OSWALD OBERHUBER
26. 1. – 19. 2. 2006
Anlässlich seines 75. Geburtstages lädt die Secession ihr Ehrenmitglied Oswald Oberhuber zu einer Ausstellung ein. Oswald Oberhuber ist nicht zuletzt aufgrund der Breite seines künstlerischen Schaffens eine der herausragenden Gestalten der österreichischen Kunstgeschichte der letzten 50 Jahre. Neben seiner künstlerischen Arbeit hat er als Lehrer, Rektor der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und Leiter der Galerie nächst St. Stephan wichtige Impulse für die Entwicklung der Kunst und ihre Vermittlung gesetzt. Die gemeinsam von Oswald Oberhuber und Dr. Robert Fleck, Direktor der Deichtorhallen Hamburg, konzipierte Ausstellung im Hauptraum und Grafischen Kabinett zeichnet ausgehend von den informellen Skulpturen der 50er und 60er Jahre den künstlerischen Werdegang Oberhubers exemplarisch nach und zeigt zum Teil erstmals seit vielen Jahren einflussreiche, oft aber wenig bekannte Werkkomplexe. Eine umfangreiche Zusammenstellung von Zeichnungen und eine Auswahl seiner Plakate verweisen auf die Vielfältigkeit dieses Werkes, das der von Oberhuber immer wieder geforderten Permanenten Veränderung Rechnung trägt.
Oswald Oberhuber, geb. 1931, lebt und arbeitet in Wien.
CLEGG & GUTTMANN
3. 3. – 23. 4. 2006
In den Arbeiten von Michael Clegg und Martin Guttmann überschneiden sich Funktionen und Funktionalisierungen historischer, öffentlicher und institutioneller Räume. Ob sie Strukturen des ersten internationalen zionistischen Kongresses rekonstruieren, für Berlin ein Monument for Historical Change entwerfen oder Bibliotheken einrichten, die unkontrolliert zugänglich sind: Sie nehmen in jedem Fall die BetrachterInnen als BenutzerInnen ihrer Arbeiten in die Pflicht, sich diese Orte als historische und öffentliche anzueignen. Weil diese Aneignung in erster Linie als intellektueller Prozess verstanden wird, gehen mit den einzelnen Projekten theoretische Reflexionen und Textproduktionen einher, die als Diskussionen die Ausstellungen begleiten, als Publikationen über deren Ende hinaus wirksam bleiben. Für die Secession planen Clegg & Guttmann eine Aufarbeitung der Debatte zwischen Ernst Mach und Ludwig Boltzmann um die Gestalt der Atome, die während der 1890er Jahre in Wien ausgefochten wurde. Stellt sich jener Streit zunächst als eine wissenschaftsinterne Auseinandersetzung dar, vermag eine künstlerische Reflexion, wie Clegg & Guttmann sie vornehmen, tieferen Einblick in die politischen, sozialen und ästhetischen Zustände der Österreichisch-Ungarischen Monarchie am Fin de Siècle zu vermitteln.
Michael Clegg, geb. 1957, und Martin Guttmann, geb. 1957, leben und arbeiten in New York und Wien.
MAJA VUKOJE
3. 3. – 23. 4. 2006

Innere Konflikte, Widersprüche und die Infragestellung einer kohärenten Persönlichkeit sind zentrale Themen in den Arbeiten von Maja Vukoje. Die Künstlerin erschafft in ihren großformatigen Malereien Sphären des Unheimlichen, des Weder-Noch, einer sich in Auflösung befindlichen physischen Präsenz. Geisterhafte Schemen, durchlässige Halbwesen, die jeden Moment in einem neblig-verwaschenen Hintergrund zu verschwinden drohen, künden von der Fragilität des Offensichtlichen. In der malerischen Umsetzung unterstreichen lockere Andeutungen anstelle einer genauen Ausführung die inhaltliche Fragmentierung. Die gleichzeitige Verwendung unterschiedlicher Techniken – Sprühfarben neben Acryl und Öl, Tropfspuren und Schlieren neben kraftvollen Pinselstrichen, erdige Aquarelltöne neben Giftgrün und Neonorange – erzeugen die notwendige Spannung zwischen Konkretem und Transparentem.
Maja Vukoje, geb. 1969, lebt und arbeitet in Wien.
