MARIA HAHNENKAMP, MEIKE SCHMIDT-GLEIM, DAGMAR TRAMPISCH
I will always

 

Dagmar Trampisch, "Bergkameraden", 1999, (Videostill)


Since the fascination in looking is founded on separation from what is seen, the field of vision is also, and most appropriately, the field of desire. (Mary Kelly in Desiring Images/Imaging Desires)

Im oben genannten Text skizziert Mary Kelly verschiedene Möglichkeiten aus dem weiblichen Dilemma, gleichzeitig das Objekt und das Subjekt des Begehrens zu sein, auszusteigen: Das Androgyne, die bewusste Annahme der patriarchalen Fassade oder eine Art Ikonoklasmus, bei dem Bilder im allgemeinen ausgeklammert werden und somit Bedeutung durch Abwesenheit konstruiert wird. Die ausgewählten Künstlerinnen arbeiten in unterschiedlicher Weise mit diesen Strategien und besetzten somit Positionen, die zwischen dichotomen Abgrenzungen liegen.





Maria Hahnenkamps Diaprojektion von weiblichen und männlichen Körperfragmenten historischer Gemälde tastet den menschlichen Körper quasi visuell ab. Sie thematisiert wer, warum, wohin blickt, liefert eine historisch-bildliche Analyse, verstrickt uns aber gleichzeitig in die Fallstricke unserer eigenen Wünsche.

Auch Meike Schmidt-Gleims Buchprojekt verarbeitet historisches Material, nämlich die "12 Gespräche über Sexualität", welche eine Gruppe von fast ausschließlich männlichen Surrealisten zwischen 1928 und 1932 geführt haben. Mit Künstlerkolleginnen hat sie diese nachgestellt und dabei die Rollen der Besprochenen und der Sprechenden ausgetauscht. Im selben Layout in Buchform gebracht mischt sie die transkribierten Diskussionen mit dem Original. In der neuen Version entspinnt sich ein fragiler Diskurs über Sexualität und Liebe, wobei die Definitionsmacht diesmal bei den weiblichen Beteiligten liegt.

Die Helden in Dagmar Trampischs Video "Bergkameraden", das österreichische Abfahrtsteam, werden von der Künstlerin liebevoll kommentiert. Das Verhältnis von weiblichen Fans zu ihren männlichen Stars, aber auch die Konstruktion nationaler Identität über sportliche Höchstleistungen werden subtil und ironisch hinterfragt.
 

BIOGRAFIEN
MARIA HAHNENKAMP, geboren 1959, lebt und arbeitet in Wien.
Ausstellungen (Auswahl): Galerie Schorm, 1993; "Suture - Phantasmen der Vollkommenheit", Salzburger Kunstverein, 1994; Galerie Fotohof, Salzburg, 1996; "Fotoarbeiten / Installationen", Stadtgalerie Saarbrücken, 2001
MEIKE SCHMIDT-GLEIM, geboren 1972, lebt und arbeitet in Wien.
Studium an der Universität Wien (Philosophie) und an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Dissertationsstipendium (Philosophie); Ausstellungsprojekt "Volxhochschule" im Salzburger Kunstverein gemeinsam mit Marius Babias und Silke Wagner, 2001
DAGMAR TRAMPISCH, geboren 1973, lebt und arbeitet in Wien.
Architekturstudium an der TU-Wien und an der Hochschule für angewandte Kunst bei Prof. Lürzer (Werbegraphik)
1999 Gründung der Werbeagentur dasuno avertising

HEMMA SCHMUTZ, Kunsthistorikerin, lebt und arbeitet in Wien.
1994-1997 Veranstaltungskonzeption für das Depot im Museumsquartier, seit 1998 kuratorische Assistenz und Ausstellungsproduktion für die Generali Foundation/Wien, Texte in Ausstellungskatalogen und Kunstzeitschriften (u.a. "springerin"); zuletzt Co-Kuratorin der Ausstellung "double life", 2001, Generali Foundation/Wien

 
 
PUBLICATION

DAS EXPERIMENT 5
Maria Hahnenkamp/Meike Schmidt-Gleim/Dagmar Trampisch

6 Seiten
Texte: Matthias Herrmann, Hemma Schmutz, Dagmar Trampisch

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Erhältlich im Shop



HANS WEIGAND    ALICE CREISCHER
AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2001


 
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