DER BEETHOVENFRIES
DIE BEETHOVEN-AUSSTELLUNG 1902
SYNOPSIS ZEITGENÖSSISCHE KRITIK
DIE GESCHICHTE DES BEETHOVENFRIES
PUBLIKATIONEN

Zustand von "Schwebende Genien" Mitte der 70er
Jahre. Foto: Bundesdenkmalamt Wien
Der Beethovenfries war ursprünglich nur als ephemeres Kunstwerk im Kontext
der XVI. Ausstellung gedacht und sollte - wie die anderen Dekorationsmalereien
auch - nach Ende der Ausstellung abgetragen und zerstört werden. Es ist einer
glücklichen Fügung zu verdanken, dass der Fries nicht wie geplant zerstört
wurde: die Secession sollte im folgende Jahr eine große Klimt-Retrospektive
(XVIII. Ausstellung 1903) präsentieren und man beschloss, das Kunstwerk vorerst
an Ort und Stelle zu lassen.

Zustand von "Poesie" vor der Restaurierung. Foto:
Bundesdenkmalamt Wien
1903 erwarb der Mäzen und Kunstsammler Carl Reinighaus den Fries, der in
7 Teile zersägt von der Wand genommen und12 Jahre in einem Möbeldepot
in Wien gelagert wurde, bis Reininghaus den Fries 1915 wiederum an den Industriellen
August Lederer verkaufte, der zu den wichtigsten Förderern Klimts zählte
und zu diesem Zeitpunkt die wohl umfangreichste und wichtigste Sammlung von Klimt-Bildern
in Privatbesitz sein Eigen nannte.
1938 wurde die Familie Lederer, wie so viele Familien jüdischer Abstammung,
enteignet. Der Beethovenfries wurde somit "staatlicher Verwaltung" unterstellt
und ging erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder offiziell in den Besitz
des inzwischen in Genf ansässigen Erben Erich Lederer über. Gleichzeitig
wurde ein Ausfuhrverbot über den Fries verhängt, so dass sich Erich
Lederer schließlich - nicht zuletzt aufgrund des zunehmend dringlicheren
Restaurierungsbedarfs des Frieses - zum Verkauf an die Republik Österreich
entschloss.
1973 wurde der Beethovenfries von der Republik Österreich erworben und binnen
10 Jahren unter der Leitung von Manfred Koller vom Bundesdenkmalamt Wien restauriert.

Klimtraum in der Secession. Foto: Magherita Spiluttini
Im Zuge der Generalsanierung der Secession 1985 wurde schließlich im Souterrain
ein Raum für den Beethovenfries geschaffen, dessen Maße der aus konservatorischen
Gründen für den Fries notwendigen Klimakammer genau entsprechen und
in dem der Fries unabhängig vom laufenden Ausstellungsbetrieb gezeigt werden
kann. Seit 1986 konnte der Wandzyklus in der Secession als Leihgabe der Österreichischen
Galerie Belvedere wieder permanent der Öffentlichkeit zugänglich gemacht
werden.

Alle Daten aus:
Margarethe Szeless, Der Beethovenfries - Provenienz- und Ausstellungsgeschichte
In: Gustav Klimt - Beethovenfries, Secession 2002
Erhältlich
im Shop
MATERIAL UND TECHNIK
Gesamtlänge 34,14 m (Längswände je 13,92 m, Stirnwand 6,30 m),
Höhe 2,15 - 2,00 m
Kaseinfarben, Goldfarbe, schwarze und farbige Kreiden, Graphit. Aufgetragener
Stuck, sowie verschiedene Applikationen (z.B. Spiegel, Perlmutter, Vorhangringe,
etc.)
Leihgabe der Österreichischen Galerie Belvedere
Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte
an:
Urte Schmitt-Ulms
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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