LONE HAUGAARD MADSEN
3. 3. – 23. 4. 2006
Im Zentrum der Arbeiten von Lone Haugaard Madsen stehen die theoretischen wie materiellen Parameter des Ausstellungsbetriebs. Lone Haugaard Madsen produziert Arbeiten, die Fragen kultureller Produktion in den Kontexten Museum, Galerie, Vermittlung, Akademie und Wirtschaft ebenso umfassen wie konkrete Eingriffe in die Konstruktion von Ausstellungsräumen. Die von ihr aus einfachen Materialien wie Latten und Spanplatten entworfenen und situationsspezifisch platzierten temporären Architekturen, Wandsysteme und Sitzmöbel oszillieren in ihrer skulpturalen Qualität nicht nur zwischen Kunstobjekt und funktionalem Möbelstück, sondern lassen zugleich die realen wie utopischen Bedingungen und Verhältnisse von Ausstellungssituationen sichtbar werden. Die weiße Wand als konstituierendes Element eines Kunstraums beleuchtet Haugaard Madsen auch in ihrer Werkgruppe, der filmischen und fotografischen Aufnahmen von Ausstellungswänden. In Form von Verschiebungen, Doppelungen und Simulationen erzeugt sie dabei Verschränkungen von aktuellem, mediatisiertem und generiertem Raum, die weit über eine Kartografie der Spuren und die Markierung des Ortes hinausweisen. In jüngster Zeit tritt neben das Thema Ausstellungsraum verstärkt die Beschäftigung mit dem Atelier als Ausgangspunkt für die Arbeiten von Lone Haugaard Madsen.
Lone Haugaard Madsen, geb. 1974, lebt und arbeitet in Wien.
STEFAN SANDNER
5. 5. – 25. 6. 2006
Mit der Ausstellung von Stefan Sandner setzt die Secession eine Tradition der letzten Jahre fort, das Werk bzw. einen bestimmten Aspekt neuerer Produktion österreichischer KünstlerInnen der jüngeren Generation in einem größeren Rahmen vorzustellen. Stefan Sandners Auseinandersetzung mit der Geschichte der minimalistischen Malerei vor allem amerikanischer Herkunft (z. B. Kelly, Noland, Stella und Mangold) führt zu strengen, in der Ausführung oftmals kargen Bildern. Der Rückgriff auf die shaped canvases eines Noland oder Stella ist jedoch kein rein kunstimmanentes Zitat. Vielmehr nutzt Sandner diese historische „Technik“ auch als Verweis auf die Formensprache unseres medialen Alltags. Sandners Interesse gilt der Art und Weise, wie Bilder – egal welcher Provenienz – konstruiert sind, und wie diese Bilder in Beziehung zueinander stehen. In diesem Sinne sind auch Sandners neue Arbeiten, in denen Fragmente handschriftlicher Aufzeichnungen (z. B. aus Kurt Cobains Tagebüchern, anonymen Bierdeckelkritzeleien oder privaten Notizen von Freunden) isoliert und dekontextualisiert auf die Leinwand aufgebracht werden, als Meditationen über die Schaffung von Sinn und (Kunst-)Geschichte lesbar.
Stefan Sandner, geb. 1968, lebt und arbeitet in Wien.
DAVE HULLFISH BAILEY
5. 5. – 25. 6. 2006
Der amerikanische Künstler Dave Hullfish Bailey untersucht in seinen Installationen Bedingungen menschlichen Zusammenlebens in urbanen Räumen. Sein Interesse gilt dabei besonders der Frage, welche Ideale und Utopien hinter städteplanerischen Maßnahmen stehen und welche prägenden, im Alltag jedoch nur schwer wahrnehmbaren Strukturen sich daraus für den Einzelnen und die Gemeinschaft ergeben. Baileys Arbeiten hinterfragen zum einen den jeweils ortspezifischen Umgang mit Schlüsselbegriffen wie ökonomische Entwicklung, Zukunftsfähigkeit, Architektur, sowie soziale und kommunale Werte. Auf der anderen Seite thematisieren sie auch jene Spannung, die entsteht, wenn in Folge von Katastrophen, etwa von Terroranschlägen, Erdbeben, Überschwemmungen die das Miteinander bestimmenden Strukturen zeitweise aufgehoben werden und die gesellschaftliche Eigendynamik vorübergehend eine neue Zusammengehörigkeit unabhängig von Ethnizität, Religion, sozialer Herkunft und politischer Orientierung schafft. In der Secession wird Dave Bailey eine Video-Arbeit präsentieren, in der er die industriellen Mechanismen der professionellen Einlagerung von Getreide in Großsilos dokumentiert, sowie eine Reihe von Zeichnungen und Skulpturen, in denen er versucht auszuloten, inwiefern diese Schnittstelle von Agrarprodukten und moderner maschineller Weiterverarbeitung als Metapher für Möglichkeiten gesellschaftlicher Strukturen fungieren kann.
