14. Juli 2013

Robert Irwin im Gespräch mit Jennifer Winkworth

Ausstellungsgespräch

Robert Irwin, der seit den frühen 1970er Jahren Arbeiten konzipiert, die er als „site-conditioned“ bezeichnet, entwickelt für den Hauptraum der Secession eine Installation, die das Volumen des Raumes und die spezielle Lichtsituation aufgreift.

Im Los Angeles der 1950er Jahre begann Irwin seine künstlerische Laufbahn zunächst als Maler. In den 1960er-Jahren war er einer der Pioniere der kalifornischen Light-and-Space-Bewegung. Er gab in der Folge die Idee von Kunst als (ästhetisch gestaltetem) Objekt zugunsten einer künstlerischen Praxis auf, welche die Wahrnehmung als grundlegendes Element ins Zentrum rückt. Die spezifischen Gegebenheiten, unter denen ein künstlerisches Werk präsentiert und rezipiert wird – wie die Lichtsituation oder der räumliche Kontext – sind bei der Konzeption seiner Installationen bestimmend. Irwin hat fast 60 solcher auf die jeweilige Umgebung reagierende Installationen realisiert. Seine Arbeit wurde in zahlreichen Einzelausstellungen international präsentiert, u. a. im Museum of Modern Art, New York; im Museum of Contemporary Art, Chicago; im Whitney Museum of American Art, New York; im Louisiana Museum of Art, Humlebaek; The Museum of Contemporary Art, Los Angeles; im Kölnischen Kunstverein; im Musée d’art moderne de la Ville de Paris; im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid; im Dia Center for the Arts, New York; dem Museum of Contemporary Art, San Diego; White Cube, London und im Walker Art Center, Minneapolis.

Robert Irwin, geboren 1928 in Long Beach, Kalifornien, lebt und arbeitet in San Diego, Kalifornien. Der Künstler wird seit 1966 von Pace, New York vertreten. www.pacegallery.com

Jennifer Winkworth (vormals Jennifer Licht) war von 1964-1977 Kuratorin für Malerei und Skulptur am Museum of Modern Art, New York. Sie entwickelte dort die legendären Ausstellungsreihen Spaces (1969-70) und Projects (1971-73). In diesem Kontext realisierte Robert Irwin 1970 Fractured Light–Partial Scrim–Eye Level Wire, die erste Installation, die er als „site-conditioned“ bezeichnete, ein Wendepunkt in seinem Werk. Für die von Winkworth kuratierten Ausstellungsreihen Spaces und Projects entwickelten Künstler wie Michael Asher, Larry Bell, Dan Flavin, Robert Morris, Franz Erhard Walther, Mel Bochner, Richard Long, David Tremlett, Carl André und Barry Flanagan eigene Installationen.

Sie arbeitete bahnbrechend zu Themen wie Land Art, Konzeptkunst, Futurismus und Konstruktivismus. In den 1980er-Jahren kehrte Winkworth in ihre Heimatstadt London zurück. Bis in die 1990er-Jahre war sie Mitglied des Vorstandes der Contemporary Art Society, die der Tate Gallery angeschlossen war. Seit 2000 ist sie in Frankreich beheimatet, eine langjährige Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain in Nizza, für das sie eine fassadenfüllende Wandzeichnung von Sol LeWitt anregte und realisierte.
 

Eine Veranstaltung der Freunde der Secession