PETER LAND
8.5. - 21.5. 2000
 
 

 
 
Mit Arbeiten von Franz West und John Baldessari startete die Künstlervereinigung Secession vor zweieinhalb Monaten ein Projekt, das an der Fassade des Hauses künstlerische Statements von österreichischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern zur aktuellen politischen Situation in Österreich versammelt.
 
In der Geschichte der Secession wurde der rechte Fassadenteil immer wieder auch als Affichierungsfläche für Ausstellungsplakate oder als Montagefläche für Ausstellungstitel verwendet (zu Beginn der Secession, in den 30er Jahren, besonders wieder in den 70er/80er Jahren). Nun wird sie als Artikulationsfläche für künstlerische Gedanken und Ausdrucksformen zur Verfügung gestellt.
 
Die Arbeiten dieses Projekts sind im zweiwöchigen Rhythmus in der Calsi-Technik der Firma Beko zu sehen und werden in einer nachfolgenden Publikation auch gemeinsam dokumentiert. Das Projekt "Fassade" wird ausschließlich durch private Unterstützung finanziert und ist zunächst für die Laufzeit von einem halben Jahr geplant.
 
Die Secession setzt ihr Projekt an der Fassade mit einer Arbeit des dänischen Künstlers Peter Land fort. Peter Land begann 1994 mit Performances; seitdem erforscht er die Grenzen des noch Darstellbaren. Er erforscht Verhaltensweisen, die uns bekannt sind und mit denen wir uns identifizieren können. Die nun and der Fassade gezeigte Arbeit besteht aus drei Fotos aus der 12-teiligen Serie "The Lake", die parallel zu dem gleichlautenden Video 1999 entstand. Beide erzählen die Geschichte eines Jägers (Peter Land selbst) in traditioneller Kleidung und Ausrüstung, der nach einem kurzen Weg durch den Wald an einen kleinen See gelangt, ein Ruderboot besteigt, es an einem Pfahl in der Mitte des Sees festbindet und anschließend mit seinem Gewehr ein Loch in das Boot schießt. Im Video erwartet der Jäger ruhig sitzend, um nicht zu sagen stoisch, auf seinen Untergang. Das Ende zeigt nur mehr die Spitze des Bootes und den Hut des Jägers, der auf dem Wasser treibt.
 
Innerhalb des romantischen Bildes, das Land aufbaut, spielt sich die Geschichte eines Wegs ohne Wiederkehr ab, ein Point of no Return, der ­ bedenkt man die Deckung von Werk-Protagonist und Künstler ­ durchaus mit einem gutem Anteil an Selbstironie und Witz durchsetzt ist. Land inszeniert mit der Figur einen Cartoon-Charakter, der menschliches Verhalten, Emotionen und kulturelle Gesten übertreibt, damit sie wahrgenommen und verstehbar werden. Er stellt im Rahmen einer romantischen Erzählung existenzielle Fragen, und lacht gleichzeitig über sich selbst wie auch wir über ihn.
 
Sein bisheriges Werk nennt Peter Land selbst "eine lange und schmerzliche Reise in das, was ich mangels eines passenderen Ausdrucks 'die Essenz meiner Wahrheit' nenne. Es ist das, was übrig bleibt, wenn alle erworbenen kulturellen und sozialen Werte exponiert und abgetan wurden. Du mußt sie wieder herstellen oder neue schaffen, auf neuen Grundlagen und mit größtem Bewußtsein. Das sind die Interessen, die sich, in verschiedenen Ausformungen, immer unter der Oberfläche meines Werks gefunden haben."

 

 

Weitere KünstlerInnen u.a. : Monica Bonvicini, Louise Bourgeois, Marcus Geiger, Renée Green, Joseph Kosuth, Milica Tomic, Werner Reiterer, Heimo Zobernig
 
 
Laufende Informationen erhalten Sie von Matthias Herrmann, Sylvie Liska und Eleonora Louis unter der Nummer der Wiener Secession +43-1-587 53 07.