haben.
Davor: Projektion der DVD-Compilation Bizz Circuits: Intifada Offspring (Mille Plateaux) mit Musikvideos diesseits, jenseits und entlang der israelischen Sperranlagen.

28.7., 3.8., 18.8., 25.8., 31.8. jeweils ab 19 Uhr
Music from the East. Western Reflections of Eastern Sounds
DJ da FIZZ nach einer Zusammenstellung von Fritz Novotny (reformARTunit)
Music from the East ist ein 5-teiliges historisches Special, das sich mit Musik aus dem arabischen Raum zwischen Folklore & Jazz beschäftigt. Einfache Liedformen, Gebete, Solo-, Duo Musik und Ensemble Musik von totaler Archaik bis zur Moderne. Jeden Abend wird ein anderes Land bzw. ein anderer Themenkomplex vorgeführt – eine musikalische Reise von Marokko über den Balkan bis in den vorderen und hinteren Orient sowie in die zentralasiatischen Staaten.