10. Mai

Fate of Alien Modes, Secession

Filmprogramm

jeweils Dienstag / Donnerstag / Samstag

10.00
Chantal Akerman, Hôtel Monterey (B/USA 1972, Farbe, stumm, 65min)
In Akermans erstem Langspielfilm wird die Kamera zur „Darstellerin“, die sich in langen Einstellungen und ausgedehnten Kamerafahrten durch die leeren Räume des gleichnamigen New Yorker Hotels bewegt – gleichzeitig Studie der Architektur und eines psychischen Raumes.

11.15
Babette Mangolte, The Camera: Je or La Caméra: I (USA 1977, s/w und Farbe, Ton, 88min)
Mangolte, die Akermans Hôtel Monterey fotografierte, reflektiert in diesem Film ihre Erfahrung als Kamerafrau und den Prozess der Bildproduktion: „Im wörtlichen Sinne ist der Film die Filmkamera.“ (B.M.)

13.00
Elisabeth Subrin, Shulie (USA 1997, s/w und Farbe, Ton, 36min)
Als filmischer „Doppelgänger“ eines existierenden Dokumentarfilms über die Feministin Shulamit Firestone aus dem Jahr 1967 untersucht Shulie Fragen von Geschlecht, Rasse und Klasse in den 60er Jahren und heute.

14.00
Harun Farocki/Ingemo Engström, Erzählen (D 1975, s/w, Ton, 58min)
In Erzählen wird die autobiografische Situation der AutorInnen skizziert, die von der Suche nach Möglichkeiten einer interdisziplinären Praxis geprägt ist. Teil der experimentellen Erzählstrukturen sind „Auftritte“ verschiedener Personen, die wie „Briefe“ in das zugleich wirkliche und fiktive Tagebuch eingeflochten werden.

15.15
Noël Burch/André S. Labarthe, Rome is Burning / Portrait of Shirley Clarke (F 1996, s/w, Ton, 55min)
Im Januar 1968 findet in New York ein Interview mit der Filmemacherin Shirley Clarke statt. Unter den Fragestellern und Gästen erkennt man Noël Burch, Jacques Rivette, Jean-Jacques Lebel, Yoko Ono. Die Kamera wandert von Hand zu Hand und zeigt so die Arbeit als „mise-en-abyme“ des Kinos selbst.

16.30
Isaac Julien, Looking for Langston (GB 1989, s/w, Ton, 40min)
Der Film ist eine Hommage an den homosexuellen schwarzen Dichter Langston Hughes, behandelt das Thema des doppelten Außenseiters, und stellt die „Harlem Renaissance“ als Blütezeit der Homoerotik zwischen Schwarzen und Weißen dar.

jeweils Mittwoch / Freitag / Sonntag

10.00
Malcolm Le Grice, Blackbird Descending (GB 1977, Farbe, Ton, 110min)
Blackbird Descending untersucht Erfahrungen unterschiedlicher Phänomene und transformiert mittels der Techniken von Wiederholung und Verschiebung die Banalität des täglichen Lebens in ein mysteriöses Drama potentiell möglicher Ereignisse.

12.00
Jean-Marie Straub/Danièle Huillet, History Lessons (I/D 1972, Farbe, Ton, 85min)
Die Arbeit basiert auf dem unvollendeten Werk „Die Geschäfte des Herrn Julius Cäsar“ von Bertolt Brecht und erzählt von den Beziehungen zwischen Ökonomie und Demokratie, Kapitalismus und Imperialismus.

13.45
Michael Snow, Rameau’s Nephew (CAN 1974, Farbe, Ton, 285min)
Michael Snows Bearbeitung von Diderots dialektischem Meisterwerk stellt das Problem der Subjektivität von Sprache in den Mittelpunkt der Diskussion. „To me it’s a true ‚talking picture'“, schreibt Snow. Der Film baut auf den kleinsten Einheiten von Film (Kader) und Sprache (Silbe) auf.