In Bettina Henkels eigens für das Internet entwickelte Projekt Spoon Dance In The Hippocampus geht es um Lernprozesse mittels eines griechischen Tanzes aus Klein Asien, bei dem die Tänzerin und der Tänzer mit einem Paar Holzlöffeln pro Hand einen Rhythmus ergänzend zur Musik schlagen, während die Füße einen anderen Schrittrhythmus tanzen. Die Projektvorgabe war, innerhalb eines bestimmten Zeitraums die tänzerische Koordination von Hand und Fuß durch Trainingseinheiten zu beherrschen. Dieses Lernen wurde mit der Videokamera als Gegenüber praktiziert und dokumentiert. Durch einen Video-Kalender erfolgte die Visualisierung, und der Lernprozess wurde in einem Lerntagebuch reflektiert. Auf der Homepage der Secession kann von der RezipientInnen- auf die PartizipientInnenseite gewechselt werden. Im E-learning-Part des Projekts, E-learning Spoon Dance , ist die physische Struktur des Tanzes - mit den Bewegungsablauf erläuternden Übungseinheiten - modellhaft erlernbar. Im dritten Teil des Projekts, About Spoon Dance and Hippocampus , befinden sich ein Glossar mit ergänzenden Informationen und kleinen Textbeiträgen verschiedener AutorInnen, sowie ein kommentiertes Linkverzeichnis.

Der " xorós koutália" (Löffeltanz) wurde wahrscheinlich von der Antike an bis zum osmanischen Vielvölkerreich des 19. Jahrhunderts von orthodoxen Christen des griechischen Kulturraums - möglicherweise parallel zu osmanischen Löffeltanzvariationen der islamischen Nachbarn - getanzt. Die Entwicklung und Weitergabe des Tanzes brach vermutlich durch die Zwangsumsiedlung der in der Türkei lebenden GriechInnen sowie der in Griechenland lebenden TürkInnen (gemäß dem Vertrag von Lausanne 1923) ab. Heute scheint der Volkstanz nahezu ausgestorben zu sein und seine Erforschung steht noch aus.

Spoon Dance In The Hippocampus übersetzt die motorische Struktur in einen E-learning-Prozess und bricht auf diese Weise mit folkloristischen Erwartungshaltungen.


BETTINA HENKEL, geboren 1966, lebt und arbeitet in Wien und lehrt an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
Ausstellungen (Auswahl): 2002 Ars Electronica, Linz, Community Interpreting , Werkstattgalerie Lothringer Straße, München, Perception Geographies , 2001 Internationales Ludwigs Forum, Aachen, Lob der Anwesenheit , 1996 Galerie Grita Insam, Wien, Kunst Raum Wien .
Redakteurin und später Mitherausgeberin von EIKON - internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst (1996-2000).



Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:

Tamara Schwarzmayr
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
presse@secession.at