19. April

3. FORMER WEST Forschungskongress, Teil 1

Beyond What Was Contemporary Art

Kongress

Beyond What Was Contemporary Art ist der erste Teil des 3. FORMER WEST Forschungskongresses. Er bietet Raum für Spekulationen über die Möglichkeiten der Kunst jenseits der normativen Praxen, die man heute als Contemporary Art bezeichnet.
Wenn Contemporary Art als eine Kunst oder sogar historische Periode verstanden wird, die sich parallel zu anderen hegemonialen Formationen wie dem globalen Neoliberalismus seit 1989 entwickelt hat, dann ließe sich argumentieren, dass sie zusammen mit den aktuellen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verschiebungen in eine Krise, wenn nicht eine Sackgasse geraten ist. Bedeutet das, dass Contemporary Art als ikonographische Fassade der politischen Weltarchitektur der vergangenen beiden Jahrzehnten mitsamt dem System, das sie ermöglicht hat, zu Ende gehen wird? Welche künstlerischen Herausforderungen und Möglichkeiten liegen vor uns? Lässt sich gemeinsam denken, wie bestehende normalisierte und normalisierende Praktiken überwunden werden könnten? Können wir bereits artikulieren, was von ihrer Formerness, ihrer Ehemaligkeit sichtbar wird? Wie auf das, was kommt, reagieren? Welche Alternativen gibt es?

Programm:
Beyond What Was Contemporary Art, Teil 1 des 3. FORMER WEST Forschungskongresses, findet am 19. und 20. April 2012 in der Secession, Wien und der Akademie der bildenden Künste Wien statt. Am 21. April 2012 werden die Themen des Kongresses dann in einer öffentlichen Session diskutiert. Der Kongress ist als diskursive Plattform geplant, auf der Kunstschaffende, WissenschaftlerInnen und PublizistInnen über die Möglichkeiten der Kunst angesichts der weltweit schärfer werdenden gegnerischen Kräfte und ihrer neuen Bildwelten nachzudenken. Die Programmdetails sind online auf www.formerwest.org einsehbar. Der auf den Diskussionen in Wien aufbauende Teil 2 findet im Herbst in Utrecht statt.

19. April 2012, 19 – 21 Uhr, Secession, Wien
Beginning from the „Formerness” of Contemporary Art

Den Kongress eröffnet eine Keynote von Nancy Adajania (Kulturtheoretikerin und Kuratorin, Mumbai). Sie stellt das Leitmotiv des Kongresses vor: Was kommt nach der Contemporary Art, und was geschieht mit den Kulturschaffenden, die ihr symbolisches Kapital aufs Spiel setzen, um nach neuen Möglichkeiten zu suchen

20. April 2012, 10 –19.55 Uhr, Akademie der bildenden Künste Wien
Organizing a Difference und Speculating Forward

Am zweiten Tag diskutieren CAMP (Projekt und Plattform, Mumbai), Christian Höller (Autor, Wien), h.arta (KünstlerInnenkollektiv, Timişoara), Ekaterina Degot (Kunsthistorikerin und Kuratorin, Moskau), aaa/ Atelier d’architecture autogérée (Stadtforschungskollektiv, Paris), Jesko Fezer (Künstler und Architekt, Berlin), Ruth Sonderegger (Philosophin, Wien) sowie eine Keynote von Irit Rogoff (Theoretikerin und Kuratorin, London), wie künstlerische, intellektuelle und aktivistische Praxen andere Produktions- und Verbreitungsstrukturen organisieren. Translokale Praktiken werden diskutiert, die allenfalls schon außerhalb der heute bekannten Kunstinstitutionen, Selbstorganisationsformen und ästhetischen Disziplinen angesiedelt sind.

21. April 2012, 11 – 12.30 Uhr, Akademie der bildenden Künste Wien
Open Forum: In Place of Conclusions

Moderiert von Ruth Sonderegger (Philosophin, Wien) lädt das Forum Beitragende und BesucherInnen gleichermaßen ein, jene Positionen, Statements und Diskussionen, aber auch Fragen und Zweifel zu erörtern, die sich aus den Spekulationen darüber, was „jenseits dessen, was Contemporary Art war“, ergeben. Ziel ist, die zukünftigen dringlichen Aufgaben zu skizzieren. Das Forum hält keine Schlussfolgerungen fest, sondern dient der Formulierung von Perspektiven, dem Gedankenaustausch und der gemeinsamen Aktion.

Der 3. FORMER WEST Kongress ist Teil einer Reihe öffentlicher Foren zur Sichtbarmachung und Förderung jener künstlerischen, kuratorischen und akademischen Forschungen, auf denen das Projekt FORMER WEST basiert. Der Kongress wird von BAK, basis voor actuele kunst, Utrecht organisiert und wurde von den Kuratorinnen mit der beratenden Forscherin von FORMER WEST, Marion von Osten, kuratiert. Der Kongress wird in Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste Wien und der Secession, Wien veranstaltet.

Der Kongress kann online über einen Livestream mitverfolgt werden am 19. und 20. April, der hernach auf der FORMER WEST Digital Platform archiviert wird.

FORMER WEST ist ein transdiziplinäres Forschungsprojekt (2008- 2014) mit dem Ziel einer kritischen Neuinterpretation unserer Geschichten seit 1989 und des Denkens über die Zukunft der Welt. Damit wirft FORMER WEST ein neues Licht auf die Contemporary Art hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen in Gesellschaft und Politik. Das Projekt wird von einem internationalen Netzwerk von ForscherInnen und institutionellen Partnern realisiert. Initiatorin und Entwicklerin ist BAK, basis voor actuele kunst, Utrecht, unter der künstlerischen Leitung von Maria Hlavajova (künstlerische Leiterin von BAK, Utrecht, und FORMER WEST).

Teil 1 des Kongresses wird in Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste Wien und der Secession, Wien durchgeführt und großzügig unterstützt durch den Mondriaan Fund, Amsterdam, die ERSTE Stiftung, Wien, und die Botschaft des Königreichs der Niederlande in Wien.