Body Display, Installationsansicht, Secession 2004
Victor Alimpiev & Marian Zhunin, John Bock, Cosima von Bonin, Brice Dellsperger,
Andrea Fraser, Swetlana Heger, Anette Baldauf & Dorit Margreiter, John Miller,
René Pollesch
Kuratiert von Eva Maria Stadler (Gastkuratorin der Secession), Angelika Nollert
(Siemens Arts Program)
Eine Kooperation mit dem Siemens Arts Program
Body Display, Installationsansicht, Secession 2004
Die Ausstellung Body Display ist die vierte Station der fünfteiligen Ausstellungsreihe
Performative Installation, eine Initiative des Siemens Arts Program in Kooperation
mit der Galerie im Taxispalais in Innsbruck, dem Museum Ludwig in Köln, dem
Museum für Gegenwartskunst Siegen, der Secession, Wien, und der Galerie für
Zeitgenössische Kunst Leipzig. Alle Stationen behandeln das gemeinsame Thema
unter jeweils verschiedenen Gesichtspunkten: Konstruktion & Situation, Erzählung,
Kommunikation, Körper & Ökonomie sowie Architektur.
Body Display, Installationsansicht, Foto: Wolfgang Günzel
Body Display thematisiert den menschlichen Körper im ökonomischen Kontext.
Der Begriff Display verweist auf die räumliche Präsentationsform, auf
den bühnenhaften Rahmen, in dem sich der Körper zur Schau stellt und
in dem er agiert. Zugleich bezieht er sich auf den Körper selbst, der als
Display für verschiedene Rollen und Identitäten fungiert. In Korrespondenz
zur thematischen Ausrichtung der Ausstellung wird in den Hauptraum der Secession
mit einer eingehängten Decke eine imaginäre Bühnenfläche eingezogen,
wodurch der Raum gleichermaßen zum Aktionsraum wie zum Projektionsraum -
zur Black Box - wird.
Victor Alimpiev & Marian Zhunin, Ode, 2003
Victor Alimpiev (*1973, lebt in Moskau) und Marian Zhunin (*1968, lebt in Moskau)
inszenieren in ihrem Video "Ode" (2003) eine Choreografie scheinbar
gleichgeschalteter, uniformierter Körper. Ohne erkennbaren Handlungszusammenhang
bewegen sich Personen in einem Kollektiv, in dem sie gefangen und behütet
zugleich erscheinen, und stellen damit das Verhältnis von Masse und Individuum
in Frage.
John Bock, Weißschweißproduktion, 2004, Foto:
Wolfgang Günzel
Wortkaskaden, sprachliche Neuschöpfungen und deren Verdinglichung im Objekt
dienen John Bock (*1965, lebt in Berlin) in seinen performativen Installationen
als Leitfaden für Erzählungen, die um organische aber auch ökonomische
Prozesse kreisen. Seine Installation "Weißschweißproduktion"
(2003) aus Styroporblöcken, Stoffwand, Bahre und Videoprojektion behandelt
den Körper und den Aspekt seiner Verletzlichkeit.

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John Bock, Weißschweißproduktion, 2003, Courtesy
Galerie Klosterfelde, Berlin; Gallery Anton Kern, New York
Die Arbeiten von Cosima von Bonin (*1962, lebt in Hamburg) umfassen Installationen,
Objekte, Malerei, Film, Musik und Performance. Mit Materialien aus der alltäglichen
Wirklichkeit schafft sie surreale Räume, die Erinnerungen und Traumbilder
assoziieren lassen. Mit einem überdimensionierten und nahezu archaisch zusammen
gezimmerten Bett erteilt sie dem "natürlichen" Körpergefühl
eine Absage.
Brice Dellsperger, Body Double 9, 1997, Courtesy Galerie Air
de Paris, Paris
Brice Dellsperger (*1972, lebt in Paris) stellt in seinen Filmen "Body Double"
bekannte Horrorfilme und Melodramen wie Psycho oder Vertigo nach. Die Figuren
der Schauspieler lassen sich nicht einer definierten Rolle zuordnen und wechseln
zwischen männlichem und weiblichem Rollenspiel. In "Body Double #9"
(1997), der in der Projektion das Format eines Triptychons einnimmt, inszeniert
Dellsperger eine zeitgenössische Pietà.
