ANGELA BULLOCH
AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2005
To the Power of 4.
15. 9. – 13. 11. 2005
Hauptraum


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


Regelsysteme und Ordnungsprinzipien – Strukturen, die unsere Umgebung und unser Verhalten organisieren – sind ein zentrales Thema in den Arbeiten von Angela Bulloch. Die Künstlerin kombiniert Licht, Ton, Text, Video und Objekt zu multidisziplinären Installationen, die Ausdrucksformen für eine aktuelle Verschränkung von Digitalität und historischer Moderne erkunden. Eine konkrete Übersetzung findet diese Auseinandersetzung u. a. in der Pixelbox, einem dreidimensionalen Würfel, der mittels eines modularen Lichtsystems in den Grundfarben Rot, Grün und Blau wie ein 16 Millionen Farben-Bildschirm programmiert werden kann. Pixel steht für "picture element" und ist die kleinste Einheit zur Darstellung eines Bildschirmbildes. Die rechteckige Form der Pixelbox erinnert wiederum an künstlerische Überlegungen der Minimal Art, z. B. an Arbeiten von Dan Flavin oder Donald Judd, und deren Auseinandersetzung mit Geometrie, Reduktion sowie farblichen Kompositionen.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


In der Secession zeigt Angela Bulloch eine neue Serie von Pixelboxen, die nicht wie bisher filmisches Material in Pixel transformiert. Die Boxen sind sowohl Architektur als auch Figur und diese Synthese - eine klassische Avantgarde-Schnittstelle - ist Thema der Ausstellung To the Power of 4 . Angela Bulloch arbeitet mit der Spannung zwischen geometrischer Rasterstruktur (Boden- und Deckengestaltung im Hauptraum, Form der Box) und organischen Körpern und erweitert deren Beziehung durch Projektionen auf und in die Box. Die Einbindung von "Zeit" und "Bewegung" ist ebenso wie der Begriff des "Pixels" nicht als physikalische Einheit, sondern als ein logisches Prinzip – als konzeptueller Raum – zu verstehen.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


Die Projektionen eines Tänzers, eines Schauspielers, und einer Performance Künstlerin an den mit Aluminium verkleideten Außenwänden verleihen den Boxen, deren Größe mit der menschlichen Gestalt korrespondiert, einen individuellen Charakter. Die Choreografien und ihre Inszenierung auf/in der Box beziehen sich auf historische und zeitgenössische, experimentelle Bühnen- und Ausdrucksformen.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


Als offene Bühne inszeniert und lose arrangiert brechen die Pixelboxen die geometrische Ordnung des Raums. Die Serie von 3 großen Pixelboxen kombiniert Angela Bulloch mit zwei kleineren Formaten. Jede der 3 Gruppen folgt einer sichtbaren, inneren Logik: so schaffen die Verbindungskabel räumliche Verknüpfungen zwischen den Boxen, Farbe und Rhythmus stellen visuelle Bezüge her.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


In den Seitenschiffen verwendet Angela Bulloch das hauseigene Wandsystem, um labyrinthartige Zonen für zwei weitere Arbeiten zu schaffen: Flexible Single (Lobster/Tilleul) (2001) und Video Sound System (1997/2004) sind zwei Präsentationssysteme. Ebenso wie bei den Pixelboxen sind auch hier die Arbeiten von dem Verhältnis zwischen Körper, Architektur und Medialität geprägt.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


Die mehrteilige Installation Flexible Single (Lobster/Tilleul) setzt sich aus einer Serie von 12 Tischen zusammen; 6 kurzen und 6 langen, in je sechs verschiedenen Farben. Für die Secession hat Angela Bulloch eine Auswahl von 8 Tischen getroffen. Die Tische können immer wieder neu kombiniert werden und dienen der Künstlerin als Display für weitere Arbeiten – z. B. Ausdrucke und Poster – die in engem Zusammenhang mit der Gesamtkonzeption der Ausstellung stehen.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


Video Sound System (1997/2004) ist ein Set aus Monitoren und Bänken, das eine Architektur für die Sichtung von Videos ergibt. Ursprünglich für die London Electronic Art Gallery konzipiert, lässt sich dieses System flexibel in verschiedenen Ausstellungen anwenden. Video Sound System wird je nach Ausstellungszusammenhang von der Künstlerin mit unterschiedlichen Videos bespielt. In seiner Reduktion auf die wesentlichen Elemente wird das Filmische parallel zu einer visuellen und körperlichen, zu einer phänomenologischen und sozialen Erfahrung.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


PUBLIKATION

Katalog CATHERINE SULLIVAN

11 Seiten, 31 Farbabbildungen
Text: Dominic Eichler
Secession 2005

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Erhältlich im Shop



Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


AUSSTELLUNGSGESPRÄCH
Donnerstag, 10. 11. 2005, 18 Uhr
mit Angela Bulloch und Cerith Wyn Evans
Moderation: Brigitte Huck
Eine Veranstaltung der Freunde der Secession.


Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession
Angela Bulloch, To the Power of 4., 2005, Secession


ANGELA BULLOCH, geb. 1966 in Rainy River, Kanada, lebt und arbeitet in London und Berlin
EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL): 2005 Modern Art Oxford; Le Consortium, Dijon; The Missing 13 th, Galeria Helga de Alvear, Madrid; 2004 Antimatter, Galerie Eva Presenhuber, Zürich; 2003 New Work 8: Angela Bulloch, World Reflections , Aspen Art Museum, Aspen Colorado; Matrix 206: macromatrix for your pleasure, BAM/PFA-Exhibitions, Berkeley; 2002 Macro World - One Hour 3 and Canned, Schipper und Krome, Berlin; Angela Bulloch, Institute of Visual Culture, Cambridge; Chain, Galerie Micheline Szwajcer, Antwerpen; 2001 Z-Point, Kunsthaus Glarus; 2000 Prototypes, Galerie Hauser & Wirth & Presenhuber, Zürich; From the Eiffel Tower to the Riesenrad, Kerstin Engholm Galerie, Wien
GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL): 2005 Ambiance - Auf beiden Seiten des Rheins, K21, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf; Extreme Abstraction, Albright Knox Gallery, Buffalo; Bidibidobidiboo, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin; 2004 Playlist, Palais de Tokyo, Paris; Performative Architektur, Galerie der zeitgenössischen Kunst, Leipzig; One on One, Van Abbemuseum, Eindhoven; Vilette Numerique, Parc et Grand Hall La Vilette, Paris; ein-leuchten, Museum der Moderne, Salzburg; 2003 Utopia Station, La Biennale di Venezia; It's in our hands, Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich; Einbildung - Das Wahrnehmen in der Kunst, Kunsthaus Graz; 2002 Remix, Tate Liverpool; Claude Monet.bis zum digitalen Impressionismus, Fondation Beyeler, Riehen/Basel; Shanghai Biennial; Touch: Relational Art from the 1990s and now, San Francisco Art Institute; Frequenzen (Hz.). Audivisuelle Räume, Schirn Kunsthalle, Frankfurt; 2001 Arbeit Essen Angst, Kokerei Zollverein, Essen; art>music, Museum of Contemporary Art, Sydney; Connivence, Biennale de Lyon



Ausstellungsansichten: Matthias Herrmann



Die Ausstellung wird unterstützt von:
Zumtobel Staff Österreich

Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:
Erste Bank – Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession



KLUB ZWEI     EDITIONEN AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2005



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Urte Schmitt-Ulms
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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