10. Mai

Carola Dertnig, Dora García, Boris Ondreička

Performances

Carola Dertnig: Tacheles Speech
10. Mai 2013, 19 Uhr, Festwochen Garten

„Ein Nicht Ort / Ein Ort ohne genaue Zuschreibung? Nein, der kann doch gar NICHTS sein? Aber was muss schon unbedingt sein? Diese Frage schafft Pausen. Verschnaufpausen von überflüssigen Rangeleien,“ so Carola Dertnig. In ihrer Performance bezieht sie sich auf einen Text von Donald Judd.

Die österreichische Künstlerin Carola Dertnig (*1963 in Innsbruck, lebt in Wien) hat etwas gegen Angepasstheit – für sie bedeutet das Energieverlust. Dertnigs Performances erzeugen in ihrer stoischen Dauerhaftigkeit eine Schwingung, die zum Bild des Widerstands gegen unwaches Handeln wird. Lapidar sagt sie: Besser gegen den Strom schwimmend auf der Stelle treten, das schärft die Konzentration und die Bewegungsabläufe. Ihre Arbeiten sind auf einen Minimalismus reduziert, der diese Anstrengung der täglichen, oft nicht spektakulär scheinenden Arbeit an sich selbst wiedergeben kann. Die Konstante ist jene der Probe, des Versuchens als essenzielles Moment der Performance. Probe als andauernder Zustand ist das Ankämpfen gegen den Verlust des Politischen.
Dora García: Der Künstler ohne Werke: eine Führung durch nichts
10. Mai 2013, 19 Uhr
12. Mai – 16. Juni, jeweils Sonntag, 15 Uhr

Die spanische Künstlerin verbindet „das Unangemessene“: Ausstellungs- und Bühnenformate, Texte und Geschichten genauso wie die Beziehungen zwischen BesucherInnen, Kunstwerk und Raum.

Kunst ist für jeden, aber nur die Elite weiß das, meint die spanische Künstlerin Dora García (*1965 in Valladolid, lebt in Brüssel). Mit Rasiermessercharme verbindet sie Ausstellungsformate, Texte und Geschichten genauso wie die Beziehungen zwischen Besuchern, dem Kunstwerk und dem Raum ihres Aufeinandertreffens. Machtbeziehungen dieser Begegnungen werden ergründet und in ihren Koabhängigkeiten gelesen. All das, was als angemessen gilt, wird angezweifelt, inadäquates Vorgehen zumindest präferiert, um eine distante Haltung gegenüber Dominanzgebaren einzunehmen. Distanz heißt bei García nicht Selbstausschluss, sondern eine Verflechtung von Selbstprüfung und der Tatsache, die Räume, die der konventionelle Kunstbetrieb eröffnet, natürlich nicht abzulehnen.
Boris Ondreička: Artist´s Live-Readings & Image Archive Screenings
10. Mai 2013, ab 19.30 Uhr: Noema
Sowie an den Donnerstagen 16. Mai, 23. Mai, 30. Mai, 6. Juni, 13. Juni, jeweils um 15 Uhr

Boris Ondreička (*1969 in Zlaté Moravce, lebt in Bratislava) ist Sänger, Autor, Kurator und Künstler. In jedem dieser „Charaktere“ geht es um Sprache – im Sprechakt über inszenierte Dichtung, im Schreiben mit dem Spiel möglicher Techniken. Ondreička ersehnt keine finale Form, schon gar keine Materialisierung in Objekten. Vielmehr sind seine Arbeiten in sich ein unentwegter Prozess, ein Reservoir an Materialien von orts- und inhaltsbezogenen Anordnungen. Ondreičkas Performances, als Überraschungen angelegt und dementsprechend jederzeit erwartbar, spielen mit der abgedunkelten Seite von Sinn und Form – dem Unbekannten, dem Reich der Täuschungen, der Bedrohung durch allzu klar scheinende Begriffe. An welchem Punkt verschwimmen die Grenzen?