Dave Hullfish Bailey, geb. 1963, lebt und arbeitet in Los Angeles.
KRISTINA LEKO
5. 5. – 25. 6. 2006
Kristina Leko hat ihre Arbeiten einmal als „expanded documentary cinema“ bezeichnet. Charakteristisch für ihre oft partizipatorisch angelegten Projekte ist die Verschränkung von ästhetischem und dokumentarischem Interesse, von autobiografischem Erzählmodus und ethnografisch anmutenden Methoden der Präsentation und (Objekt-)Beschreibung. Ein weiteres wichtiges Merkmal ihrer Arbeitsweise ist das Prinzip der Heterogenität, das sich in den von ihr gewählten Medien (Video, Fotografie, Text, performative Projekte) ebenso ausdrückt wie in den visuellen Erscheinungsformen ihrer Arbeiten und der Vielzahl und Variationsbreite der Diskurse, denen sie Raum schafft. Leko begreift Kunst im Sinne eines gesellschaftlichen Engagements, als Werkzeug um marginalisierte Gruppen und deren Situation sichtbar zu machen. Bewusst stellt sie unterschiedliche Ausdrucksweisen und Aussagen, jeweils verschiedene Möglichkeiten, (Lebens-)Geschichte zu erzählen und Realität zu interpretieren, nebeneinander, um so die Illusion einer endgültigen, übergeordneten Geschichte als solche zu widerlegen. „Es gibt keine eine Geschichte, nur viele Geschichten, Sprachen, Narrationstypen und Diskurse, die sich an einigen Punkten berühren, verknüpfen oder einfach unverbunden nebeneinander stehen.“ (Barbara Steiner)
Kristina Leko, geb. 1966, lebt und arbeitet in Zagreb und Köln.
ISA GENZKEN
6. 7. – 10. 9. 2006
Isa Genzkens Werk lotet den Raum zwischen offizieller Behauptung und privater, künstlerischer Autonomie aus. Die skulpturalen Werke – die oft im öffentlichen, architektonischen Raum angesiedelt sind – definieren eine Schnittstelle oder eine Art Kante, an der das Persönliche und das Universelle aufeinander treffen. Diese findet ihr Pendant in der Methodik Genzkens: formal und konzeptuell strenge Ausgangspositionen löst sie mit einer fast ungebärdigen Freiheit auf, woraus Arbeiten resultieren, die auf ganz verschiedenen Ebenen les- und erlebbar sind. Innerhalb ihres Werkes existieren divergierende Ansätze, die auf den ersten Blick als Brüche wahrgenommen werden können, sich bei genauerer Betrachtung jedoch als kontinuierliche Beschäftigung mit grundlegenden künstlerischen Fragestellungen darstellen. Zentrale Bedeutung hat die Wahl und Kombination unterschiedlicher, auch verschieden besetzter Materialien. Nachdem Genzken lange Zeit mit Beton, dem Werkstoff der Moderne, arbeitete, verbindet sie heute vielfach Lochbleche, Epoxyharz und gefundene Materialien und Artefakte miteinander. Die Grenzen zwischen Weichem und Hartem sind fließend und laufen oft gegeneinander. Auch die Fotoarbeiten von Isa Genzken vermessen den Raum zwischen Persönlichem und sozialer, institutioneller und medialer Öffentlichkeit, wobei es auch hier um die Gegenüberstellung eines äußeren und eines inneren Blicks geht und um den Ort an dem sich beide begegnen können. Parallel zur Ausstellung in der Secession, für die Isa Genzken eine neue raumgreifende Installation erarbeitet, zeigt die Galerie im Taxispalais Innsbruck in einer umfassend Werkschau auch frühere Arbeiten Genzkens; eine gemeinsame Publikation verbindet die beiden Ausstellungsprojekte.
Isa Genzken, geb. 1948, lebt und arbeitet in Berlin.
