HANNES ZEBEDIN
AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2009
MIT SCHWUNG DURCHQUEREN ANSTATT SICH AUFZUHALTEN
20. 2. – 13. 4. 2009
Grafisches Kabinett


Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009
Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009


Wenn Hannes Zebedin den Stiegenaufgang zum Grafischen Kabinett in einen minimalistischen, in strahlend weißes Licht getauchten Raum verwandelt, zitiert er die Idee des White Cube, dem Ideal eines modernen Ausstellungsraums.


Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009
Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009


Das Stiegenhaus darf nicht betreten werden: Es erfüllt seit der künstlerischen Bereinigung von funktionalen Details nicht mehr die gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen. Zebedin unterstreicht damit nicht nur den skulpturalen Charakter des Einbaus, sondern führt auch eine weitere diskursive Ebene ein: die Frage von Regulierung, Restriktion und Kräfteverhältnissen in der Zivilgesellschaft.


Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009
Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009


Als Leitsatz und Titel für seine Ausstellung dient Zebedin ein Zitat des italienischen Futuristen Aldo Palazzeschi: „Wir wollen anstatt sich im Dunkel des Schmerzes aufzuhalten, ihn mit Schwung durchqueren, um in das Licht des Lachens einzutreten.“, das als Wandtext - zumindest in Fragmenten - im Stiegenhaus zu lesen ist.


Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009
Hannes Zebedin, Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession 2009


Der ebenfalls unzugängliche Ausstellungsraum des Grafischen Kabinetts bietet das Szenario eines (vermeintlich) vandalistischen Akts. Hier untersucht Hannes Zebedin das ästhetische Potenzial einer politisch-aktivistischen Handlung. Durch das Einschlagen der Fenster gleicht der Ausstellungsraum einem stark in Mitleidenschaft gezogenem Ort: am Boden verstreut liegen Glasscherben und Pflastersteine, die Beleuchtung bleibt ausgeschaltet, Witterung und Straßenlärm können ungefiltert in den Raum und sind noch beim Eingang zum Stiegenhaus wahrnehmbar. Das Bild der Verwüstung kann allerdings nur imaginiert oder im Katalog betrachtet werden. Von der Strassenseite aus sieht man nur die zerbrochenen Fensterscheiben

Die Transformation der beiden Räume ist gegenläufig. Der Etablierung einer „idealen“ Situation auf der einen Seite steht die Zerstörung einer idealen Situation auf der anderen gegenüber. Was definiert der gesellschaftliche Konsens als innerhalb und außerhalb der akzeptierten Norm? Was gilt als Überschreitung dieser?

Bestimmend für die künstlerische Position Hannes Zebedins ist die Suche nach Möglichkeiten einer klaren politischen oder künstlerischen Haltung, die in einem Gegensatz zum postmodernen „Anything goes“ steht. Auch in dieser neuen Intervention lotet er Möglichkeiten einer individuellen Artikulation gegenüber anderen Kräften innerhalb der Zivilgesellschaft aus.


Hannes Zebedin (geb. 1976 in Lienz) lebt und arbeitet in Wien.


Katalog

Katalog HANNES ZEBEDIN

32 Seiten, 27 Farbabbildungen, 4 SW Abbildungen
Text: Kit Hammonds, dt/engl.
Secession 2009, ISBN 978-3-902592-22-4
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Erhältlich im Shop


Einzelausstellungen und Interventionen
2009 Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten, Secession, Wien; 2007 Ein Sonntag im Museum (mit Adrien Tirtiaux), Baumgasse 30a, Wien; 2006 Lyudmila und Kalinka, öffentlicher Raum, Tromsö, Norwegen; 2005 Marcus Omofuma Stein, öffentlicher Raum, Wien; 2004 3sprachig50%, Republiksplatz, Belgrad.

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2009 Spotlight. Neuzugänge seit 2006, Museum der Moderne, Salzburg(*); Bürger/in Bosnien und Herzegowinas, Klub Ost, Wien; 2008 Am Rande Pathetik, Fluc, Wien; Kleinstes Gemeinsames Vielfaches, Akademie der Bildenden Künste Wien; Backstage Tourism, Gemäldegalerie, Akademie der Bildenden Künste Wien; Archive in residence, UNA Gallery, Bukarest; 2007 Frisch vom Friseur auf der Suche nach der Modernen, Kurzbauergasse 8, Wien; Kaffee und Drina, Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs, Wien; Ausgesetzt_spaesato, Galleria Lungomare, Bozen; 2006 God is a gallery, Galuzin Gallery, Oslo; Galerie der HfBK Hamburg; All night long, Christine König Galerie, Wien (*); Verk, Forsbakka, Schweden; Spektrum Farbe, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten (*); Give me five, Tanzquartier Wien (*); 2005 Medialisierung, Spatialisierung, (Re)Politisierung, Arbeit, Fluc, Wien; 4 a different view, Cafe Rot, Wien; Rückverortung des Sozialen, VBKÖ, Wien; Mundpropaganda, Amthof, Feldkirchen; 2004 Real Presence 04, Museum des 25. Mai, Belgrad.
(*) mit Markus Gradner, Daniel Ramirez, Stephan Uggowitzer


Ausstellungsansichten: Wolfgang Thaler



Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:
Erste Bank – Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession



KATRIN PLAVČAK    KLAUS MOSETTIG    HANNES ZEBEDIN AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2009



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