SOMMER 07 Pressegespräch: Donnerstag, 19. 7. 2007, 11 Uhr
Eröffnung: Freitag, 20. 7. 2007, 19 Uhr


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AZRA AKŠAMIJA
KUNSTMOSCHEE


BAUMÜLLER / HOFMANN
DIE WURSTHABERER


TATZU NISHI
„HIER ENTSTEHT EIN HOTEL“



21. 7. – 30. 9. 2007
Secessions-Garten

ÖFFNUNGSZEITEN
KUNSTMOSCHEE
Dienstag – Sonntag 10 – 24 Uhr
DIE WURSTHABERER
Dienstag – Sonntag 12 – 24 Uhr


Im Sommer präsentiert die Secession im Außenraum mit zwei Projekten von Azra Akšamija und Patrick Baumüller / Severin Hofmann ein Programm, das verschiedene Öffentlichkeiten auf direkte Weise anspricht – auch solche, die üblicherweise nicht in einem Naheverhältnis zur (zeitgenössischen) Kunst stehen. Die Projekte setzen sich mit der symbolisch aufgeladenen Architektur des historischen Gebäudes auseinander, und öffnen die Secession zum städtischen Raum hin. Damit entsteht ein Raum für Kommunikation, der die ProtagonistInnen unterschiedlicher Lebenswelten in einen Dialog treten lässt: Der geschützte (und schützende) artifizielle Rahmen der Kunstinstitution verliert seine hermetische Abgeschlossenheit, die Repräsentation tritt zugunsten der Produktion in den Hintergrund. Die Prozesshaftigkeit der Projekte, im Gegensatz zum erprobten Status quo der Institution in der Tradition des White Cube, eröffnet die Möglichkeit, auch im etablierten kunstinstitutionellen Kontext Diskurse nicht nur aufzugreifen oder fortzusetzen, sondern tatsächlich neue Diskurse zu provozieren.




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AZRA AKŠAMIJA
KUNSTMOSCHEE

Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007
Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007


Die aus Bosnien stammende Künstlerin und Architektin Azra Akšamija setzt sich in ihrer Arbeit mit islamischer Architektur und Religion sowie heutigen Religionsausübungsformen und -identitäten auseinander. Ihre Projekte zeigen unterschiedliche Zustände und Bedürfnisse einer kosmopolitischen muslimischen Generation auf, die sich auf traditionelle Hintergründe der Formen und Funktionen des Islam beziehen, diese aber in einem zeitgenössischen Kontext anwenden. In diese Auseinandersetzung fließen unterschiedliche kulturelle Traditionen und Kunst- oder Architekturformen mit ein. Ein Beispiel dafür ist die von ihr entworfene „Dirndlmoschee“, ebenso wie das aktuelle Projekt, das sich auf die kunst- und baugeschichtliche Tradition der Secession bezieht, deren Struktur und Ornamentik sie aufgreift und in transformierter Form wiedergibt.


Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007
Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007


KUNSTMOSCHEE ist eine multifunktionale, dreidimensionale Teppichlandschaft im Garten der Secession, welche die etablierten Formen islamischer Architektur und die Repräsentation religiöser Identitäten umdeutet. Dabei löst sie auf subtile Weise die territoriale Behauptung sakraler Orte auf: Einerseits wird die modulare Teppichlandschaft durch das Gebet zur Moschee, andererseits, durch soziale Funktionen und Nutzungen, zum Versammlungs- und Kommunikationsraum für Personen mit verschiedenen kulturellen Bedürfnissen. Damit rückt die Installation die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Moscheen zwischen religiösen und säkularen Funktionen, also die Moschee als „sozialen“ Ort, in den Mittelpunkt.


Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007
Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007


KUNSTMOSCHEE dreht sich hauptsächlich um drei Begriffe: Schönheit – basierend auf der islamischen Geometrie als einer räumlichen Übersetzung der islamischen Theorie; Transformation – durch die Reinterpretation der Regeln historischer Moscheenarchitektur in einem zeitgenössischen Kontext; und Flexibilität – gesehen als ein modulares Set aus den Elementen Struktur, Licht und Schattierung, die mit einer speziellen räumlichen Nutzung interagieren. Dies bezieht sich ebenfalls auch auf die variable Typologie der Moschee, die sich flexibel an die jeweiligen architektonischen und programmatischen Elemente der Gebäudekultur unterschiedlicher Länder und Kulturen anpasst bzw. anpassen muss.


Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007
Azra Akšamija, KUNSTMOSCHEE, Secession 2007


KUNSTMOSCHEE legt den Fokus auf die verzerrte und politisierte Repräsentation des Islam in Europa, auf die Ästhetik der islamischen Kultur und deren historische Verschränkung mit der christlich/europäischen Ästhetik.

Das Projekt wird begleitet von Vorträgen und Filmabenden.