Andrea Fraser, Exhibition, 2002, Courtesy Friedrich Petzel
Gallery, New York
Andrea Fraser (*1965, lebt in New York) ist seit Mitte der 80er Jahre durch ihre
institutionskritischen Untersuchungen bekannt. In der Doppelwand-Videoinstallation
"Exhibition" (2002) tritt sie selbst als Tänzerin in einem brasilianischen
Karnevalskostüm auf, um sich in das Bild einer Sambaformation in Rio de Janeiro
einzuschreiben. Dabei überlagern sich die Kontexte von Schauspiel und künstlerischer
Praxis.
Swetlana Heger, Signed by..., 2004, Courtesy Galerie Air de
Paris, Paris
Für ihre Kooperationen mit bekannten Unternehmen der Design- und Modewelt
hat Svetlana Heger (*1968, lebt in Berlin) ihren Körper als Werbefläche
zur Verfügung gestellt, um einen Warentausch zu vollziehen. In der Ausstellung
zeigt sie mit "Signed by
" eine große Werbetafel, die ihre
von einer Malerfirma aufgebrachte Unterschrift wie ein Logo präsentiert.
Darüber hinaus wird ihre Signatur durch ein zusätzliches Sponsorenlogo
selbst zum Werbemittel.
Anette Baldauf & Dorit Margreiter, The She Zone, 2004,
Courtesy Galerie Krobath Wimmer, Wien
Anette Baldauf (*1965, lebt in Wien und New York) und Dorit Margreiter (*1967,
lebt in Wien und Los Angeles) beziehen sich mit ihrer Arbeit "She-Zone"
auf eine Shopping Mall in Abu Dhabi, einem Einkaufszentrum, zu dem ausschließlich
Frauen Zutritt haben. Die weibliche Klientel sollte sich hier ohne Rücksicht
auf religiöse und gesellschaftliche Zwänge frei vom männlichen
Blick bewegen können.
John Miller, The Lugubrious Game, Secession 2004
Im Zentrum der Arbeiten von John Miller (*1954, lebt in New York und Berlin) stehen
unterschiedliche Identifikations- und Repräsentationsmodelle der Gesellschaft.
Mit seinen Material-Assemblagen definiert er das Kunstwerk als libidinösen
Konsumfetisch. Die Installation "The Lugubrious Game" (1999) zeigt die
Szenerie einer Fernsehshow, die mit der Abwesenheit der Showgäste den medialen
Ausverkauf beschreibt.
Der Autor und Regisseur René Pollesch (*1962, lebt in Berlin) beschreibt
in seiner TV-Produktion "24 Stunden sind kein Tag" (2003) die Lebens-
und Arbeitssituationen in Zeiten der Globalisierung. Die ProtagonistInnen leiden
an ihren geistig-seelischen Zuständen angesichts einer immer währenden
Präsenz im elektronischen Raum, der die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit
aufhebt. Sie irren bezugs- und beziehungslos durch ihre Freiheiten.
AUSSTELLUNGSGESPRÄCH
anlässlich der Ausstellung BODY DISPLAY Performative Installation #4
Donnerstag, 4. 3. 2004, 18.30 Uhr, mit Sabeth Buchmann, Professorin für Kunstgeschichte
an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, und den Kuratorinnen Eva Maria
Stadler und Angelika Nollert (Siemens Arts Program)
Eine Veranstaltung der
Freunde der Secession.
PUBLIKATION
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PERFORMATIVE
INSTALLATION
256 Seiten, 173 Farbabbildungen, 9 s/w Abbildungen
Texte: Michael Roßnagl, Angelika Nollert, Silvia Eiblmayr, Kaspar König,
Christine Litz, Barbara Engelbach, Eva Maria Stadler, Barbara Steiner
Siemens Arts Program, Angelika Nollert 2003, ISBN 3-936859-05-1
Vertrieb: Snoeck Verlagsgesellschaft mbH
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Erhältlich im
Shop |
Insitus: Matthias Herrmann
Die Ausstellung wurde unterstützt von: Zumtobel Staff Österreich, HS
Art Service
Für weitere Informationen, Presse-
und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
Pia Leydolt
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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