DAVID LAMELAS
6. 7. – 10. 9. 2006
„It is impossible for me to make definitive statements. A piece is defined by the person who looks at it.“*
David Lamelas untersucht in seiner künstlerischen Praxis, die von räumlichen Interventionen bis zu Filmen eine große mediale Bandbreite abdeckt, den Begriff des Kunstwerks und die Rolle des Autors und Betrachters in diesem. Bereits seine skulptural-installativen Arbeiten der 1960er Jahre legen fest, dass der das Werk umgebende Raum (der nicht lokal oder national, sondern als immateriell definiert wird) dieses konstituierend umfasst. Raum hat keine Bedeutung als geografischer, sondern lediglich als intellektueller und transnationaler Standpunkt. David Lamela begnügt sich nicht damit, den Künstler lediglich als politisches Subjekt zu sehen oder diese Rolle zu forcieren, sondern schafft Räume für einen Prozess kritischer Analyse, der ohne Moralismus (von welcher Seite auch immer) auskommt. Für die Galerie der Secession wird Lamelas eine ortspezifische Intervention erarbeiten, welche die Determinanten des Raums temporär neu definiert; dieser Ansatz ist von besonderem Interesse, da in der Secession traditionsgemäß der Hauptraum, nicht die anderen beiden Ausstellungsräume, einer räumlichen Analyse durch die KünstlerInnen unterzogen wird. Für das Grafische Kabinett – den einzigen Ausstellungsraum der Secession mit Blick nach draußen – wird Lamelas eine neue Soundarbeit entwickeln.
*Interview mit Lynda Morris, 1972
David Lamelas, geb. 1946, lebt und arbeitet in Buenos Aires und Paris.
JULIE AULT / MARTIN BECK
22. 9. – 12. 11. 2006
Julie Ault und Martin Beck, die als KünstlerInnen sowohl gemeinsam als auch individuell agieren, definieren ihre Arbeit als erweiterte Form kultureller Praxis. Diese nimmt unterschiedlichste Formen an: neben Arbeiten, die sie im institutionellen Bereich ausstellen (den sie quasi von innen heraus untersuchen), publizieren sie kritische Texte über künstlerische und allgemeine gesellschaftliche Phänomene und auch zu ihrer eigenen Arbeit. Darüber hinaus zeichnen sie immer wieder für das Display großer Ausstellungsprojekte (so z.B. X-Screen im Mumok, Wien, 2004) verantwortlich. All diesen unterschiedlichen Herangehensweisen liegt das Interesse an der Archivierung von Wissen und Kultur zugrunde, daran, wie sich kulturelle Ökonomien darstellen, verändern und verändern lassen. Wie prägt die Präsentation von Vergangenheit und Geschichte das Bild der Gegenwart? Welche Aspekte kultureller Praxen werden (bewusst) im Schatten offizieller Geschichtsschreibung gehalten und warum? In welchem Ausmaß sind Display und Inhalt von Ausstellungen und Publikationen verschränkt und wie lassen sich Gewichtungen im Sinne der AutorInnen vornehmen? Die Sorgfalt, die Julie Ault und Martin Beck auf gestalterische und gestaltungstechnische Fragen verwenden, spiegelt sich in der Präzision, mit der sie die Grundlagen künstlerischer, intellektueller Produktion aufgliedern und erfahrbar machen.
Julie Ault, geb. 1957, und Martin Beck, geb. 1963, leben und arbeiten in New York.
I (ICH) / PERFORMATIVE ONTOLOGY
22. 9. – 12. 11. 2006
Die von Vit Havránek für die Secession kuratierte Gruppenausstellung stellt, nach Bratislava (Narrow Focus, 2005) und Prag (Juni 2006) die dritte Station in einer thematischen Reihe von Ausstellungen dar, die Fragen der politischen und historischen Determination von Erfahrungswelten und –modi aufgreift. Der Titel rekurriert auf den Versuch, Ontologie nicht im Sinne klassischer – das Individuum überschreitender, realen Zeit/Raum-Bedingungen enthobener – Kategorien zu fassen, sondern diesem Entwurf eine (alternative) Ontologie gegenüber zu stellen, die ihre Formulierungen und Kategorien aus der physischen, emotionalen und historisch bedingten Erfahrungswelt des einzelnen Individuums entwickelt. Die Ausstellung versammelt internationale künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedlichste Weise mit der (möglichen) Pluralität ontologischer Kategorisierung auseinandersetzen und sich so dem Potenzial einer „direct ontology“ annähern.
Vit Havránek, geb. 1971, lebt und arbeitet in Prag.