Hinweis:

Religionen der Welt
Samstag, 04. 08. 2007, ORF, 16.55 Uhr 
Der religiöse Raum im Islam

Moschee, arabisch "masdschid", heißt "Ort des Niederwerfens vor Gott". Nach dem Wort des Propheten ist die ganze Welt Moschee, architektonisch gibt es keine Vorgaben zur Gestaltung eines islamischen Gebetsraums. Die bosnische Künstlerin Azra Akšamija hat sowohl eine anziehbare Moschee entworfen als auch die "Kunstmoschee" im Garten der Wiener Secession, eine Landschaft an Gebetsteppichen, die bis Ende September für Muslime und Nicht-Muslime Kommunikationsraum bietet.


AZRA AKŠAMIJA, geb. 1976 in Sarajevo, Bosnien und Herzegovina, seit 1997 österreichische Staatsbürgerin,
lebt und arbeitet in Cambridge, USA.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl): 2007 Pattern Language: Clothing as Communicator, Pail and Lulu Hilliard University Art Gallery, Louisiana, Los Angeles; 2006 Survival, Assembly #4, Joanneum, Graz; Pattern Language: Clothing as Communicator, Frederick R. Weisman Art Museum, Minneapolis, MN; Grenzräume, Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig; Lost Highway Expedition materials, Centre for Advanced Visual Studies MIT, Cambridge, MA; The 2006 Harold and Arlene Schnitzer Prize in the Visual Arts Competition, Wiesner Student Art Gallery MIT; Mind the Gap, Smack Mellon Gallery DUMBO/NYC; 2005 International Artist Symposium ORTung, Galerie 5020, Salzburg; Occupying Space – Sammlung der Generali Foundation, Haus der Kunst, München/ Museum of Contemporary Art und Galerie Klovičevi dvori, Zagreb/ Witte de With, Rotterdam; 2004 Noch einen Wunsch, Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig; Liverpool Biennale; Video- Pool, Austrian Cultural Forum, London; 2003 Medien- und Architekturbiennale Graz; micro-UTOPIAS, Art & Architecture, Valencia Biennale; 2002 Designs for The Real World, Generali Foundation, Wien.


Konzept, Idee und Design: Azra Akšamija
http://www.mit.edu/~azra/
Architektur und konzeptuelle Mitarbeit: Heidi Pretterhofer (Arquitectos)
http://www.arquitectos.at/projekt01/index.php Projektkoordinatorin der Secession: Christina Nägele
Dank an: Die TeilnehmerInnen des Kunstmoschee-Programms; Nadja Akšamija, Omar Al-Rawi, Saeed Arida, Amina Baghajati, Patrick Baumüller und Severin Hofmann, Khadija Z. Carroll, Vivien Chapeau, [dy:na’mo], Wolfgang Haas, Mouhanad Khorchide, Daniela Kobel, Susan Kraupp, Anneka Lenssen, MA 42, Sudabeh Mortezai, Nasser Rabbat, Christian Rathner, Doris Schmid, Dieter Spath, Deniz Turker

Wir danken dem Council for the Arts/ MIT, Boston, sowie Kodak für die Unterstützung.



 

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BAUMÜLLER / HOFMANN
DIE WURSTHABERER

Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007
Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007


Patrick Baumüller und Severin Hofmann stellen mit ihrem Projekt DIE WURSTHABERER Fragen zur (künstlerischen) Existenzsicherung sowie zu Konsumverhalten zur Diskussion. Baumüller und Hofmann greifen in ihrer Arbeit Alltagspraktiken auf und kehren gewohnte Ordnungen um. Als DIE WURSTHABERER versuchen sie, sich eine dem vergleichsweise unsicheren künstlerischen Dasein ökonomisch einträgliche Parallelexistenz in einer exklusiven Würstelproduktion aufzubauen. Dabei geht es nicht nur um das Experimentieren mit ihnen bislang unbekannten Produktionsformen, sondern auch um soziokulturelle Interaktion wie das Erforschen von wirtschaftspolitischen Zusammenhängen. Nach ihrer mehrjährigen Erfahrung als Wurstproduzenten, die sich bisher auf temporäre Verkaufs- und Präsentationsformen beschränkte, werden sie ihren gegenwärtigen Auftritt in der Secession dazu nutzen, um mit erweiterten Produktionsmethoden zu operieren. Dafür wird im Laufe des Projekts die Produktpalette angereichert. Diese inkludiert ein Wurstrezept ohne Schweinefleisch, um eine respektvolle Annäherung an eine anders begründete Esskultur zu wagen und die BesucherInnen der KUNSTMOSCHEE von Azra Akšamija ebenfalls an den Würstelstand einzuladen und umgekehrt.


Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007
Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007


Als Würstelstand dient den Wursthaberern ein von Andreas Strauss adaptierter Bauwagen, der in Kooperation mit [ dy'na:mo ] ein vitaler Ort der Kommunikation an der Schnittstelle zwischen Kunstpublikum, Stadtöffentlichkeit und Tourismus zu werden verspricht.


Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007
Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007


Ein Beispiel aus der aktuellen Wurstproduktion:
LADY THAI
„Ist eine Weißwurst mit exotischem Geschmack. Wie der Name schon sagt, verleiht unsere neu kreierte Gewürzmischung dieser feinen Wurst eine raffinierte asiatische Frische. Die verwendete Kokosnussmilch gibt dem Fleisch eine besonders samtige Note und das Einbringen von frischem Limettensaft macht das Brät um eine Nuance mürber und unterstreicht den thailändischen Mix aus Zitronengras und Koriandergrün. Diese neue Weißwurst ist sehr bekömmlich und schmeckt als Imbiss wie auch als kleine Hauptmahlzeit vorzüglich.“


Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007
Baumüller / Hofmann, DIE WURSTHABERER, Secession 2007


PATRICK BAUMÜLLER, geboren 1969 in Biel/Schweiz; lebt und arbeitet in Wien.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl): 2007 Orakel von&mit Delphin, Künstler auf Landpartie 2, Koop. Aera 53 & Thomas Krösbacher, Wien; 2006 FLY OVER BEE****** (No.2), Kunstraum Innsbruck; Into the City, Wiener Festwochen, Wien; 2004 Floral - Assoziationen, Tiroler Künstlerschaft; 2003 On the Road again, engler & piper projekte, Berlin; 2002 10 Jahre Galerie 5020, Salzburg; 2001 MYCO LOGIC, Steirischer Herbst, Graz.

SEVERIN HOFMANN, geb. 1973 in Salzburg, lebt und arbeitet in Zürich.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl): 2007 Kempelen*, Kunsthalle Budapest; ZKM, Karlsruhe; 2006 The Failed Show, kforum-vienna, Wien; 2005 Massenmassage*, Puls 5, Zürich; Turing Train Terminal*, Japan Media Arts Festival, Tokio; 2004 Autorotation*, 26th Biennale Sao Paulo; 2003 Gordon`s Knot*, Steirischer Herbst, Werkstatt Graz; 2001 Spleen*, Galerie der Stadt Wels.
*in unterschiedlichen Kooperationen

GEMEINSAME PROJEKTE (Auswahl): 2005 Unterspiel, CAG, Vancouver; MAK-NITE, Museum angewandter Kunst, Wien; 2004 Clustave XIV., Museum der Moderne, Rupertinum, Salzburg; 2002 Heiße Luft, Galerie im Andechshof, Innsbruck; Tuned Landscapes, Pavillon der Tiroler Künstlerschaft, Innsbruck; FLOU-FLOU Galerie 5020, Salzburg; 2000 Big Banana Habig Biwak, Schaufenster-Installation, Generali Foundation, Wien.
http://www.wursthaberer.com/


Konzept, Idee: Patrick Baumüller, Severin Hofmann feat. Heribert Reich
Konzeption und Adaption Bauwagen: Andreas Strauss
http://www.dasparkhotel.net/
Intervention Gastgarten und Musikprogramm: Peter Nachtnebel und [dy:na’mo] http://dynamo.fluc.at/
Projektkoordinatorin der Secession: Christina Nägele
Dank an: Fleischerei Hofmann, Christian Eipeltauer, Ramsa-Wolf Senf, Franz Ritzer und MA 42

Wir danken Alpine Mayreder für die Unterstützung



 

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TATZU NISHI
„HIER ENTSTEHT EIN HOTEL“

Tatzu Nishi, HIER ENTSTEHT EIN HOTEL, Secession 2007
Tatzu Nishi, HIER ENTSTEHT EIN HOTEL, Secession 2007


Tatzu Nishi thematisiert die Secession als historisches Denkmal, indem er die ikonenhafte Blätterkuppel einhausen und diese in ein exklusives Hotelzimmers verwandeln wird, das sich allein dem Blick des Gastes bzw. jenem des Besuchers darbietet. Von außen ist lediglich eine Baustellensituation mit Tafel zu sehen.


Tatzu Nishi, HIER ENTSTEHT EIN HOTEL, Secession 2007
Tatzu Nishi, HIER ENTSTEHT EIN HOTEL, Secession 2007


TATZU NISHI, geb. 1960 in Nagoya, Japan, lebt und arbeitet in Köln.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl): 2007 Hotel Nantes, Estuaire Festival, Nantes; MAM Project 006, Mori Art Museum, Tokio; 2006 Chéri in the Sky, Maison Hermes 8F Forum, Tokio; 2005 Gott erscheint am Kopfkissen and Speak of the devil, Cabinet 3 Stedeljik Museum voor Actuele Kunst, Gent; 2004 Moon Rider, Dublin City Council, Dublin; Interventionen, Sprengel Museum Hannover. 2005-06 Projekt Migration, Kölnischer Kunstverein; 2004 Bienal Internacional de Arte Contemporaneo de Sevilla; 2002 Liverpool Biennial.
http://www.blumandpoe.com


Ausstellungsansichten: Pez Hejduk


  Weitere Informationen:
Urte Schmitt-Ulms, tel.: +43 1 587 53 07-10;
fax: +43 1 587 53 07-34; email: pr@secession.at


www.secession.at/sommer07 ENGLISH