LOUISE BOURGEOIS
18.7. - 1.8. 2000
 
 

 
 
Das Projekt versammelt an der Fassade des Hauses künstlerische Statements von österreichischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern zur aktuellen politischen Situation in Österreich (Offener Brief vom Vorstand der Secession an den österreichischen Bundespräsidenten). In der Geschichte der Secession wurde der rechte Fassadenteil immer wieder auch als Affichierungsfläche für Ausstellungsplakate oder als Montagefläche für Ausstellungstitel verwendet (zu Beginn der Secession, in den 30er Jahren, besonders wieder in den 70er/80er Jahren). Nun wird sie als Artikulationsfläche für künstlerische Gedanken und Ausdrucksformen zur Verfügung gestellt.
 
Der Einladung der Secession, zur politischen Situation in Österreich künstlerisch Stellung zu nehmen, ist auch Louise Bourgeois gefolgt, mit deren Arbeit die Secession ihr Projekt an der Fassade nun fortsetzt.
 


 
Die seit 1938 in New York lebende Künstlerin wurde erst Anfang der 80er Jahre international bekannt, nachdem ihr 1982 eine Retrospektive im Museum of Modern Art gewidmet worden war. Ihr Einfluß auf eine jüngere Künstlergeneration war seitdem enorm. In viele ihrer Arbeiten, seien es Zeichnungen, Skulpturen oder Installationen, sind Kindheitserinnerungen verwoben. Die prägende künstlerische Erfahrung ihrer frühen Jahre war die in Paris aktive Strömung des Surrealismus, dessen (männliche) Faszination für den weiblichen Körper von Bourgeois in eine weibliche Perspektive umgedreht wurde. "Für mich ist der Körper die Skulptur.", sagt Louise Bourgeois. Sie untersucht seine Fähigkeit, Bilder des Weiblichen zu bieten, Bilder der Psyche, der Verletzlichkeit, der Unterdrückung, der Ressentiments.
 
In der Arbeit für die Secessions-Fassade reduziert Bourgeois die visuellen Elemente auf einen lapidaren, aber umso einprägsameren Schwarz-Weiß-Kontrast und die Buchstaben NO: In unterschiedlicher Typographie und Konstellation collageartig , wie verschiedenen Texten entnommen, sind sie ins Bild gesetzt und verleiten so zu unterschiedlicher phonetischer Umsetzung; so kann man das englische NO genausogut als italienisches NO aussprechen und dort, wo zwei NO s naherücken, wird man an das französische NON erinnert. Auf jeden Fall insistiert das Bild in seinem Spiel der Wiederholung auf einem NEIN, in welcher Sprache auch immer. Es ist Louise Bourgeois' eindringliches Statement ­ und gleichzeitig ein Auftrag.

 
Weitere KünstlerInnen u.a. : Monica Bonvicini, Renée Green, Paul McCarthy, Milica Tomic, Heimo Zobernig
 
 
Laufende Informationen erhalten Sie von Matthias Herrmann, Sylvie Liska und Eleonora Louis unter der Nummer der Wiener Secession +43-1-587 53 07.