Kontext, Form, Troja; Michael S. Riedel/Dennis Loesch, Isabella
Schmidlehner, Scott Myles
Valentin Carron (CH), Trisha Donnelly
(USA), Christian Egger/Manuel Gorkiewicz/Christian Mayer/Ruth Weismann/Alexander
Wolff (A/D), Wade Guyton (USA), Roland Kollnitz (A), Robert Kusmirowski (PL),
Pierre Leguillon (F), Kalin Lindena (D), Constantin Luser (A), Lucy McKenzie (GB),
Scott Myles (GB), Mai-Thu Perret (CH), Michael S. Riedel/Dennis Loesch (D), Mathilde
Rosier (F), Isabella Schmidlehner (A), Misha Stroj (A), kuratiert von Daniel Baumann
Kontext, Form, Troja; Valentin Carron
Kontext, Form, Troja; Valentin Carron, Misha Stroj, Wade Guyton,
Scott Myles
Die Gruppenausstellung
Kontext,
Form, Troja wird von Daniel Baumann kuratiert. Sie ist die diesjährige
Ausgabe der 1983 initiierten Ausstellungsreihe
Junge Szene, die alle zwei
Jahre in der Secession stattfindet. Ursprünglich der Wiener Kunstszene vorbehalten,
ist sie heute eine internationale Plattform für junge KünstlerInnen.
Daniel Baumann hat 21 KünstlerInnen eingeladen, vor Ort ihre Projekte zu
entwickeln.
Kontext, Form, Troja; Lucy McKenzie, Wade Guyton, Mai-Thu
Perret, Misha Stroj
Kontext, Form, Troja; Lucy McKenzie, Mai-Thu Perret, Wade
Guyton, Isabella Schmidlehner
Im Zentrum der Ausstellung stehen keine neuen Trends, sondern individuelle Positionen,
die sich aus sehr unterschiedlichen formalen und inhaltlichen Überlegungen
entwickeln.
Kontext, Form, Troja präsentiert sich in einem offenen
Modus - auf Stellwände wird verzichtet - so dass die unterschiedlichen Positionen
in Dialog oder Widerspruch zueinander treten können. Der Titel der Ausstellung
verweist auf Prinzipien, die den Arbeiten zugrunde liegen: Verankerung im gesellschaftlichen
als auch im Kunstkontext, formale Präzision, und, mit der Referenz auf das
Trojanische Pferd, das Inszenieren von Fremdkörpern in einem bestehenden
System.
Kontext, Form, Troja; Kalin Lindena
Im Außenraum ersetzt Kalin Lindena die offiziellen Fahnen der Secession
durch neue, selbstgenähte. Roland Kollnitz installiert mit Bezug auf das
Gründungsjahr der KünstlerInnenvereinigung hinter dem Gebäude der
Secession eine 1897 cm hohe Kletterstange - als sportliche Option, darüber
hinaus zu klettern. Ebenso ortsspezifisch sind die X-Skulpturen, die Wade Guyton
an die Fassade lehnt. Mit seiner Intervention reaktiviert er die Aggressivität
der Moderne und reagiert auf die filigrane Ornamentik des Gebäudes.
Kontext, Form, Troja; Michael S. Riedel/Dennis Loesch
Im Hauptraum ist die Oskar-von-Millerstrasse 16 nachgebaut, ein Ausstellungsort
in Frankfurt, in welchem Michael S. Riedel und Dennis Loesch Ausstellungen und
Veranstaltungen reproduziert haben. Für
Kontext, Form, Troja werden
von den Künstlern vier Veranstaltungen - eine Ausstellung, eine Filmvorführung,
eine DJ-Session und eine Theateraufführung - vorproduziert. Die Ankündigungen
der Ereignisse in der Stadt verweisen auf die Veranstaltungen als Kopie des Originals.
Im Gegensatz dazu findet das Ereignis auf der von Mai-Thu Perret entworfenen Bühne
nie statt. Das Theaterstück bleibt somit imaginär und die von der Künstlerin
arrangierten Requisiten werden nicht verwendet. Das Bühnenbild wird in diesem
Kontext zur Skulptur.
Kontext, Form, Troja; Secession Slideshow; Fonds Maciet, Musée
des Arts Décoratifs, Paris; Foto: Pierre Leguillon
Kontext, Form, Troja; Secession Slideshow, send your image
to: marylene.negro@free.fr, Foto:
Pierre Leguillon
Auch die Diavorführung (Slideshow) von Pierre Leguillon ist während
der Dauer der Ausstellung nur als Ankündigung präsent. Am Anfang und
Ende der Ausstellung zeigt der Künstler ein Diaporama, eine visuelle Auseinandersetzung
mit der Kunstgeschichte, die den Ereignischarakter eines Varieté aufgreift.
www.mudam.lu/Magazine > Diaporama/Slide
Show
Kontext, Form, Troja; Wade Guyton
Kontext, Form, Troja; Robert Kusmirowski
Robert Kusmirowski kopiert fotorealistisch historische Dokumente . Für diese
Serie überträgt er die Rückseiten von Fotografien in Aquarell.
