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AKTUELLE AUSSTELLUNGEN



KATRIN PLAVČAK
20. 2. – 13. 4. 2009


KLAUS MOSETTIG
20. 2. – 13. 4. 2009


HANNES ZEBEDIN
20. 2. – 13. 4. 2009


PAWEL ALTHAMER
25. 4. – 21. 6. 2009


THE DEATH OF THE AUDIENCE
3. 7. – 30. 8. 2009


MICOL ASSAËL
11. 9. – 8. 11. 2009


CINEPLEX
11. 9. – 8. 11. 2009


MARC CAMILLE CHAIMOWICZ
20. 11. 2009 – 24. 1. 2010


MICHAEL ASHKIN
20. 11. 2009 – 24. 1. 2010


MONA VATAMANU/FLORIN TUDOR
20. 11. 2009 – 24. 1. 2010

   



KATRIN PLAVČAK
Hauptraum
20. 2. – 13. 4. 2009

Katrin Plavcak, Fishgarden, 2007, Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm
Katrin Plavčak, Fishgarden, 2007, Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm

Die figurative Malerei Katrin Plavčaks ist eine Ausdrucksform des Sammelns und Zitierens medial vermittelter Sujets. Beobachtungen und Fundstücke werden von ihr malerisch verwandelt, mit Erfundenem kombiniert, entstellt, remixt und neu inszeniert. Charakteristisch für ihre Darstellungen von amorphen Stadträumen, Außerirdischen, utopischem Design und den damit verbundenen Lebensformen ist eine ästhetische Wirkung zwischen Realismus und Abstraktion, Visionärem und Banalem, Fantastik und Karikatur. Entgegen den Präsumtionen, die der Malerei und ihrer oft für beendet erklärten Geschichte im 20. Jahrhundert anhaften, arbeitet Katrin Plavčak an einer Entgrenzung des Mediums. Zum einen hält sie die Malerei gegenüber einer medialisierten Umwelt offen, zum anderen entwickelt sie durch Nebeneinander- und Gegenüberstellungen raumgreifende Bildkonzepte und erweitert die Malerei zunehmend ins Skulpturale. Ein vorherrschender Topos ihrer jüngsten Bildwelten ist die Eroberung neuer Räume, wie sie sich beispielsweise in der Kolonialisierung fremder Länder, in der Raumfahrt, oder auch in der Evolutionsbiologie manifestiert.

Katrin Plavčak, geboren 1970 in Gütersloh, studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien und lebt heute in Berlin und Wien.



KLAUS MOSETTIG
Galerie
20. 2. – 13. 4. 2009

Klaus Mosettig, Apollo 11 (Detail), 2008, Zeichnung, 153 x 1000 cm
Klaus Mosettig, Apollo 11 (Detail), 2008, Zeichnung, 153 x 1000 cm

Klaus Mosettig arbeitet in Medien wie Film, Skulptur und Zeichnung, in denen sich jeweils unterschiedliche Aspekte der selben konzeptuellen Strategie manifestieren. Die Beziehung zwischen Künstler und Kunstwerk, zeitlich und räumlich definierte Prozesse, Transformation und Veränderung sind wichtige Parameter seiner Arbeit. Mosettigs Skulpturen, für die er unter anderem mit lebenden Apfelbäumen oder einem Ameisenvolk gearbeitet hat, entwickeln sich zum Teil über mehrere Jahre und verändern sich permanent. In seinen Zeichnungen, die er oft als umfangreiche Serien konzipiert, legt Mosettig den Fokus vielfach auf scheinbar Nebensächliches wie den projizierten Schmutz von Diaprojektorenlinsen oder Kuhfladen. Detailgenau beschreibt er das Individuelle und Nicht-Identische seiner Motive mittels einer analytischen Rasterstruktur aus feinen, diagonalen Strichen, mit denen er seine Vorlagen mimetisch abtastet. Die kritische Umwertung von Aufmerksamkeitsökonomien geht hierin einher mit einer Befragung von künstlerischer Subjektivität und persönlicher Handschrift, die nicht zuletzt einen wesentlichen Beitrag zum Dispositiv des Mediums Zeichnung liefert.

Klaus Mosettig, geboren 1975 in Graz, lebt und arbeitet in Wien.



