24. Januar 2018

Olga Chernysheva im Gespräch mit Kathrin Rhomberg

Ausstellungsgespräch

In englischer Sprache

Eine Veranstaltung der Freunde der Secession

Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeiten von Olga Chernysheva findet sich der Mensch im Spannungsfeld der politischen und ökonomischen Verwerfungen seiner Zeit. Chernyshevas Zeichnungen, Aquarelle, Videos, Fotografien und Gemälde stehen dabei in der Tradition des kritischen Sozialen Realismus des 19. Jahrhunderts und der russischen Avantgarde. Sie erzählen von Momenten ausgesetzten Lebens in brüchig gewordenen Gesellschaften, die in ihrer Darstellung des Vereinzelten das Allgemeine sichtbar machen. So setzt auch ihre Ausstellung „Chandeliers in the Forest“ in der Secession Kunst und Wirklichkeit als sich gegenseitig bedingende Elemente in Beziehung und richtet die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die kleinen Gesten und transitorischen Momente unseres Lebens. Neben zahlreichen Teilnahmen an Biennalen, wie der 49. und 56. Biennale von Venedig, der Moskau Biennale, der 6. Berlin Biennale und der Biennale von Sydney war sie mit ihren Werken in wichtigen internationalen Ausstellungen, unter anderem im Museum of Modern Art, New York, in der White Space Gallery in London und in den Deichtorhallen in Hamburg vertreten.

Kathrin Rhomberg ist unabhängige Kuratorin. Sie war Leiterin des Ausstellungsbüros der Secession und Direktorin des Kölnischen Kunstvereins. Seit 2014 ist sie Vorstandsvorsitzende und künstlerische Leiterin der Kontakt Kunstsammlung. Sie kuratierte u.a den Tschechischen und Slowakischen Pavillon (Roman Ondák) bei der 53. Biennale in Venedig, 2009, die 6. Berlin Biennale, 2010, und den Pavillon der Republik Kosovo (Petrit Halilaj) bei der 55. Biennale in Venedig, 2013 und ko-kuratierte die Manifesta 3, Ljubljana, 2000, Projekt Migration, Köln, 2002–2006, Former West – Documents, Constellations, Prospects im HKW, Berlin, 2012, Das Bauhaus in Kalkutta im Bauhaus Dessau, 2013, und die Retrospektive von Július Koller, im Muzeum Sztuki Nowoczesnej, Warschau, 2015, und im mumok, Wien, 2016.