christoph mayer chm.

WHY IS IT CALLED PARADISE
christoph mayer chm., why is it called paradise?, 2001, Foto:
Simone Bader
In seiner künstlerischen Arbeit begibt sich christoph mayer chm. auf die
Suche nach differenzierten Wahrnehmungsformen. Stand anfangs der eigene Körper
im Mittelpunkt seiner perzeptorischen Untersuchungen, so sind es nunmehr sozio-politische
Entwicklungen aus seinem Umfeld, auf die der Künstler reagiert. Seine intensive
Beschäftigung mit der Neurowissenschaft lässt dabei deren Elemente und
Methoden mit einfließen. Sein besonderes Interesse gilt der Physiologie
der Wahrnehmung in Bezug zum Phänomen der Erkenntnis. Ausgehend vom Medium
der Performance und dem Tanz experimentiert christoph mayer chm. mit einer interaktiven
Projektform. Die BetrachterInnen sind eingeladen, selbst Teil des künstlerischen
Prozesses zu werden und mit dem eigenen Körper neue Wahrnehmungsformen zu
erfahren.
Für seinen Ausstellungsbeitrag in der Reihe "Das Experiment" im
Grafischen Kabinett konzipierte christoph mayer chm. eine Raum-/Toninstallation
mit dem Titel "Why is it called paradise ?". Seine Arbeit setzt sich,
bezugnehmend auf die terroristischen Anschläge in den USA und die weltweit
folgenden Reaktionen und Diskussionen, mit unterschiedlichen Paradiesvorstellungen
und der Frage, inwieweit diese von Kultur, Religion oder Wohlstand beeinflusst
sind, auseinander. Ein labyrinthartiger Weg aus Aluminiumdraht führt die
BesucherInnen durch den verdunkelten Ausstellungsraum. Über Kopfhörer
werden Textfragmente und Tonaufzeichnungen übermittelt, die den Recherchen
aus heterogenen Umfeldern entstammen und versuchen, die Situation gefühlsmäßig
zu erfassen.
Für seine Installation bedient christoph mayer chm. sich unter anderem einer
Methode, die auch in der Psychoanalyse Verwendung findet, der des "Black
Space". Durch sensorische Deprivation, das Ausschalten des Sehsinns, über
den nahezu 80 % unserer bewussten Wahrnehmung laufen, eröffnet sich den RezipientInnen
eine ungewohnte Erfahrungsmöglichkeit. Das Gehörte sowie die durch den
lichtlosen Raum führende Linie aus Draht sind die einzigen Anhaltspunkte.
BIOGRAFIEN
christoph mayer chm., geboren 1975 in Linz, lebt und arbeitet
in Berlin.
seit 1994 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien (Michelangelo
Pistoletto/Heimo Zobernig). seit 1998 Studium an der Hochschule der Künste,
Berlin (Rebecca Horn). Projekte und Performances (Auswahl): "Stein-Bruch-Tanz",
ehemaliger Steinbruch des KZ-Gusen (1998); "Kind", Galerie Schwarzenberg
in Berlin (1999); "kann man seele sehen.", Vitrine U-Bahnstation, Babenbergerstraße,
Wien, (2000); "Proxecto de Arte e Peregrination a Santiago de Compostela",
Centro Galego de Arte Contemporanea, Santiago de Compostela (2000); "inside
of ourselves outside of earth and sky", Sammlung Essl, Klosterneuburg (2000);
"Tanz leerer Herzen oder leer gegen schnell", Kärntnerstraße,
Wien (2000); "a null b", Gesellschaftsspiel, Hochschule der Künste,
Berlin (2001); Teilnahme am Ethikrat der Künste, Gemäldegalerie, Berlin
(2001)
CHRISTINE BRUCKBAUER, geboren 1969 in Steyr, lebt und arbeitet in Wien.
1996-2001 Ausstellungsorganisatorin in der Secession, seit 2001 freie Kuratorin
PUBLIKATION
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DAS EXPERIMENT
7
christoph mayer chm.
6 Seiten
Texte: Christine Bruckbauer, Matthias Herrmann, christoph mayer chm., Elisabeth
von Samsonow
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