HANNES ZEBEDIN
Grafisches Kabinett
20. 2. – 13. 4. 2009

Hannes Zebedin, Present Perfect, 2004, Installation, Maße variabel
Hannes Zebedin, Present Perfect, 2004, Installation, Maße variabel

Politischer Aktivismus und die Idee von Kunstproduktion als politische Handlung sind für Hannes Zebedin Grundlage seines ausgeprägten Interesses für Struktur- und Systemanalyse sowie für das Zusammenspiel von Einzelnen mit gesellschaftlich und urban definierten Räumen. In seinen pointiert inszenierten Installationen, Interventionen und Performances im öffentlichen Raum untersucht er die Möglichkeiten einer individuellen Artikulation gegenüber anderen gruppendynamisch gebündelten Entwicklungen innerhalb der Zivilgesellschaft wie beispielsweise Gentrifizierung, Globalisierung, Migration und deren Folgen. Als viel reisender Künstler nutzt er die Möglichkeiten eines temporären Agierens in neuen Umfeldern aus der Perspektive des anderen Blicks, wobei er zugleich selbstreflexiv das nachhaltige Potenzial seiner Eingriffe hinterfragt. Gegenwärtig hat Hannes Zebedin sein Augenmerk verstärkt auf die Form des Manifests gerichtet. In seiner zeitgenössischen Interpretation sucht er nach Möglichkeiten einer klaren Positionsbestimmung einer politischen oder künstlerischen Haltung, die im Gegensatz zum postmodernen „Anything goes“ steht.

Hannes Zebedin, geboren 1976 in Lienz, lebt und arbeitet in Wien.



PAWEL ALTHAMER
Alle Ausstellungsräume
25. 4. – 21. 6. 2009

Pawel Althamer, Astronauta 2, 1997, Fotografie, courtesy der Künstler, Foksal Gallery Foundation, Warschau und neugerriemschneider, Berlin.
Pawel Althamer, Astronauta 2, 1997, Fotografie, courtesy der Künstler, Foksal Gallery Foundation, Warschau und neugerriemschneider, Berlin

Pawel Althamer entwickelt seine poetischen Inszenierungen, Interventionen und Skulpturen aus der präzisen Beobachtung und Analyse alltäglicher Situationen und gesellschaftlicher Konventionen. Wiederholt hat er andere Personen zur Teilnahme an seinen Projekten eingeladen oder sie gebeten andere Rollen einzunehmen, um den Alltag und die sozio-ökonomischen Bedingungen bestimmter (Rand-)gruppen zu verhandeln. Im Sinne einer Neubewertung des „unsichtbaren Theaters“ begreift er hierbei vielfach den öffentlichen Raum als Bühne und konzentriert sich auf das scheinbar Unspektakuläre, um mittels minimaler Eingriffe in die bestehenden Strukturen die Erfahrung einer bestimmten Wirklichkeit zu pointieren oder zu verschieben. Der Aspekt des Realismus durchzieht auch seine figurativen Skulpturen, in denen er – häufig in Form von Selbstbildnissen – Fragen der menschlichen Existenz wie Identität und Entfremdung, Einsamkeit und Isolation thematisiert.

Pawel Althamer, geboren 1967 in Warschau, lebt und arbeitet in Warschau.



THE DEATH OF THE AUDIENCE
kuratiert von Pièrre Bal-Blanc
Alle Ausstellungsräume
3. 7. – 30. 8. 2009

The Death of the Audience, Ausstellungsansichten, Secession, 2009, Foto: Wolfgang Thaler
The Death of the Audience, Ausstellungsansichten, Secession, 2009, Foto: Wolfgang Thaler

Welche Aktualität besitzen künstlerische Positionen der 1960er, 1970er und 1980er Jahre? Die internationale Gruppenausstellung The Death of the Audience untersucht die Radikalität, das utopische und anti-utopische Potenzial der Ansätze und Formfindungen jener Zeit, indem sie ältere und neue Arbeiten der Generation(en) der heute über 50-Jährigen neu kontextualisiert und in Bezug zu den Produktionen jüngerer KünstlerInnen stellt. Der französische Kurator Pierre Bal-Blanc wurde von der KünstlerInnenvereinigung eingeladen, dieser Fragestellung nachzugehen und eine Ausstellung für alle Räume der Secession zu entwickeln.

