Alois Mosbacher, Out There, 2004
Alois Mosbacher, der sich seit den frühen 80iger Jahren mit figurativer Malerei
auseinandersetzt, zeigt in seiner für die Secession konzipierten Ausstellung
Out There erstmals einen in den letzten Jahren erarbeiteten, über
80 Bilder umfassenden Werkblock, der thematisch um den Wald als Raum für
Außenseiter, Abenteurer und Aussteiger kreist. Indem er die klassischen
Medien Malerei und Zeichnung mit der Sprache und den Räumen virtueller Computerspiele
verschränkt, weitet er seine bildnerische Forschung zu komplexen Erzählungen
aus, die auf verschiedenen Ebenen aktuelle Bedeutungspotenziale des Waldes vorführen.
Charakteristisch für die Bilder Mosbachers ist dabei, dass die verhandelten
Figurationen und Motive im Dialog mit der Auseinandersetzung um malerische Fragestellungen
entwickelt werden.
Alois Mosbacher, Kampfbild, 2003/04, Öl auf Leinwand
Ausgangspunkt der Bildproduktion Alois Mosbachers sind neben literarischen Quellen
und Computerspielen umfangreiche Recherchen im Internet, zum Beispiel zu den Live
Acting Role Plays (LARP), bei denen sich große Gruppen im Wald treffen,
um mit Kostümen und Waffen in fremde Rollen zu schlüpfen und nach festgesetzten
Regeln Fantasyspiele aufzuführen.
Railway, 2004, Öl/Bleistift auf Leinwand, 130 x 130 cm
Das Sondieren des gefundenen Bildmaterials versteht Alois Mosbacher als Skizze.
Er nutzt es, um ihm durch den malerischen und zeichnerischen Prozess zusätzliche
Bedeutungsebenen abzugewinnen und die Möglichkeiten einer neuen Ikonografie
des Landschaftsbildes auszuloten. Die seit der Romantik etablierte Idee des Waldes
als melancholische Idylle kontrastiert Mosbacher mit dem sehr viel älteren
Synonym des Unerforschten, Angst machenden und Dunklen, das er etwa durch unerwartete
Versatzstücke heutiger Zivilisation - scheinbar vergessene Reisetaschen,
ein abgedecktes Auto, eine unbewohnte Hütte - dramatisch aktualisiert. Der
Wald erscheint als utopischer Raum für Gegenweltmodelle, als Refugium für
Außenseiter ebenso wie als Tatort und Kulisse für Verbrechen. Diese
Ambivalenz und Ambiguität des Möglichen entspinnt sich jenseits moralischer
Zuschreibungen in den einzelnen Bildern ebenso wie in der Erzählung, die
sich zwischen ihnen ergibt.
Volvo, 2003, Öl auf Leinwand, 160 x 200 cm
Mosbacher unterteilt seine Werkgruppe in verschiedene Bildgruppen , die sich wie
bei einem Videospiel auf verschiedenen Ebenen ohne vorgegebene Richtung ausbreiten.
Die von ihm für die Ausstellung
Out There entwickelte Architektur
aus sich auffächernden und in verschiedenen Winkeln aufgestellten Stellwänden
betont diese Offenheit und Nichtlinearität der Narration. Mit sich verjüngenden
Wegen, Passagen und Plätzen schafft seine Inszenierung eine Erzählung
im Raum, die es den BetrachterInnen überlässt, sie Stück für
Stück oder auch Level um Level zusammenzufügen.
Alois Mosbacher, Out There, 2004
Gleichberechtigt zur thematischen und narrativen Konzeption der Bilder widmet
sich Alois Mosbacher grundlegenden malerischen Fragestellungen. Kennzeichnend
für seine Malweise ist das Zusammenspiel abstrakter und figurativer Ausdrucksmittel.
Die zeichnerische Genauigkeit seiner gestisch-dynamischen Pinselstriche steht
in den Arbeiten einer freien, sich in Farbstrukturen auflösenden, mitunter
tropfenden, auch flächigen Malerei gegenüber, in der Licht und Farbe
einen hohen Grad an Autonomie verkörpern.
Harvest, 2003, Öl auf Leinwand, 160 x 200 cm
PUBLIKATION
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ALOIS MOSBACHER
96 Seiten, 71 Farbabbildungen, 34 s/w Abbildungen
Texte: Hans Ulrich Obrist & Alois Mosbacher, Brigitte Huck, Matthias Herrmann
Secession 2004, ISBN 3-901926-68-2
Vertrieb: Kerber Verlag
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Erhältlich im
Shop |
Investigators, 2002, Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm
AUSSTELLUNGSGESPRÄCH
Montag, 10. 5. 2004,
19 Uhr
Alois Mosbacher
Out
There
Peter Pakesch, Intendant des Landesmuseum Joanneum Graz, mit Alois Mosbacher
Eine Veranstaltung der
Freunde der
Secession.
Alois Mosbacher, Out There, 2004
ALOIS MOSBACHER , geboren 1954, lebt und arbeitet in Wien.
Ausstellungen (Auswahl): 2004 Hund, Galerie Altnöder, Salzburg; Neue
Wilde - Eine Entwicklung, Sammlung Essl, Klosterneuburg; 2003 Außer
Atem - Fokus Österreichischer Malerei, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden;
2001 Fallobst, Sammlung Essl, Klosterneuburg; 2000 Milch vom ultrablauen
Strom - Strategien österreichischer Künstler 1969-2000, Kunsthalle
Krems; 1998 Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit, Secession,
Wien; Des Eisbergs Spitze, Kunsthalle, Wien; 1997 Alpenblick - Die zeitgenössische
Kunst und das Alpine, Kunsthalle Wien; ... die Blume, die Leiter ...,
Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, Galerie der Stadt Wels; The Austrian
Vision - Positions in Contemporary Art, Denver Art Museum; 1996 Kunst aus
Österreich 1896-1996, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland, Bonn.
Leo liegt, 2003, Öl auf Leinwand, 200 x 270 cm
Photos: Matthias Herrmann
Die
Arbeiterkammer Wien ist Hauptsponsor der Ausstellung Alois Mosbacher.
Die Ausstellung wurde unterstützt von:
Amt der Steiermärkischen
Landesregierung, Kulturabteilung
Für weitere Informationen, Presse-
und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
Pia Leydolt
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