Isabella Schmidlehner entnimmt die Motive für ihre Malerei unterschiedlichen
Quellen; sie versetzt die Motive in eine andere Sphäre und bricht deren Harmonie
gleichzeitig über Farbe und Malduktus. Lucy McKenzie untersucht wiederholt
in ihrer Malerei jene (sozialistischen) Wandbilder in der Stadtlandschaft, wie
sie z.B. in Wien an Gemeindebauten zu finden sind. Die Künstlerin thematisiert
damit eine Richtung der Malerei, die von der europäischen Kunstwissenschaft
vernachlässigt wurde. McKenzies vierteiliger Bilderzyklus
If It Moves,
Kiss It zitiert eine verunstaltete monumentale Wandmalerei aus Stanley Kubricks
Film
A Clockwork Orange. Die Werkgruppe wird durch drei Briefe ergänzt,
die ein Freund der Künstlerin aus dem Gefängnis an sie richtet.
Kontext, Form, Troja; Constantin Luser
Kontext, Form, Troja; Constantin Luser
Aus dem Film
Der große Diktator von Charlie Chaplin hat Valentin
Carron seine Serie von Flaggen isoliert, die in diesem Kontext einen zweideutigen
Charakter erhalten. Die Frage des Monumentalen ist auch Ausgangspunkt für
die Installation von Misha Stroj. Er formuliert die jahrhundertealte und stark
besetzte Symbolsprache der Ikone neu. Constantin Lusers interaktive Skulptur,
bestehend aus einem Synthesizer und offenen Kabeln, korrespondiert mit der von
ihm als narrativer Schaltplan realisierten Wandzeichnung. Die Zeichnung breitet
sich wie ein wild wucherndes Geflecht an der Wand aus und verleiht der Arbeit
einen raumfüllenden Charakter. Die diskreten Interventionen (
Learn the
Language, The End of Summer; Ice-cream Paperweight) von Scott Myles sind vom
Künstler im Raum so platziert, dass sie als Kommentar zur Ausstellung gelesen
werden können. Zu ihren zwei Videoprojektionen
Canadian Rain und
El
Cid plant Trisha Donnelly für die Finissage am 16. November eine Performance.
Der im ehemaligen Café der Secession gezeigte Film
Time and Place (2003) von Mathilde Rosier verdichtet das Gefühl des Fremdseins an sich.
PUBLIKATION
Der zweisprachige Katalog zu
Kontext, Form, Troja ist integraler Bestandteil
der Ausstellung und wird gemeinsam mit dem KünstlerInnenteam: Christian Egger,
Manuel Gorkiewicz, Christian Mayer, Ruth Weismann und Alexander Wolff herausgegeben,
die auch die Einladungskarte und das Plakat zur Ausstellung gestalteten. Er erscheint
als Nummer 4 der Zeitschrift, die die KünstlerInnen seit 2002 herausgeben.
Der Name der Zeitschrift richtet sich immer nach der wechselnden Schriftart. Bisher
erschienen sind
Chicago, Times, Plotter. Titel der Secessions-Ausgabe:
Helvetica. Beiträge von: Daniel Baumann, Justin Beal, Anne-Marie Copestake,
Matthias Herrmann, Jutta Koether und den KünstlerInnen der Ausstellung.
Erhältlich
im Shop
Kontext, Form, Troja; Isabella Schmidlehner
AUSSTELLUNGSGESPRÄCH
anlässlich der Ausstellung KONTEXT, FORM, TROJA in der Reihe JUNGE SZENE
am Donnerstag, den 18. September 2003, um 18.30 Uhr in der Secession
mit Daniel Baumann (Kurator der Ausstellung) und Dr. Stephan Schmidt-Wulffen (Rektor
der Akademie der Bildenden Künste, Wien)
Eine Veranstaltung der
Freunde der
Secession
Kontext, Form, Troja; Lucy McKenzie, Wade Guyton
Kontext, Form, Troja; Roland Kollnitz, Foto: Kollnitz
In-Situs: Matthias Herrmann
Die Ausstellung wurde unterstützt
von:
British Council
Pro Helvetia - Schweizer
Kulturstiftung
Dank an:
quartier21 Artist-in-Residence Programm im MQ Wien
Michael S. Riedel ist Stipendiat im Rahmen des quartier21 Artist-in-Residence
Programmes im MQ Wien
Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte
an:
Pia Leydolt
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
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