Pierre Bal-Blanc ist Direktor vom Centre d’Art Contemporain (CAC) in Brétigny in der Nähe von Paris, wo er umfangreiche Einzelausstellungen u.a. mit David Lamelas, Theresa Margolles, Roman Ondák, Markus Schinwald, Santiago Sierra, Franz Erhard Walther, Clemens von Wedemeyer und Artur Zmijewski realisierte. In seiner international wandernden Ausstellungsreihe La Monnaie Vivante/Living Currency verhandelt er aktuelle wie historische Auseinandersetzungen mit Körper sowie performative Strategien in der Bildenden Kunst.



MICOL ASSAËL
Hauptraum
11. 9. – 8. 11. 2009

Micol Assaël, Eldfell, 2006, Kupfer, 25 x 100 x 130 cm, courtesy ZERO, Mailand
Micol Assaël, Eldfell, 2006, Kupfer, 25 x 100 x 130 cm, courtesy ZERO, Mailand

Ausgehend von einer Faszination für wissenschaftliche Theorien und physikalische Prinzipien wie Erdung, Schwerkraft oder Elektromagnetismus verstärkt Micol Assaël in ihren auf den jeweiligen Ort zugeschnittenen Environments und Interventionen vielfach physikalische Phänomene. Ihre spärlich bestückten Installationen spielen mit dem Spektrum sinnlicher Wahrnehmungen und erlauben ungewöhnliche Erfahrungen. Die unmittelbar auf den Körper bezogenen Wirkungen industrieller Apparaturen provozieren in Korrelation mit unsichtbaren elementaren Kräften und einer ausgehebelten Kausalität häufig die psychologische Spannung einer unspezifischen Bedrohung sowie Gefühle der Unsicherheit und Verletzbarkeit. Die minimalen Arrangements Micol Assaëls verweisen hierin auf die potenziellen Schrecken von Technologie, während sie zugleich in ihrer spezifischen Materialität, Theatralität und Ortsbezogenheit die Paradigmen von Minimal Art, Conceptual Art und Arte Povera an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Technik, Kunst und Poesie neu ausloten.

Micol Assaël, geboren 1979 in Rom, lebt und arbeitet in Rom und Moskau.



CINEPLEX
Experimentalfilme aus Österreich, ausgewählt von Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber
Galerie und Grafisches Kabinett
11. 9. – 8. 11. 2009

Lotte Schreiber, Borgate, 2007, Filmstill
Lotte Schreiber, Borgate, 2007, Filmstill

Österreich verfügt über eine rege Experimentalfilmszene. Arbeiten aus diesem Feld werden gemeinhin jenseits des etablierten Ausstellungsbetriebs präsentiert, sind jedoch weltweit auf den einschlägigen Festivals zu sehen. Die Ausstellung Cineplex wagt einen Brückenschlag zwischen den weitgehend getrennten Sphären der bildenden Kunst und des experimentellen Films und funktioniert zu diesem Zweck die Ausstellungsräume in der Secession in eine Art Multiplexkino um. Präsentiert werden experimentelle Filme und Videos jüngeren Datums, die sich mit den grundlegenden Bedingungen des Mediums Film sowohl in Bezug auf die Technik und die Geschichte, als auch auf die ikonografischen und dramaturgischen Konventionen auseinander setzen. Die AutorInnen beschäftigen sich intensiv mit den Spezifika des Filmischen an sich, nutzen dabei jedoch ganz selbstverständlich die gegenwärtigen Möglichkeiten digitaler Produktionsverfahren.

Norbert Pfaffenbichler, geboren 1967 in Steyr und Lotte Schreiber, geboren 1971 in Mürzzuschlag, leben und arbeiten in Wien.



MARC CAMILLE CHAIMOWICZ
Hauptraum
20. 11. 2009 – 24. 1. 2010

Marc Camille Chaimowicz, Deux coiffeuses (peut-être pour adolescents), l’une habillée, l’une pas (Detail), 2008, Holz, Farbe und verschiedene Objekte, 125 x 143 x 50 cm
Marc Camille Chaimowicz, Deux coiffeuses (peut-être pour adolescents), l’une habillée, l’une pas (Detail), 2008, Holz, Farbe und verschiedene Objekte, 125 x 143 x 50 cm

