21. Oktober 2019

ruangrupa

Intervention

Veranstaltungsreihe Wessen Freiheit?

2018 ko-initiierte ruangrupa in Zusammenarbeit mit Serrum und Grafis Huru Hara, zwei Künstlerkollektiven in Jakarta, GUDSKUL, ein zeitgenössisches Kunstkollektiv und Ökosystem-Studienprogramm. Ausgehend von den Erfahrungen mit der Gründung der kulturellen Plattform Gudang Sarinah Ekosistem (2015–18) ist GUDSKUL ein öffentlicher Lernraum, der ein erweitertes Verständnis kollektiver Werte wie Gleichheit, Teilen, Solidarität, Freundschaft und Zusammengehörigkeit vermittelt. Im Rahmen von Gudang Sarinah Ekosistem wurden durch raumerweiternde Prozesse Transdisziplinärität und der Aufbau von Ökosystemen angeregt – unter Einbeziehung kreativer Talente und verschiedener Gemeinschaften bzw. Institutionen, darunter auch solcher außerhalb des Kunstbetriebs.

Vor dem Hintergrund dieser beiden Projekte fragen ruangrupa – am runden Tisch mit dem Publikum – einmal mehr nach der Relevanz und den konkreten Geschichten von Künstlerkollektiven und -vereinigungen, wie nicht zuletzt auch die Secession eine ist: Wann bedeuten Kollektiv und Zusammenarbeit Freiheit und Stärkung, wann Begrenzung oder gar Einschränkung?

 

ruangrupa ist ein im Jahr 2000 gegründetes Kollektiv mit Sitz in Jakarta und zugleich eine gemeinnützige Organisation, die die Idee von Kunst im städtischen und kulturellen Kontext unterstützen möchte, indem sie KünstlerInnen und andere Fachgebiete wie beispielsweise Sozialwissenschaften, Politik, Technologie, Medien etc. einbezieht, um eine kritische Beobachtung und Einschätzung zu urbanen Themen in Indonesien zu erhalten. ruangrupa produziert gemeinsame Arbeiten in Form von Kunstprojekten wie Ausstellungen, Festivals, Kunstlaboren, Workshops, Forschung und Publikationen. Als Künstlerkollektiv ist ruangrupa an vielen Gemeinschafts- und Austauschprojekten beteiligt wie die Teilnahme an großen Ausstellungen. Im Jahr 2016 kuratierte ruangrupa die TRANSaction: Sonsbeek 2016 in Arnheim, NL. Im Februar 2019 übernahm ruangrupa die künstlerische Leitung der documenta 15.

Ade Darmawan lebt und arbeitet als Künstler, Kurator und Direktor von ruangrupa in Jakarta. Er studierte Grafik am Indonesia Art Institute (ISI). Seine Arbeiten reichen von Installationen und Objekten über Zeichnungen und Digitaldrucke bis hin zu Videos. 2009 wurde er zum Künstlerischen Leiter der Jakarta Biennale berufen, deren Geschäftsführer er 2013, 2015 und 2017 war.

Als ausgebildeter Architekt und Gastdozent im Fachbereich Architektur an der Universitas Indonesia übt farid rakun unterschiedliche Funktionen und Tätigkeiten aus. Er hat in verschiedenen Institutionen weltweit Impulse gegeben, so im Centre Pompidou, bei der Biennale di Venezia, der MMCA Seoul, der Sharjah Biennial, der Bienal de Sao Paulo, dem Harun Farocki Institut oder dem Dutch Art Institute (DAI). Für die Jakarta Biennale ist er seit 2013 in unterschiedlichen Funktionen tätig, aktuell als Interimsdirektor.

 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wessen Freiheit?“
auf Englisch