Joseph Leo Koerner


The Viennese Interior
Vortrag von Joseph Leo Koerner (in englischer Sprache)

Donnerstag, 14. März 2013, 19.00 Uhr


Wien hat die Gestaltung seines Innenraums immer sehr ernst genommen. Viele bedeutende Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler haben zwischen dem Fin de siècle und 1938 dazu beigetragen, die Innenräume des alltäglichen Lebens theoretisch neu zu fassen und zu strukturieren. Der architektonische Raum und die psychische Innenwelt sollten letztendlich einander entsprechen. Hatte Hermann Broch vom „Wertevakuum“ der Epoche vor dem 1. Weltkrieg gesprochen, lassen sich die Entwürfe des neuen Wohnens als Versuche verstehen, diese Leere auszufüllen.

In seinem Vortrag im Hauptraum der Secession wird Joseph Leo Koerner über die vielschichtige Bedeutung des Viennese Interior sprechen. Sein Vortrag bildet zugleich den Abschluss der Veranstaltungen der Secession anlässlich des Klimtjahres.

Joseph Leo Koerner ist Professor für Kunst und Architektur an der Harvard University. Er befasst sich derzeit mit der Kunst, Kultur und den Geistesströmungen im Wien der ersten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Nach seiner viel beachteten BBC­Sendung Vienna: City of Dreams hält er gegenwärtig die Slade Lectures 2013 an der Oxford University zum selben Thema.

Eine Veranstaltung der Secession und der Gesellschaft der Freunde der Secession


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BIOGRAFIE

Joseph Leo Koerner wurde in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren und wuchs dort sowie in Wien auf. Er studierte an der Yale University (B.A. 1980), der Cambridge University (M.A. 1982), der Uni Heidelberg (1982-83) und an der University of California in Berkeley (M.A. 1985, Ph. D. 1988). Nach dem Studium war er zuerst drei Jahre Fellow der „Society of Fellows“ (1986-89) der Harvard University, wo er anschließend bis 1999 als Professor für Kunst- und Architekturgeschichte tätig war. Danach fungierte er als Professor für moderne Kunstgeschichte an der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 zog er nach London, wo er erst als Professor am University College London (bis 2004) und dann am Courtauld Institute of Art (bis 2007) lehrte. Derzeit hält er an der Harvard University die Victor S. Thomas Professur in Kunstgeschichte und Architektur inne.

Als Experte der frühen niederländischen Malerei, der deutschen Renaissance, Pieter Bruegel und dem niederländischer Kunstdruck hat Koerner in den 1990er Jahren mehrere Lehrausstellungen in Harvards Kunstmuseen organisiert. Im Jahre 1997 kuratierte er an der Österreichischen Nationalgalerie Belvedere eine Retrospektive der Werke seines Vaters, dem Maler Henry Koerner. 2002 arbeitete er gemeinsam mit Bruno Latour und anderen an der Ausstellung Iconoclash: Beyond the Image Wars am Zentrum der Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe.

Unter seinen zahlreichen Publikationen befinden sich Die Suche nach dem Labyrinth – Der Mythos von Daedalus und Ikarus (1983), Caspar David Friedrich and the Subject of Landscape (1990), The Moment of Self-Portraiture in German Renaissance Art (1993) und The Reformation of the Image (2004). 2007 schrieb und moderierte Koerner für die BBC eine dreiteilige Serie über die Nordische Renaissance und den Dokumentarfilm Vienna – City of Dreams.

Koerner wurde 1992 mit dem Jan Mitchell Prize für Kunstgeschichte ausgezeichnet. Er ist seit 1995 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, der American Philosophical Society (seit 2008) und Senior Fellow (ebenso seit 2008) der Harvard Society of Fellows. 2009 erhielt er den Andrew W. Mellon Distinguished Achievement Awards.




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