17. September

Salon E-Girdbad (Salon des Wirbelwindes)

Kuratiert von Mariam Ghani

Veranstaltungsprogramm

20. und 21. September 2014, jeweils 16 Uhr

An beiden Tagen werden bisher unveröffentlichte Aufnahmen von drei unvollendeten Spielfilmen gezeigt, die allesamt aus der Zeit des kommunistischen Regimes in Afghanistan stammen.
Anschließend afghanischer Tee und eine informelle Diskussionsrunde mit Mariam Ghani, dem Politikwissenschaftler Abassin Nessar und Peter Taylor vom Rotterdam Film Festival.
Ca. 30 Minuten jedes Films werden in einer neuen Schnittversion präsentiert, zusammengestellt durch Mariam Ghani auf Grundlage von Gesprächen mit den Regisseuren und DarstellerInnen.

Am Samstag, 20.9. werden Zamiruddin Mihanpoor and Parwin Zaher-Mihanpoor die Diskussionsrunde erweitern und im Anschluss an die Filme über den politischen Kontext und die unvollendeten Projekte des Parcham-Regimes, das die Filme in Auftrag gab, sprechen.

Am Sonntag, 21.9. werden die Musiker des Free-Impro-Projekts 4 States Sessions das Filmscreening mit ihren Spontanimprovisationen begleiten. Anschließend Publikumsgespräch über das radikale Potential unvollendeter künstlerischer Projekte. Mit: Emil Gross (Percussion), Igor Gross (Vibraphone) und Luca Kezdy (Violine & Effekte)

Filme:

Almase Siah (Der Schwarze Diamant)
Regie: Abdul Khalek Halil, 1984
Mit: Nuroshan Abir, Nassima Jalal, Abdullah Samadi, Asadullah Aram, Zarghuna Aram, Esturay Mangal, Qader Faroukh, Mari Omeid und Farida
Die Verstrickungen eines Mannes in den Diamantenschmuggel haben für dessen Familie ernsthafte Konsequenzen, insbesondere für seine rebellische Teenagertocher. Almase Siah beleuchtet nicht nur den Schmuggel, der eine wichtige Einnahmequelle für die Mujahidin war, sondern beleuchtet in einigen Szenen auch spezifische Geschichten, die während dieser Periode kursierten.

Soqoot (Fallen)
Regie: Faqir Nabi, 1986
Mit: Farid Fayz, Adela Adeem, Qader Faroukh, Esturay Mangal, Zarghuna Aram, Juwansher Haidary, Saboor Khinji, Said Mira und Farida
Ein Polizist lässt sich undercover in einer kriminelle Vereinigung einschleusen. Sein neues Leben entpuppt sich als gefährlich und verführerisch zugleich und der Protagonist hat zunehmend Schwierigkeiten, eine Balance zwischen Wahrheit und Lüge zu finden. Soqoot reflektiert die Paranoia Mitte der 1908er-Jahre, als man glaubte, der afghanische Geheimdienst (KhAD, geschult von der Stasi) habe in jeder Nachbarschaft und in jedem Betrieb seine Spione platziert. Und so beruht auch die Bildsprache auf diversen Spionage- und Überwachungstechniken – so wie die Blicke der Menschen, die einander beobachten, ganz offen wie auch im Verborgenen.

Kaj Rah (Der Falsche Weg)
Regie: Juwansher Haidary, 1990
Mit: Farid Fayz, Estoray Mangal, Faqir Nabi, Habib Zorghai, Faif Azouly, Fay Ebadi, Mari Omeid, Asadullah Aram, Saboor Khinji, Faqir Kawider, Sharif Kheir Khwo, Tsang Chikan und Homeira
Der Konflikt um eine Dorfgrenze zeigt en miniature die kriegerischen Konflikte zwischen dem kommunistischen Regime und den Mujahidin, die persönlichen Bindungen zwischen den Kämpfenden auf beiden Seiten und wie sich jeder vom „richtigen Weg“ entfernt hat. Kah Rah (ein Titel, der sich auch mit Krummer Pfad übersetzen lässt) wurde kurz vor der Aussöhnungs-Jirga von 1991 gedreht und zeugt von einer sich wandelnden Stimmung, die auf Versöhnung zielt. Der Regisseur plante ursprünglich, das historische Treffen von Kommunisten und Mujahidin in den Film einzuarbeiten.