11. Mai

Hannah Hurtzig, Akira Takayama, Schorsch Kamerun

Veranstaltungen

Labor der Wissenschaftler
Hannah Hurtzig:
Milieu der Toten
11. Mai & 8. Juni, 10-14 und 15-18 Uhr: Öffentliche Interviews
12. Mai, 12-15 Uhr & 9. Juni, 14-17 Uhr: Öffentliches Gespräch
 
Die Berliner „Schwarzmarkt“-Künstlerin lädt WissenschaftlerInnen und BesucherInnen zu intimen und zugleich öffentlichen Gesprächen ein. Ihre Installationen sind Versuchsanordnung: Karin Harrasser, Philipp Ekardt und Petra Gehring erforschen die Solidarität von Lebenden und Toten.

Hannah Hurtzig (Mobile Academy / Berlin) setzt sich mit Definitionen und Praxen von Wissen und Nicht-Wissen sowie mit deren Vermittlung auseinander. Die ProtagonistInnen ihrer Installationen, inszenierten Kongresse, performativen Schau- und Produktionsräume sind sowohl die ExpertInnen des Wissenschaftsbetriebs, TheoretikerInnen und KünstlerInnen als auch LügnerInnen und QuerulantInnen. Gemeinsam erkunden sie die Rhetorik und die Gesten von Kommunikation – in Dialog und Beratung, in klassischen und neuen Formen der Versammlung. Weitere AkteurInnen sind die ZuschauerInnen, deren Partialtriebe als BeobachterInnen, KlientInnen, KonsumentInnen, TouristInnen und VoyeurInnen adressiert werden. Jedes von Hurtzigs Projekten inszeniert ein spezifisches Thema. In Wien installiert Hurtzig eine Versuchsanordnung, die Solidarität zwischen den Lebenden und Toten ermöglicht, deren Verwandtschaftsforschung initiiert und ein Ende des Missbrauchs der Toten als symbolische Figuren einläutet.
 

Audio Walk
Akira Takayama, Elfriede Jelinek:
Fukushima Epilog – Wien
15. Mai bis 15. Juni, Mittwoch bis Samstag, jeweils 13 bis 18 Uhr
Radioausgabe in der Secession bis 16 Uhr

Der japanische Künstler projiziert an ungewöhnlichen Orten im Zentrum Wiens die Realität der Sperrzone um Fukushima – und lässt die BesucherInnen über Radioempfänger Jelineks Text „Fukushima Epilog“ hören, gelesen von SchülerInnen aus Japan und Österreich. Mit Unterstützung der Japan Foundation.
 

Tour
Akira Takayama:
Fukushima Epilog – Zwentendorf
6. Juni & 7. Juni, 18 Uhr: Shuttlebus-Abfahrt vor der Secession/Garten

Takayama lädt die BesucherInnen zur gemeinsamen Besichtigung des weltweit einzigen durch Volksentscheid an der Inbetriebnahme gehinderten AKWs ein – und reflektiert über Demokratie, Technologie und Profitstreben. Mit Unterstützung der Japan Foundation.
 

Konzertperformance
Schorsch Kamerun:
Agora I / Unruhe der Form
22. Mai & 23. Mai & 24. Mai, jeweils um 18.15 Uhr

Agora I im Ausstellungsparcours ist eine Konzertinstallation mit Liedtexten aus über 100 TeilnehmerInnen-Interviews zu Selbstverwirklichungsstress, Empörungsdruck und Repräsentationstaumel.

Erleben wir gerade eine Renaissance physischer Treffpunkte außerhalb von Facebook und Supervernetzung in Flashmobs, auf Demos, bei Besetzercamps, urbanen Umstürzen oder Aufmerksamkeitsrandalen? Was wird aus den Stadtplätzen, aus der direkten Kommunikation an diesen aktuell okkupierten Orten? Zu diesen Fragen der Zeit entwickelt der Hamburger Kultmusiker, Regisseur und Autor Schorsch Kamerun (*1963 in Timmendorfer Strand, lebt in Hamburg und München) in Wien die zweiteilige Untersuchung Agora I + II, die mit einer Überprüfung und Neubestimmung heutiger Versammlungsmöglichkeiten zu tun haben soll. Auf Agora I folgt Agora II in der GARAGEX (13. Juni & 14. Juni & 15. Juni, jeweils um 20.00 Uhr) – ein Theaterraumzustand als Utopie des neuen Zusammenrückens.

Schorsch Kamerun war 1984 Gründungsmitglied und ist bis heute Sänger der Hamburger Punkband Die Goldenen Zitronen. Zusammen mit Rocko Schamoni betreibt er außerdem den Golden Pudel Club in Hamburg. Seit geraumer Zeit ist Kamerun auch als Schöpfer von Theaterperformances tätig. Mit seinem musikalischen Überprüfungsspaziergang Bei aller Vorsicht! war er 2009 bei den Wiener Festwochen zu Gast. Zuletzt kreierte er für das Schauspiel Köln das installativ-theatrale Konzertprojekt Der entkommende Aufstand.

Text und Inszenierung: Schorsch Kamerun
Ausstattung: Katja Eichbaum
Musik von und mit: Schorsch Kamerun, Carl Oesterhelt, Salewski, Anton Kaun