Marc Camille Chaimowicz profilierte sich in den frühen 1970er Jahren mit Environments und interaktiven Performances, die sich in ihrer Poetik deutlich von den puristischen Repräsentationen der Konzeptkunst und Minimal Art abheben. Insbesondere die Ambiguität seiner Interieurs und Objekte zwischen Kunst, Design und Alltagskultur, seine Sensibilität für profane, alltägliche Rituale sowie die eingewobenen autobiografischen Notizen und die aktualisierte Tradition des Dandytums sind heute wichtige Anknüpfungspunkte für eine jüngere KünstlerInnengeneration. Getragen von dem anhaltenden Interesse an einem verfeinerten Einrichtungs- und Lebensstil sowie der Ambition einer ästhetischen Gesamtheit umfasst die jüngere künstlerische Produktion von Marc Camille Chaimowicz stilllebenartige Arrangements, Möbelskulpturen, ornamentale Zeichnungen und Prototypen für Dekorstoffe, Tapeten und Keramiken. Sein Vokabular ornamentaler Muster und Motive referiert auf eine bürgerliche, zuweilen altmodische Finesse und spielt mit der Ambiguität von realen Wohnungseinrichtungen und häuslichen Funktionszusammenhängen.

Marc Camille Chaimowicz, geboren im Paris der Nachkriegszeit, lebt und arbeitet in London und Burgund.



MICHAEL ASHKIN
Galerie
20. 11. 2009 – 24. 1. 2010

Michael Ashkin, Hiding places are many, escape only one, 2007-8, recycelter Karton (work in progress)
Michael Ashkin, Hiding places are many, escape only one, 2007-8, recycelter Karton (work in progress)

Michael Ashkin arbeitet in seinen Fotografien und Videoarbeiten an einem neuen Verständnis von Landschaft, welches es ihm erlaubt, Kritik und Hommage in einer dialektischen Spannung zu verbinden. Kennzeichnend für seine Bestandsaufnahmen von heruntergekommenen Durchzugsorten, verwüsteten Gegenden und trostlosen Industriebrachen ist eine dokumentarische Strategie, welche die dargestellten Topografien semantisch öffnet und zu Orten der Projektion, der Ruhe und des Nachsinnens erklärt. In den letzten Jahren setzt Michael Ashkin in seinem Nachdenken über die Bedingungen der Entstehung und Wahrnehmung eines Ortes vornehmlich bei utopischen Räumen an. In dem prozesshaft weiterentwickelten Modell Adjnabistan – der Name ist abgeleitet aus dem Arabischen wie Persischen „adjnabi“ für „Fremder“, „Anderer“ und bezeichnet ein Land unmöglicher Herkunft – lotet er die Logiken urbaner räumlicher Organisation zwischen gesellschaftlichen Idealen und strukturellen Notwendigkeiten aus.

Michael Ashkin, geboren 1955 in Morristown/New Jersey, lebt und arbeitet in New York.



MONA VATAMANU/FLORIN TUDOR
Grafisches Kabinett
20. 11. 2009 – 24. 1. 2010

Mona Vatamanu/Florin Tudor, Traiasca si Infloreasca Capitalismul!, Periferic 8 Biennial, Iasi, 2008
Mona Vatamanu/Florin Tudor, Traiasca si Infloreasca Capitalismul!, Periferic 8 Biennial, Iasi, 2008

Die Phänomene des Vergessens und Verdrängens der jüngsten Geschichte in Folge der dramatischen politischen und sozialen Umwälzungen nach dem Zusammenbruch des real existierenden Kommunismus in Rumänien stehen im Zentrum der Arbeiten von Mona Vatamanu und Florin Tudor. Das KünstlerInnenduo untersucht das in den letzten Jahren vielfach konstatierte Trauma in den postsozialistischen Ländern häufig anhand von Architektur und Städteplanung. In ihren Filmen, Fotoserien und Installationen fokussieren sie mit einer fast archäologischen Herangehensweise einerseits die Zerstörung von Kirchen, Klöstern und Palästen in Rumänien durch das ehemalige kommunistische Regime, andererseits die augenscheinliche gegenwärtige Indifferenz und Ignoranz der Bevölkerung gegenüber diesen Vorgängen. In durchaus symbolischen Aktionen der Sichtbarmachung und Wiedergutmachung setzten sie sich aktiv für die Thematisierung und Aufarbeitung der jüngsten Ereignisse ein.

Mona Vatamanu, geboren 1968 in Konstanza und Florin Tudor, geboren 1974 in Genf, leben in Bukarest und arbeiten seit 2000 zusammen.



STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES


ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr



Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:

Erste Bank - Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession


Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Urte Schmitt-Ulms
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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