Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003


Die Bilder von Mary Heilmann nehmen im Genre der abstrakten Malerei eine Sonderstellung ein. Während autobiografische Momente oftmals einen Ausgangspunkt für die Arbeiten liefern, zitieren die reduzierten Formen und die Wahl von expressiven Farbkompositionen immer wieder Elemente unterschiedlicher Lifestyle- und Designkulturen aus den letzten Dekaden. Stilistische Anleihen finden sich beim Abstrakten Expressionismus, bei der Pop Art und der geometrischen Malerei. Die persönlichen Erinnerungsräume, die Mary Heilmann in ihre Arbeiten einfließen lässt, werden durch die assoziativen Bildtitel angedeutet.


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003


Die Ausstellung in der Secession, die ihren vor kurzem verstorbenen Galeristen Pat Hearn und Colin de Land gewidmet ist, umfasst 30 Arbeiten aus den späten 70er Jahren bis heute und zeigt Malerei, Keramikbilder und eine Serie von speziell entworfenen Holz-Stühlen mit farbig gewebten Sitzflächen. In dieser Kombination unterschiedlicher Praktiken verweist die Künstlerin nicht nur auf ihren eigenen, über die Analyse eines Mediums hinausgehenden Umgang mit abstrakter Malerei, sondern auch auf ihren Bezug zu Bildhauerei.


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
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Mary Heilmann, die in den 60er Jahren in Berkeley Keramik und Skulptur studierte, stand früh in engem Austausch mit Künstlern wie Gordon Matta-Clark, Bruce Nauman und Keith Sonnier. Erst in New York, zu Beginn der 70er Jahre, wechselten ihre Auseinandersetzungen und Experimente mit Materialien und Formen (der Dematerialisierung) - gegen den allgemeinen Trend, der eher im Minimalismus lag - in das Feld der abstrakten Malerei.


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003


In den frühen Arbeiten, in denen Mary Heilmann vor allem Acryl auf Leinwand verwendet, dominieren Raster und Gitterstrukturen, die sie aus dem Interesse an prozessorientierten Skulpturen, aber auch als Gegenreaktion auf deren traditionell definierte Nüchternheit und Strenge neu interpretiert. Durch die für die Künstlerin charakteristische Bearbeitung von Bildfläche und Bildraum, der Verwendung reduktiver malerischer Verfahren und eines elementaren geometrischen Vokabulars greifen visuelle und taktile Bildkonzeptionen ineinander. Mit einem ausgeprägten Sinn für Farben tariert Heilmann Kreise, Linien und Vierecke in kraftvollen Kontrasten aus. Oft sind die Ecken und Kanten der Leinwand in die Motive einbezogen. Durch häufiges Übermalen verstört Heilmann das Gleichgewicht der Farben, steigert aber gleichzeitig damit deren Leuchtkraft. Seit Ende der 80er Jahre setzt Mary Heilmann vermehrt Öl auf Leinwand ein und entwickelt die Überlagerung von malerischen Ebenen zu komplexen Raumgefügen. Ihr Einsatz von objekthaften Leinwänden, "shaped canvas", unterstreicht die Intention, Dialoge mit der Architektur zu eröffnen.


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
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Auch wenn Mary Heilmann in ihren Arbeiten die Formensprache der Geschichte der Abstraktion und des Minimalismus zitiert, so steht nicht die Analyse von Form und Inhalt im Vordergrund, sondern das Durchspielen dieser Stilelemente, um über ihre Logik hinauszuweisen.


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
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Neben der Einbindung von biografischen Momenten stehen die Arbeiten von Mary Heilmann in einem Naheverhältnis zu Film und Musik und Literatur. In dem Buch The All Night Movie (1999) erzählt sie ihre Lebensgeschichte und beschreibt den Kontext, aus dem heraus ihre Bilder entstehen und welchen sie zitieren. The All Night Movie kombiniert Anekdoten aus ihrem privaten Leben mit Entwicklungen in der eigenen Karriere, berichtet von KünstlerInnen-Szenen und wechselnden Perspektiven auf den Kunstmarkt.


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
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PUBLIKATION
Der Katalog zur Ausstellung in der Secession führt diese Erzählung fort. Neben Texten von Jennifer Higgie und Martin Prinzhorn erscheint ein Text von Mary Heilmann über die Geschichte von Pat Hearn und Colin de Land und ihre Beziehung zu ihnen als Galeristen und Freunde.

MARY HEILMANN

84 Seiten, 38 Farbabbildungen, 8 s/w Fotos
Texte: Mary Heilmann, Matthias Herrmann, Jennifer Higgie, Martin Prinzhorn
Secession 2003, ISBN 3-901926-58-5
Vertrieb: Verlag der Buchhandlung Walther König

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Erhältlich im Shop


Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
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VORTRAG / PERFORMANCE

MARY HEILMANN: HER LIFE
(in englischer Sprache)
Sonntag, 7. September 2003, 19.00 Uhr in der Secession
sound: Mary Heilmann und Don Christiansen/The Contortions.
Eine Veranstaltung der Freunde der Secession.



Mary Heilmann, All Tomorrow's Parties, Ausstellungsansicht, Secession 2003
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MARY HEILMANN , geboren 1940, lebt und arbeitet in New York, Einzelausstellungen (Auswahl): 2003 Douglas Hyde Gallery, Trinity College, Dublin; 2002 American Fine Arts, New York; 2001 Galerie Hauser & Wirth, Zürich; Galerie Meyer Kainer, Wien; Camden Arts Centre, London; 2000 Oldenburger Kunstverein; Galleria Marabini, Bologna; 1998 Pat Hearn Gallery; Gruppenausstellungen (Auswahl): 2003 There's no land but the land (up there is just a sea of possibilities), Meyer Riegger Galerie, Karlsruhe; 2001 Mary Heilmann - Joanne Greenbaum, Greengrassi Gallery, London; Künstlerräume/ Sammlerräume, Kunstverein St.Gallen; Part Two (1988-1994), Pat Hearn Gallery, New York; 2000 Mary Heilmann - Jessica Stockholder, Kunstmuseum St. Gallen; The Artist as Curator, Galerie Nächst St.Stephan, Wien; 1997 KünstlerInnen: 50 Positionen zeitgenössischer internationaler Kunst, Kunsthaus Bregenz


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Alle In-Situs: Matthias Herrmann



MEL ZIEGLER  NORBERT BRUNNER-LIENZ AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2003

 

Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Tamara Schwarzmayr
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
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