DER BEETHOVENFRIES

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Zustand von "Schwebende Genien" Mitte der 70er Jahre. Foto: Bundesdenkmalamt Wien
Zustand von "Schwebende Genien" Mitte der 70er Jahre. Foto: Bundesdenkmalamt Wien


Der Beethovenfries war ursprünglich nur als ephemeres Kunstwerk im Kontext der XVI. Ausstellung gedacht und sollte - wie die anderen Dekorationsmalereien auch - nach Ende der Ausstellung abgetragen und zerstört werden. Es ist einer glücklichen Fügung zu verdanken, dass der Fries nicht wie geplant zerstört wurde: die Secession sollte im folgende Jahr eine große Klimt-Retrospektive (XVIII. Ausstellung 1903) präsentieren und man beschloss, das Kunstwerk vorerst an Ort und Stelle zu lassen.


Zustand von "Poesie" vor der Restaurierung. Foto: Bundesdenkmalamt Wien
Zustand von "Poesie" vor der Restaurierung. Foto: Bundesdenkmalamt Wien


1903 erwarb der Mäzen und Kunstsammler Carl Reinighaus den Fries, der in 7 Teile zersägt von der Wand genommen und12 Jahre in einem Möbeldepot in Wien gelagert wurde, bis Reininghaus den Fries 1915 wiederum an den Industriellen August Lederer verkaufte, der zu den wichtigsten Förderern Klimts zählte und zu diesem Zeitpunkt die wohl umfangreichste und wichtigste Sammlung von Klimt-Bildern in Privatbesitz sein Eigen nannte.

1938 wurde die Familie Lederer, wie so viele Familien jüdischer Abstammung, enteignet. Der Beethovenfries wurde somit "staatlicher Verwaltung" unterstellt und ging erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder offiziell in den Besitz des inzwischen in Genf ansässigen Erben Erich Lederer über. Gleichzeitig wurde ein Ausfuhrverbot über den Fries verhängt, so dass sich Erich Lederer schließlich - nicht zuletzt aufgrund des zunehmend dringlicheren Restaurierungsbedarfs des Frieses - zum Verkauf an die Republik Österreich entschloss.

1973 wurde der Beethovenfries von der Republik Österreich erworben und binnen 10 Jahren unter der Leitung von Manfred Koller vom Bundesdenkmalamt Wien restauriert.


Klimtraum in der Secession. Foto: Magherita Spiluttini
Klimtraum in der Secession. Foto: Magherita Spiluttini


Im Zuge der Generalsanierung der Secession 1985 wurde schließlich im Souterrain ein Raum für den Beethovenfries geschaffen, dessen Maße der aus konservatorischen Gründen für den Fries notwendigen Klimakammer genau entsprechen und in dem der Fries unabhängig vom laufenden Ausstellungsbetrieb gezeigt werden kann. Seit 1986 konnte der Wandzyklus in der Secession als Leihgabe der Österreichischen Galerie Belvedere wieder permanent der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.



Gustav Klimt - Beethovenfries, Secession 2002

Alle Daten aus:
Margarethe Szeless, Der Beethovenfries - Provenienz- und Ausstellungsgeschichte
In: Gustav Klimt - Beethovenfries, Secession 2002
Erhältlich im Shop



MATERIAL UND TECHNIK

Gesamtlänge 34,14 m (Längswände je 13,92 m, Stirnwand 6,30 m), Höhe 2,15 - 2,00 m
Kaseinfarben, Goldfarbe, schwarze und farbige Kreiden, Graphit. Aufgetragener Stuck, sowie verschiedene Applikationen (z.B. Spiegel, Perlmutter, Vorhangringe, etc.)
Leihgabe der Österreichischen Galerie Belvedere


 
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Urte Schmitt-Ulms
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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