Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


Mit der Ausstellung von Stefan Sandner setzt die Secession eine Tradition der letzten Jahre fort, das Werk oder einen bestimmten Aspekt der neueren Produktion österreichischer KünstlerInnen der jüngeren Generation in einem größeren Rahmen vorzustellen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit Stefan Sandners ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte der minimalistischen Malerei vor allem amerikanischer Herkunft (z. B. Kelly, Noland, Stella und Mangold). Der Rückgriff auf die shaped canvases eines Noland oder Stella ist jedoch kein rein kunstimmanentes Zitat. Vielmehr nutzt Sandner diese historische „Technik“ auch als Verweis auf die Formensprache unseres medialen Alltags. Sandners Interesse gilt der Art und Weise, wie Bilder – egal welcher Provenienz – konstruiert sind und wie diese Bilder in Beziehung zueinander stehen. In diesem Sinne sind auch Sandners neue Arbeiten, in denen Fragmente handschriftlicher Aufzeichnungen (z. B. aus Kurt Cobains Tagebüchern, anonymen Bierdeckelkritzeleien und privaten Notizen von Freunden) isoliert und dekontextualisiert auf die Leinwand aufgebracht werden, als Meditationen über die Schaffung von Sinn und (Kunst-)Geschichte lesbar.


Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


„Zeug ist am Verschwinden“, kann da handschriftlich ins Riesenhafte vergrößert stehen und meint nicht nur das Sperrgut, das ein Ateliernachbar Sandners mit der auf einen Zettel geschriebenen Formulierung zu entschuldigen bat. Auf die Leinwand und ins Bild transponiert spricht der Satz zwar auch vom Schicksal der mittlerweile wohl endgültig verschwundenen Objekte, verweist weitergehend jedoch auf grundsätzliche Problemlagen der Malerei. Während Sandners Bild einerseits die in der Vorlage auf Papier handgeschriebenen Buchstaben reproduziert, macht es andererseits in den herabgeronnenen Farbtropfen auf der Leinwand den Maler als Produzenten kenntlich. So oszilliert das Gemälde zwischen auktorialem Bild und mimetischem Abbild.


Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


Diese verschiedenen und widersprüchlichen Referenzen führen dabei nicht zu einer Ästhetik der Indifferenz, im Gegenteil: Statt der vom mediendurchzogenen Alltag überforderten Wahrnehmung den Ausweg in den Schutzraum der Beliebigkeit zu öffnen, lassen sich in seinen Arbeiten immer wieder Hinweise darauf lesen, dass die Verhältnisse zwischen der Kunst und ihren Kontexten variabel und dennoch bestimmbar sind. Sandners Bilder finden dabei ihre Zusammenhänge auch außerhalb des Feldes der Kunst. Nachdem die Formensprache des Minimalismus schon zu ihrer Zeit umgehend Eingang in das Vokabular des Corporate Design gefunden hatte, geht er mit seinen Arbeiten den umgekehrten Weg, wenn sich in den großformatigen monochromen Bildern Assoziationen zur kühlen Ästhetik der Werbung einstellen. Wie bei den Schriftbildern die verschiedenen Formen des Schreibens stellen diese abstrakten und von „Handschrift“ weitgehend bereinigten Gemälde die auktoriale Produktion per se zur Disposition.


Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


PUBLIKATION

Katalog STEFAN SANDNER

80 Seiten, 33 Farbabbildungen
Text: Raimar Stange, Martin Prinzhorn
Secession 2006, ISBN 3-901926-93-8
Vertrieb: Schlebrügge.Editor, Wien

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Erhältlich im Shop


STEFAN SANDNER, geb. 1968, lebt und arbeitet in Wien. EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl): 2004 Wolves, Galerie Zell am See, mit Christian Kobald; 2003 Puma, Galerie Grita Insam, Wien; 2001 INLET, Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz; 2000 Grazer Kunstverein; The Malinowski Project, Goldman Tevis, Los Angeles, mit Christian Kobald; 1997 Pleinair, Zeichnung, David, Trabant, Wien; Galerie CC, Graz; 1995 Kommunikationsbüro, Wien; GRUPPENAUSSTELLUNGEN (Auswahl): 2005 In Concert, Schirn Kunsthallle Frankfurt, mit Albers; Gegenwartsbild, Futuregarden, Wien; Faistauer Preis 2005, Galerie im Traklhaus, Salzburg; 2004 Third Places, Steirischer Herbst, Graz; ...and in between, Galerie Grita Insam, Wien; Tafelrunde, Galerie Kunstbüro, Wien; 2003 arttirol, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck; Projekt 21er, 20er Haus, Wien; Abstraction Now, Künstlerhaus, Wien; Gegenlicht, BUWOG, Wien; Fenster zum..., Galerie der Stadt Wels; 2002; hinterlands, Kerstin Engholm Galerie, Wien; Hear the Art, Kunsthalle Exnergasse, Wien; Space off!, Supersaat, Wien; Räume 2, Westbahnhof, Innsbruck; 2001 en avant, Galerie Grita Insam, Wien; Vor Ort 1, Galerie der Stadt Schwaz; 2000 rosarot, Galerie Kunstbüro, Wien; cultural sidewalk, Gumpendorferstraße, Wien; camping, Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz; Berlin.


Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


Stefan Sandner, Secession 2006
Stefan Sandner, Secession 2006


Ausstellungsansichten Installation shots : Matthias Herrmann


Stefan Sander, ohne Titel, 2004/05
Stefan Sander, ohne Titel, 2004/05, Courtesy: Kulturabteilung der Stadt Wien


Stefan Sandner, ohne Titel, 2006
Stefan Sandner, ohne Titel, 2006


Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:
Erste Bank – Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession

Die Arbeiterkammer Wien ist Hauptsponsor der Ausstellung Stefan Sandner



DAVE HULLFISH BAILEY     KRISTINA LEKO AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2006



Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Katharina Schniebs
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
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