DAVID SHRIGLEY
28.8. - 11.9. 2000
Die Secession zeigt für die kommenden zwei Wochen die Arbeit von David
Shrigley, der sich ebenfalls bereit erklärt hat, eine künstlerische Arbeit
zur aktuellen politischen Situation in Österreich abzugeben. (Offener Brief vom Vorstand der Secession an den österreichischen Bundespräsidenten).
In Glasgow, wo er lebt, betreibt er die "Armpit Press", über die er einige
Bücher mit seinen Zeichnungen herausgegeben hat: "Enquiry Within" (1995)
oder "Drawings Done Whilst on Phone to Idiot" (1996)."Err" (1996) wurde
eines der ersten Bücher in der New Writing Series, verlegt bei Book Works,
London. Die Arbeiten von David Shrigley besonders die Zeichnungen, aber
auch Skulpturen aus Fimo-Masse scheinen aus der Welt des Cartoons zu
stammen, präsentieren allerdings mehr als nur Slap-Stick-Komödie. Dazu ist
der Humor in seinen Arbeiten viel zu schwarz, der sich aber im Gelächter
über das Motiv oder die Szene in Positives verwandeln kann: "...Shrigleys
comedy appears to confirm the belief of great humorists (from Laurence
Sterne to Woody Allen) that laughter is synonymous with hope." (Michael
Bracewell)
Viele seiner Zeichnungen und Skulpturen beschäftigen sich mit den kleinen
Tragödien des alltäglichen Lebens oder mit den Grenzen täglicher Routine.
Shrigley präsentiert eine Welt der puren Zufälle, der Absurditäten und
eines Teufels, der in zahlreichen Auftritten sich allein des Amusements
wegen amusiert. Seine Gegenwart reduziert das Leben auf einen Kampf
zwischen Gut und Böse.
In der Arbeit für die Secession nimmt eine schwarze Figur als flache
Shilouette eine zentrale Position ein ein Mann mit Hut, weitem Mantel und
Pfeife inmitten einer öden, schneebedeckten Landschaft, die ein Wald gegen
den Hintergrund hin säumt. Eine bedrohliche gesichtslose Gestalt, die sich
durch die Pfeife in ihrer Unheimlichkeit konterkariert. Assoziationen von
Vogelscheuchen oder dem 'Schwarzen Mann' aus dem bekannten Reim eines
Kinderspiels kommen einem in den Sinn. Beides ist mit Angst verbunden, die
sich auflöst, wenn man gewahr wird, daß die bedrohliche Figur tatsächlich
nichts Anderes ist als eine Puppe oder wenn man im Spiel genügend
reaktionsschnell ist. Aber die Pfeife? Verleitet sie gar, die Gefahr zu
unterschätzen oder ist die Figur nicht gar nur ein Schatten unser selbst,
von Shrigely ausgestattet mit dem Attribut der Gemütlichkeit.
Weitere KünstlerInnen u.a. : Monica Bonvicini, Paul McCarthy, Milica
Tomic, Heimo Zobernig
Laufende Informationen erhalten Sie von Matthias Herrmann, Sylvie Liska und
Eleonora Louis unter der Nummer der Wiener Secession +43-1-587 53 07.