STAN DOUGLAS
24. 11. 2006 – 28. 1. 2007
Der kanadische Künstler Stan Douglas vereint in seinen Film- und Fotoarbeiten konzeptuelle Strategien der 1970er Jahre mit einer aktuellen, gleichzeitig sehr eigenen Bildsprache. Er dechiffriert und entkoppelt Bild und Bildsequenzen und setzt sie neu, oftmals den gewohnten Lesarten entgegenlaufend, zusammen. Für die Secession erarbeitet Douglas ein neues Filmprojekt rund um die Geschichte eines Mordes während der Blütezeit des Goldgräbertums im westkanadischen Cariboo. Im Zentrum steht dabei weniger die kriminalistische Suche nach dem Täter, als die unterschiedliche Wahrnehmung des Verbrechens bei den Beteiligten. Douglas fächert die Handlung nicht nur in die verschiedenen Sichtweisen der Personen auf, sondern zeigt auch die inhaltlichen Abweichungen des Einzelnen abhängig vom zeitlichen Abstand zum Geschehen und seinen individuellen Absichten. Das perspektivische Splitterwerk fügt sich so zu einem narrativen und akustischen Geflecht ähnlich wie Akira Kurosawa in Rashomon der zerborstenen Wahrheit als Film im Film gerecht zu werden suchte. In Douglas’ Filmen stehen sich Poesie und intellektuelle Herausforderung konstruktiv gegenüber. Die Genauigkeit der formalen Komposition seiner Arbeiten spiegelt sich in einer konzeptuellen und inhaltlichen Präzision, die sein Werk zu einem der herausragendsten der zeitgenössischen Kunst macht.
Stan Douglas, geb. 1960, lebt und arbeitet in Vancouver.
JUDITH HOPF
24. 11. 2006 – 28. 1. 2007
Judith Hopf schreibt, zeichnet, macht Installationen, Skulpturen, Performances und Videoarbeiten. Sie arbeitet allein oder in kollektiver Form. In The Uninvited (gemeinsam mit Katrin Pesch) untersucht sie beispielsweise die Wirkung der sich konstant steigernden Militarisierung von Nachrichten auf die Gesellschaft und überprüft den öffentlichen Raum, den diese Nachrichten außerhalb der klassischen Medien wie Zeitung und Fernsehen zunehmend für sich in Anspruch nehmen. In einer anderen Videoarbeit, Proprio Aperto (gemeinsam mit Natascha Sadr Haghighian und Florian Zeyfang) begeben sich die KünstlerInnen außerhalb der Zeit der Biennale di Venezia auf das Gelände der Giardini und dokumentieren die Transformation der nationalen Pavillons: Wohnungssuchende adaptieren die Pavillons temporär für ihre eigenen Bedürfnisse, was in krassem Gegensatz zu der üblichen Nutzung der repräsentativen Ausstellungsarchitekturen während der Biennalen steht. Aneignung und Gegenwelt sind hierbei zentrale Begriffe, die die eigenwilligen Arbeiten von Judith Hopf begleiten, die sich jeglicher Vereinnahmung und markttechnischen Zuordnung widersetzen und dies auch thematisieren.
Judith Hopf, geb. 1969, lebt und arbeitet in Berlin.
MIDORI MITAMURA
24. 11. 2006 – 28. 1. 2007
„The emotions that the events of daily life give rise to cannot, by and large, be recorded but live only within our memories.” (Mitamura)
Midori Mitamuras zwischen Fotografie und Installation angesiedelte Arbeiten zitieren Versatzstücke der eigenen oder einer fremden Vergangenheit, und nehmen diese zum Ausgangspunkt, um Modi des Erinnerns und der erinnernden Wiederholung privater Biografie offen zu legen. Die von Mitamura geschaffenen Installationen und fiktiven Räume stellen inszenierte Fotografien neben gefundenes Fotomaterial, Videoarbeiten, Musik und private Memorabilia wie Möbel- oder Kleidungsstücke, die mit der Vergangenheit der Künstlerin verknüpft sind. In Two o’clock afternoon, at the hill on a windy winter day (2001) etwa baut sie akribisch ein Bücherregal der elterlichen Wohnung nach und versieht dieses mit Objekten des privaten Gedenkens, in Inventions – Sunny Flat Days (2000) präsentiert sie Amateurfotografien aus dem Japan der 50er Jahre in der Rhythmik von Bachs Inventionen. Subtil, präzis, ironisch lotet Mitamura das Spannungsfeld zwischen privater, von persönlicher Bedeutung durchdrungener und objektiver Erinnerung, zwischen erlebter und retrospektiv rekonstruierter Geschichte aus und verweist auf die Flüchtigkeit und Uneinholbarkeit persönlichen Erlebens.
Midori Mitamura, geb. 1964, lebt und arbeitet in Tokio.
STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr
Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:
Erste Bank
- Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession
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Pia Leydolt
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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