Mit dem Titel "A Room of One's Own", der dem 1929 enstandenen Essay
von Virginia Woolf entlehnt ist, wird Bezug auf die historischen Wurzeln der Frauenbewegung
genommen, welcher für alle Teilnehmerinnen des Projekts von Interesse ist.
Das Projekt "A Room of One's Own" ist als Forum zu verstehen, in dem
der gegenwärtige feministische Diskurs und die Praxis im Kunstfeld thematisiert,
erforscht und erweitert werden. Die Gruppe versteht sich als offene Struktur,
mit immer neu dazukommenden TeilnehmerInnen, die sich mit unterschiedlichen Wissens-
und Erfahrungsaspekten zu diesem Thema auf die Suche nach möglichen weiteren
Richtungen begeben. Die Entwicklung von Strategien der Fusion und Überschneidungen
von gemeinsamen Interessen bilden die Basis für eine weitere konkrete Zusammenarbeit.
Die Beiträge der einzelnen Teilnehmerinnen in "A Room of One's Own"
kommen zu unterschiedlichen Zeiten (asynchron), können prozesshaft bearbeitet,
verändert oder ignoriert werden oder als Beitrag für sich stehen. Die
wechselwirkenden Kräfte produzieren eine konstruktive Sammlung von Widersprüchen.
Da sich dieses Projekt über einen längeren Arbeitsprozess entwickeln
wird, sind zwei Ausstellungstermine 26.4. - 13.5.2001 und 10.1. - 31.1.2002 geplant.
"A Room of One's Own" wird über diese beiden Zeitabschnitte hinaus
durch themenspezifische Vorträge, Events und Diskussionen an anderen Orten
weitergeführt. Die dazu entstehende Website, www.aroomofonesown.at,
dient als Forum für Austausch, Diskussion und Information mit bestehenden
feministischen Netzwerken.
Die Präsentation des ersten Teiles besteht aus einer feministischen Recherche,
welche das Fundament für die Entwicklung der weiteren Phasen bilden soll.
Anhand von ausgewähltem Text- und Bildmaterial und sich daraus ergebenden
Arbeitsgesprächen werden via Collage und Comic bekannte Praktiken für
die Beschreibung frauenspezifischer Themen (von Martha Rosler bis Linda Bilda)
als Arbeitsprozesse im Raum sichtbar gemacht.
Verschiedene Methoden ermöglichen es, Lebenswelten zu beschreiben, Konflikte
innerhalb dieser auszutragen und unterschiedlichen Positionen aus feministischen
Diskursen Platz zu geben. Die Website wird vom Ausstellungsraum aus zugänglich
gemacht, um einen Austausch mit den Publikum zu ermöglichen und schließlich
im Sinne von bell hooks das Ausstellungsprojekt ab- zuschließen, die für
ihr neues Buch folgenden Titel wählte: "Feminism is for Everybody".
BIOGRAFIEN
TANYA BEDNAR, geboren 1975 in Johannesburg/Südafrika, lebt
und arbeitet in Wien
Seit 1997 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Renée
Green)
Seit 2000 Aktivistin bei volkstanz.net
BARBARA DENK, geboren 1969 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
1994-1996 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Lehramt für
Bildnerische Erziehung)
1996-2000 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (Isabelle
Graw)
KRISTINA HAIDER, geboren 1972 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
Seit 1995 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Erich Wonder)
Seit 1997 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Renée
Green)
JULIA HAUSER, geboren 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
KATHARINA LAMPERT, geboren 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
1995-1999 Studium an der Universität Wien (Komparatisik und Sinologie)
Seit 1999 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Renée
Green)
DUNJA LARISE, geboren 1972 in Rijeka/Kroatien, lebt und arbeitet in Wien
1990-1992 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Sarajevo
1993-1994 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Wolfgang
Hollegha)
Seit 1997 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Renée
Green)
URSULA MAYER, geboren 1970 in Ried/Innkreis, lebt und arbeitet in Wien
1990-1996 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Wolfgang
Hollegha)
1996 Studium am Royal Collage of Art in London
PATRICIA RESCHENBACH, geboren 1970 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
Seit 1996 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst (Lehramt für
Bildnerische Erziehung)
Seit 1996 Studium an der Universität Wien (Psychologie, Philosophie, Pädagogik)
SOFIE THORSEN, geboren 1971 in Århus/Dänemark, lebt und arbeitet in
Kopenhagen und Wien
1995-2001 Studium an Det Kongelige Danske Kunstakademi, Kopenhagen
Seit 1997 im Team mit Elsebeth Jørgensen, Gründung des Ausstellungsforums
OTTO, Cph, mit Jeppe Hein und Lilibeth Cuenca
1999-2001 Akademie der Bildenden Künste in Wien (Reneé Green)
CAROLA DERTNIG, geboren 1963 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Wien und New York
1987-91 Hochschule für angewandte Kunst in Wien (Ernst Caramelle)
1991 Studium an der Ecole des Beaux Arts in Paris (Christian Boltanski)
1997 Whitney Museum Independent Study Program in New York
Für die freundliche Unterstützung der Ausstellung danken wir: