Kristina Leko, BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006
Kristina Leko, BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006


In ihrer Reinterpretation eines „Kunstsalons“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts zeigt Kristina Leko Bilder und Möbel aus privaten Kunstsammlungen zusammen mit Werken, die von Arbeitslosen in einem von ihr durchgeführten Malkurs angefertigt wurden. Ein grundlegender Aspekt der Arbeiten der kroatischen Multimedia- und Konzeptkünstlerin ist die gemeinsame Nutzung kultureller Ressourcen und die Ermöglichung von Interaktionen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen.


Kristina Leko, BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006
Kristina Leko, BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006


Für die Partizipation an ihrem für die Secession konzipierten „Sozialexperiment mit ethischen und ästhetischen Folgen“ (Leko) wurden einzelne Personen eingeladen: Mitglieder der Freunde der Secession und TeilnehmerInnen der Volkshilfe Beschäftigung.


Kristina Leko, BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006
Kristina Leko, BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006


In Zusammenarbeit mit der Volkshilfe Beschäftigung bot Kristina Leko in Wien im März 2006 einen zweiwöchigen Workshop zum Thema Porträtzeichnen an. Ihr Ziel als Kursleiterin war, jede Person bei der Produktion eines Kunstwerks zu unterstützen. Leko schließt mit dieser Aktion an ein Projekt an, das sie unter dem Titel Jede/r Mensch ist entweder eine Künstlerin oder ein Künstler, Beweis Nr. 3, 2005 in Halle durchführte. Sie leitete auch dort Workshops, in denen großformatige Porträts entstanden. Leko bezieht sich einerseits auf Forderungen nach der breiten Teilhabe an kulturellen Prozessen, wie sie bereits Joseph Beuys seit den 60er Jahren gestellt hat und geht andererseits der Frage nach, was die gesellschaftliche Rolle von Kunst sein kann. Sie versteht Kunst als Möglichkeit des Engagements, als Instrument, mit dessen Hilfe marginalisierte Gruppen ihre Situation sichtbar machen können.


Kristina Leko, Entwurf für die Installation BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006
Kristina Leko, Entwurf für die Installation BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Secession 2006


Was soll ich tun? Das Plakatmotiv zur Ausstellung stellt die von Kristina Leko entwickelten Zwölf Grundregeln einer Ethik für Künstler/innen dar, in denen sie unter anderem eine kulturelle Demokratie und ein unbegrenztes Gebrauchsrecht für öffentliche Veranstaltungsorte fordert. Leko thematisiert darüber hinaus die gesellschaftlichen Potenziale der Kunst, die in der Lage ist, einen „Wandel in den Beziehungen und Wahrnehmungen zu erzeugen“. Lekos Aufmerksamkeit gilt dabei mindestens ebenso sehr dem Prozess wie dem Produkt: Es ist die Qualität der Erfahrungen der involvierten Personen, das Zusammenspiel der TeilnehmerInnen, das Aufeinandertreffen von verschiedenen Auffassungen und Wertungen, die zur Kanonisierung von Kunstwerken führen und die Leko in Beweis Nr. 4 untersucht.


Mutter mit Sohn, Selbstbildnis von Nicole Kapaun, entstanden während des Workshops in der Volkshilfe Beschäftigungsinitiative unter der Leitung von Kristina Leko, 2006   Mutter mit Sohn, Selbstbildnis von Nicole Kapaun, entstanden während des Workshops in der Volkshilfe Beschäftigungsinitiative unter der Leitung von Kristina Leko, 2006
Mutter mit Sohn, Selbstbildnis von Nicole Kapaun, entstanden während des Workshops in der Volkshilfe Beschäftigungsinitiative unter der Leitung von Kristina Leko, 2006


Im Grafischen Kabinett lässt Leko den Gedanken der Salons wieder aufleben, in denen bereits Ende des 19. Jahrhunderts unterschiedliche Individuen aufeinander trafen. In Zusammenarbeit mit Mitgliedern aus dem Kreis der Freunde der Secession fand eine Auseinandersetzung mit den jeweils ausgewählten Möbelstücken und Kunstobjekten der LeihgeberInnen statt. Daran anknüpfend sind jetzt auch die BesucherInnen der Ausstellung eingeladen, die Installation zu erkunden, welche Laienkunst mit Kunstwerken in der Secession vereint. Hier gilt es, herauszufinden, ob Beweis Nr. 4 stand hält, also ob nun wirklich jede/r Mensch ein/e Künstler/in ist?


TeilnehmerInnen und MitarbeiterInnen am Projekt BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Foto: Hannes Böck
TeilnehmerInnen und MitarbeiterInnen am Projekt BEWEIS NR. 4: JEDE/R MENSCH IST EIN/E KÜNSTLER/IN, Foto: Hannes Böck


PUBLIKATION

Katalog KRISTINA LEKO

44 Seiten, 37 Farbabbildungen
Text: Kristina Leko, Barbara Steiner
Secession 2006, ISBN 3-901926-92-5

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Erhältlich im Shop


KRISTINA LEKO, geb. 1966, lebt und arbeitet in Zagreb und Köln. AUSSTELLUNGEN / PROJEKTE (Auswahl): 2005 Amerika, Museum of Contemporary Art, Zagreb; Piac Project, Ernst Museum Budapest; Shrinking Cities, Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig; Politics of Care, Cuny Graduate Center’s Art Gallery, New York; Machtfaktor Wirtschaft, Fotogalerie, Wien; 2004 Constitutional Overhaul Bureau, Projekt im öffentlichen Raum, Weimar; New Video. New Europe, The Renaissance Society, Chicago; Contemporary Art Museum, St. Louis; Cosmopolis Biennial of Contemporary Art, Thesaloniki; Trading Places, Pumphouse Gallery, London; Noch einen Wunsch, Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig; 2003 On Milk and People, ICA, Dunaujvaros; Breaking Away, P.S.1. - MoMA, New York; Balkan Visions, Galleria Museo Arge Kunst, Bozen; Austrian Triennial on Photography, Graz; 2002 Misfits, Künstlerhaus Bethanien, Berlin; In Search of Balkania, Neue Galerie Graz; Here Tomorrow, Museum of Contemporary Art, Zagreb; 2001 Gekauft in Graz, Rotor, Graz; What, How and for Whom?, Kunsthalle Exnergasse, Wien; 2000 Mes Objects Trouvés, Josip Racic Studio of the Museum of Modern Art, Zagreb; 1998 Blind Date, Skuc Gallery, Ljubljana.


Ausstellungsansichten: Matthias Herrmann



Mit besonderem Dank an die TeilnehmerInnen und die Volkshilfe Beschäftigung

Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:
Erste Bank – Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession



STEFAN SANDNER     DAVE HULLFISH BAILEY AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2006



Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Tamara Schwarzmayr
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
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